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Bundespräsident gratuliert der FernUniversität Hagen zum Jubiläum

01.12.2000 - (idw) FernUniversität in Hagen

Bundespräsident Johannes Rau, der vor 25 Jahren als nordrhein-westfälischer Wissenschaftsminister die einzige deutsche Fernuniversität gegründet hat, gratulierte der FernUniversität Hagen bei einem Akademischen Festakt zu ihrem Jubiläum.

Bundespräsident Johannes Rau bekannte: "Es ist in der Tat ein gutes Gefühl, zu wissen: Es gibt zigtausende Menschen, deren Leben, deren Bildungschancen, deren berufliche und private Entwicklung sich durch diese Hochschule verändert hat." Als nordrhein-westfälischer Wissenschaftsminister hatte Johannes Rau vor 25 Jahren "diese Hochschule" ins Leben gerufen. Am Freitag gratulierte der Bundespräsident der FernUniversität Hagen bei einem Akademischen Festakt zu ihrem Jubiläum. Neben der nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerin Gabriele Behler hatten sich zahlreiche Gratulanten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Neubau der Bibliothek zur Jubiläumsfeier eingefunden. Auf Großbildschirmen wurde die Feier in die Innenstadt und in das Kabelnetz von Kabel NRW übertragen.

Der Bundespräsident traf auf dem Campus viele Mitstreiter der ersten Stunde und erinnerte in Anekdoten an die Zeit, als ein kleiner Kreis Eingeweihter das Projekt Fernuniversität vorantrieb. "Und 25 Jahre später stellen wir fest: Die FernUniversität hat in der deutschen Hochschullandschaft einen festen Platz. Sie hat eine Erfolgsgeschichte geschrieben." Zu dieser eindruckvollen Entwicklung, hinter der die Anstrengungen und Leistungen der Lehrenden und Lernenden steckten, gratulierte Johannes Rau herzlich.

Wissenschaftliche Bildung diene nicht nur der persönlichen Qualifikation und der Persönlichkeitsbildung, sagte der Bundespräsident. Sie habe auch erhebliche Bedeutung für Staat und Gesellschaft. Das Konzept der FernUniversität habe nun das Ziel, "auch jenen eine wissenschaftliche Bildung möglich zu machen, die aus unterschiedlichen Gründen kein Vollzeitstudium absolvieren können." Dieses Angebot eröffne vielen Menschen die Chance, eine akademische Ausbildung oder eine Weiterbildung mit ihren Aufgaben in Beruf und Familie zu verbinden.

Die Anerkennung, die die FernUniversität inzwischen genieße, sei nicht immer selbstverständlich gewesen. Rau: "Sie hat sie sich durch Leistung und durch wegweisende Neuerungen erarbeitet." Er hoffe, so der Bundespräsident, dass es auch gelingen werde, das ehrgeizige Projekt des "Lernraums Virtuellen Universität" zu verwirklichen.

Auch Ministerin Behler unterstrich in ihrem Grußwort: "Der Ansatz, gerade den Berufstätigen durch das Fernstudium eine Chance zur Weiterbildung und zum Studium zu geben, war richtig, vorbildhaft und zukunftsweisend." Für die Zukunft der FernUniversität sieht die Wissenschaftsministerin zwei Entwicklungslinien: die Weiterbildung und die vollständige Umstellung des Studienbetriebs auf Online-Lehre.

Um den wachsenden Bedarf für praxisbezogene Weiterbildungsangebote auf universitärem Niveau zu decken, werde das Land die Hochschule unterstützen. Behler: "Insbesondere dadurch, dass wir prüfen werden, wie weit denn der Anspruch auf eine gebührenfreie Erstausbildung an der Hochschule reicht und wo die entgeltpflichtige Weiterbildung beginnt."

Ihre führende Position als Anbieter von Fernstudien werde die FernUniversität nur durch den zügigen Ausbau der Online-Lehre behaupten können, unterstrich die Ministerin: "Sie können weiterhin darauf bauen, dass die Landesregierung Sie auf dem Weg zur 'Virtuellen Hochschule' nachhaltig unterstützt." Aufgrund des deutlichen Vorsprungs vor anderen sollte man, so die Ministerin, "auch bei der Realisierung des Projekts 'Virtuelle Hochschule Deutschland' auf die hier in Hagen gemachten Erfahrungen zurückgreifen." Sie habe dieses Angebot den anderen Ländern und dem Bund bereits gemacht.

Der Rektor der FernUniversität, Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer blickte nach seinem Dank an den Bundespräsidenten für "diese damalige mutige und visionäre Entscheidung" in die Zukunft und griff ein Wort der Ministerin auf: "Wir stehen mit Ihnen vor einem Quantensprung hin zu einer Universität der Zukunft, die konsequent und flächendeckend die Neuen Medien und die Informations- und Kommunikationstechniken nutzt." Die FernUniversität nehme bereits heute beim Einsatz der elektronischen Medien im nationalen und internationalen Wettbewerb eine führende Rolle ein. "Schon heute greifen mehr als 14.000 Studierende regelmäßig im Netz zu," sagte Hoyer. Es sei in der letzten Zeit viel über die "Virtuelle Hochschule Deutschland" diskutiert und spekuliert worden. "Diese Gedanken schreiben gewissermaßen Ihre damalige Vision weiter in die Zukunft fort", sagte Hoyer an den Bundespräsidenten gewandt. Und zur Ministerin: "Die FernUniversität ist gerüstet, ebenso visionär wie vor 25 Jahren erneut Maßstäbe hier in Hagen für eine Universität der Zukunft zu setzen."

Lonio Kuzyk, der Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses, beschrieb die heutige Zusammensetzung der Studierendenschaft und bedankte sich in ihrem Namen: "Sollten Sie diese Menschen als potenzielle Studierende für die FernUniversität bereits damals erkannt haben, so haben Sie realitätsnahen Weitblick gezeigt." Kuzyk warb dafür, nicht aus Kostengründen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft von Erststudierenden und Weiterbildungsstudierenden zu schaffen.

Im deutschsprachigen Raum habe sich "die FernUniversität als Medien Universität Nr. 1 die Pole Position für zukunftsweisende Methoden zur Bewältigung der großen vor uns liegenden Bildungsaufgaben erarbeitet", unterstrich Dr. Jörn Kreke, der Vorstandvorsitzende der Gesellschaft der Freunde der FernUniversität. Als Unternehmer sah er bei diesen Aufgaben auch die Wirtschaft in der Pflicht und wolle auch in Zukunft mit der Freundesgesellschaft Überzeugungsarbeit leisten. An die Ministerin gewandt griff er die Initiative des Ministerpräsidenten auf, der in seiner Regierungserklärung auf die besondere Bedeutung der FernUniversität hingewiesen hatte: "Wir fanden es großartig, dass Sie den Ball aufgegriffen haben und dieser Hochschule mit den beantragten 50 Mio. DM aus den UMTS-Zinsersparnissen einen wirklichen Quantensprung ermöglichen wollen."

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