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Neujahrsempfang an der Universität Hannover

11.01.2001 - (idw) Universität Hannover

Sperrfrist bis 12.1.2001, 19.00 Uhr

Neujahrsempfang an der Universität Hannover: Ziele in der Hochschulentwicklung 2000
konsequent umgesetzt

Schätzl: "NHG-Entwurf bietet Universitäten neue
Gestaltungschancen"

Presseinformation
Hannover, 11.1.2001
mb/3/01


Auf dem alljährlichen Neujahrsempfang am 12. Januar 2001 zeigt Universitätspräsident Prof. Dr. Ludwig Schätzl, wohin die Universität Hannover steuert: "Die Leitideen und Ziele der vergangenen Jahre wurden konsequent umgesetzt, und der neue NHG Entwurf bietet den Universitäten neue Gestaltungschancen", erklärt Schätzl vor mehr als 800 Gästen.

Stabile Finanzierungssicherheit

Mit dem Land Niedersachsen wurde im Jahr 2000 erneut ein Inno-vationsbündnis geschlossen, das die Finanzierung aller Hochschu-len des Landes bis zum Jahre 2003 auf gleichem Niveau sichert. "Angesichts leerer öffentlicher Kassen ist das ein großer Erfolg. Es zeigt uns, dass Hochschulausbildung und Forschung in Niedersachsen wichtig genommen werden" erklärt Schätzl diese erste Säule in seiner Hochschulentwicklungsplanung. Im Gegenzug muss die Universität Hannover intern umstrukturieren, d.h. innovative Bereiche mit vorhandenen Mittel stärken. Ziel ist der Aufbau international wettbewerbsfähiger Schwerpunkte. Neben dem vertraglich gesicherten Landeszuschuss in Höhe von 300 Millionen Mark gelang es der Universität Hannover unter Wettbewerbsbedingungen 100 Millionen Mark Drittmittel einzuwerben.


Erhaltung aller großen Wissenschaftsbereiche an der
Universität Hannover

Das Leitbild der Universität Hannover ist weder eine Universität mit allen "Orchideenfächern", noch eine Universität, die sich auf Ingenieur- und Naturwissenschaften verengt. Nur mit einem breiten Fä-cherspektrum kann die Universität ihren Bildungs- und Ausbildungs-, Forschungs- und Dienstleistungsfunktionen für die gesamte Region nachkommen. Daher war es im vergangenen Jahr und wird auch in Zukunft das erklärte Ziel der Universität Hannover sein, alle großen Wissenschaftsbereiche an der Hochschule zu erhalten. "Wir freuen uns beispielsweise sehr darüber, die empfohlene Verlagerung des Fachbereichs Gartenbau abgewendet zu haben", sagt Schätzl. Der Fachbereich Gartenbau bleibt mit neuem Schwerpunkt auf dem Gebiet Bioproduktion und Biotechnologie erhalten.

Schwerpunktbildung

Die Universität Hannover hat im vergangenen Jahr besonders die Bildung von "Center of Excellence" gefördert, eine Strukturpolitik, die auch 2001 weitergeführt wird:

Dem Schwerpunkt Educational Technology ist es gelungen, mit dem "Learning Lab Lower Saxony" ein neues und zukunftswei-sendes Projekt einzurichten. In Kooperation mit der TU Braunschweig und der HBK Braunschweig werden ab Frühjahr dieses Jahres in den deutschen Pavillon auf dem ehemaligen Expogelände neue multimediale Lernformen entwickelt. Dieses Projekt hat nicht nur eine interdisziplinäre, sondern auch eine internationale Dimension: In einem internationalen Netzwerk arbeitet das "Learning Lab Lower Saxony" unter anderem mit der Stanford University in den USA und drei schwedischen Universitäten zusammen. Für die ersten sechs Jahre beträgt das Fördervolumen für den niedersächsischen Verbund 22 Millionen Mark.

Schwerpunktbildung findet an der Universität Hannover nicht isoliert statt, sondern auch interdisziplinär in nationalen und internationalen Verbünden: Der beantragte Sonderforschungsbereich im Bereich der Biomedizintechnik wird beispielsweise gemeinsam von der Universität Hannover, der Medizinischen Hochschule und der Tierärztlichen Hochschule getragen.

Der Schwerpunkt Nanoelektronik hat sich zu einem neuen Zentrum in Quanten- und Mesostrukturengineering, an dem 18 Wissen-schaftlerteams arbeiten, weiterentwickelt - ein Forschungsbereich von hoher Relevanz für die Grundlagenforschung und die angewandte Forschung.

"Außerdem haben wir berechtigte Hoffnung, das es uns gelingen wird, ein Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) an der Universität Hannover anzusiedeln", erklärt Schätzl.


Interdisziplinäre und hochschulübergreifende Kooperation in Forschung und Lehre

Interdisziplinäre und hochschulübergreifende Kooperationen bün-deln dezentrale Kräfte, mit dem Ziel, in Zukunft neue Stärken in Lehre und Forschung zu entwickeln. Gemeinsam mit der TU Braun-schweig und der TU Clausthal hat die Universität Hannover deshalb ein Consortium Technicum gegründet, das die Berufspolitik abstimmt und gemeinsame Projekte plant. Gleiches gilt für interdisziplinäre Studiengänge wie den zum Wintersemester neu eingeführten Wirtschaftsingenieur - hier arbeiten die Fachbereiche Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaften eng zusammen.


Kontinuierliche Verbesserung von Lehre und Forschung

Die fünfte Säule der Hochschulentwicklung war im Jahr 2000 und wird auch weiterhin die kontinuierliche Verbesserung von Lehre und Forschung sein. Dazu zählen neue Studiengänge wie Wirtschaftsingenieur und Angewandte Informatik ebenso wie die inzwischen 13 Studiengänge an der Universität Hannover, die mit Bachelor oder Master abgeschlossen werden können. Die Studierenden haben ihre Reaktion auf diese Verbesserung gezeigt: Im Wintersemester haben sich sechs Prozent mehr Erstsemester eingeschrieben als im Vorjahr, vor allem die neuen Studiengänge sind auf großes Interesse gestoßen. Auch der Anteil der ausländischen Studierenden liegt mit etwa elf Prozent etwas über dem Bundes-durchschnitt. "Auch wenn sich die neuen Abschlüsse in Deutsch-land erst noch durchsetzen müssen, bieten sie doch ausländischen Studierenden einen Abschluss, der auch international anerkannt und kompatibel ist", erläutert Schätzl. Zu einer Verbesserung der Lehre zählt auch die Einrichtung von Studiendekanen, die als Ansprechpartner für die Studierenden in den einzelnen Fächer durch Prüfungsordnungen und bei Fragen zum Studium helfen. Neu an der Universität Hannover sind in diesem Jahr auch 25 Professoren und Professorinnen, die von Professor Schätzl auf dem Neujahrsempfang vorgestellt werden. "Wir sind besonders stolz darauf, dass wir bei diesem Generationswechsel auf 20 Prozent der Stellen hochqualifizierte Frauen berufen konnten", erklärt Schätzl.

Entwurf des Niedersächsischen Hochschulgesetzes (NHG)

"Der neue NHG-Entwurf bietet den Universitäten neue Gestal-tungschancen", erklärt Schätzl seine Einschätzung.

Der Entwurf enthält einige Elemente, die die Leistungsfähigkeit von Universitäten besonders im Hinblick auf Lehre und Forschung steigern kann. Dazu gehören beispielsweise die Zielvereinbarungen mit dem Ministerium statt Erlasse und Verordnungen sowie die Straffung von Entscheidungsabläufen, durch die die Hochschule schneller reagieren kann.

Neu ist eine "output-Kontrolle" von Lehre und Forschung, d.h. eine Evaluation dessen, was geleistet wurde. Diese Prozesse haben schon lange vor dem neuen NHG begonnen - bereits seit zwei Jahren evaluiert die wissenschaftliche Kommission der Landesregierung durch externe Gutachter die Forschung an allen Universitäten Niedersachsens. Bei der Evaluation der Lehre werden auch die Studierenden aktiv. "Wir verstehen dies als qualitätssichernde Maßnahme und freuen uns über die stärkere Einbindung der Stu-dierenden", erklärt Schätzl.

Hinweis an die Redaktion

Der Neujahrsempfang beginnt am 12.Januar 2001 um 19.00 Uhr im Lichthof des Hauptgebäudes der Universität. Medienvertreter sind dazu herzlich eingeladen.
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