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Nicht nur leise: Uni Greifswald gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus auch konzertant

11.01.2001 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Seit der letzte Bundespräsident Roman Herzog einführte und bat, an jedem 27. Januar der Öffnung, Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zu gedenken, veranstaltet die Greifswalder Universität sehr wohlüberlegte Diskussionen, die um dieses gleichermaßen traurige wie endlich gute Ereignis kreisen.

Um nicht nur im Uni-Saft zu kochen, um mehr Menschen aus der Stadt an die Erinnerung an die Greuel von damals, die niemanden wirklich je loslassen kann, zu binden, haben sich die Hansestadt Greifswald, die Domgemeinde Greifswald und die Universität zusammengetan und gedenken nun nicht nur am 27. Januar, sondern auch am 26. Januar, am 29. und 30. Januar und schließlich auch am 4. Februar 2001.

Es beginnt am 26. Januar um 19 Uhr in der Universitätsaula mit einem Vortrag des Münsteraner Professors Richard Toellner, der über "Menschenverachtung in der wissenschaftlichen Erblehre des Nationalsozialismus" und damit viel über den KZ-Arzt Mengele und den "Forscher" Frhrn v. Verschuer spricht.

Diesem Vortrag schließt sich im Dom St. Nicolai um 20.30 Uhr ein Psalmenkonzert zum Andenken an den 9. November 1938, die sogenannte "Reichspogromnacht", an: Musik von Karl Scharnweber, Text von Eckart Reinmuth.

Am eigentlichen 27. Januar, einem Sonnabend, hält die Universität im Hörsaal des Anatomieinstituts, Loeffler-Str. 23c, ein Forum ab zu "Menschenzüchtung - Menschenverachtung"; die Diskussion der Gelehrten Richard Toellner, Benno Müller-Hill und Hans-Walter Schmuhl moderiert unser Medizingeschichteprofessor Heinz-Peter Schmiedebach. 10 Uhr bis ca. 12 Uhr.

Am 29. Januar gibt es um 20 Uhr in der katholischen Kirche St. Joseph in der Rubenowstraße einen Liederabend mit Stücken von Jochen Modeß, Samuel Barber und Johannes Brahms; den Bariton Johannes Happel begleitet Jochen A. Modeß auf der Orgel.

Im Dom St. Nicolai erklingt am 31. Januar um 20 Uhr "Synagogalmusik" mit dem Berliner Kantor Isaac Shaffer, der Organistin Regina Yantian und dem Kammerchor des Greifswalder Kirchenmusikinstituts.

Und schließlich hat das Uni-Sinfonieorchester sein Winterkonzert in diese Gedenkreihe gestellt: am 4. Februar spielt es um 11.30 Uhr Les Préludes von Franz Liszt, "Ein Überlebender von Warschau" von Arnold Schönberg (wobei wieder Johannes Happel, als Sprecher, auftritt) und die hier selten gehörte fünfte Sinfonie von Ludwig van Beethoven, seine Schicksalssinfonie.

Achten Sie auf die Plakate mit dem vereisten Stacheldraht: herzliche Einladung zu allen Veranstaltungen!
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