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Betriebsräte und Qualifizierung

12.01.2001 - (idw) ISO Institut zur Erforschung sozialer Chancen Köln

Komplexe betriebliche Rationalisierungs- und Reorganisationsprozesse stellen hohe Anforderungen an Betriebsräte: um an deren Gestaltung mitwirken zu können, müssen sie ihre internen Arbeitsstrukturen grundlegend verändern und sich eine Vielzahl von Kompetenzen aneignen. Ein Werkstattbericht des ISO zeigt, wie schwer sich die Betriebsräte mit dem Spagat zwischen aktivem "Co-Management" und "kämpferischer Gegenmacht" tun. Die Forderung nach einer systematischen Beteiligungsstrategie der Betriebsräte ist schnell gestellt, sie zu operationalisieren, ist die eigentliche Kunst.

Wenn hunderte von Millionen an Kosten eingespart werden sollen, geht das nicht ohne umfassende Veränderungen der Arbeitsstrukturen vor Ort, an denen die Betriebsräte beteiligt werden. In dem Prozess, den die Betriebsräte von Seiten des Managements als Schwanken zwischen "partnerschaftlicher Welle" und "Knüppel schwingen" erleben, sehen sie sich vor Aufgaben gestellt, für die sie nie qualifiziert wurden und die sich mit Nein-Sagen nicht bewältigen lassen. In ihrem Bericht "Akteure des Wandels" über die Arbeit der Betriebsräte eines Automobilwerkes des DaimlerChrysler-Konzerns verfolgen Joke Frerichs und Wolfgang Pohl die Veränderung der betriebsratsinternen Arbeitsteilung über mehrere Jahre. Es wird ein komplexes Geflecht an Konfliktlinien deutlich, das auch in den eigenen Reihen erhebliche Irritationen hervorruft. In ausführlichen Interviewpassagen kommen neben Betriebsräten und Vertrauensleuten auch die Managementvertreter zu Wort.

Wollen Betriebsräte auf Dauer erfolgreich sein, müssen sie einen strategischen und kulturellen Kurswechsel vornehmen: Sie sollten versuchen, durch geeignete Kommunikations- und Beteiligungsformen das Erfahrungswissen der Beschäftigten für die Formulierung interessenpolitischer Ziele einzubeziehen. Der Bericht zeigt an vielen Beispielen auf, wie schwierig dieser Prozess im betrieblichen Alltag zu realisieren ist. Darüber hinaus werden jedoch auch immer wieder Ansatzpunkte für erfolgversprechende Lernprozesse dargestellt, so dass insgesamt ein differenziertes Gesamtspektrum interessenpolitischer Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt wird.

Stichworte zum Bericht:
Betriebsräte
Kompetenzentwicklung
Partizipation
Qualifizierung
Rationalisierung

Joke Frerichs und Wolfgang Pohl (unter Mitarbeit von Vera Wilwertz): Akteure des Wandels. Handlungs- und Lernanforderungen an betriebliche Interessenvertretungen in Reorganisationsprozessen - Werkstattbericht -, Berichte des ISO, 61, Köln, 2000, ISBN 3-934404-16-2, 203 Seiten, Schutzgebühr DM 10,-
Zu beziehen beim Versand des ISO Institut zur Erforschung sozialer Chancen, Kuenstr. 1 B, 50733 Köln, 0221 / 97 30 43 - 0, publikationen@iso-koeln.de

Kontakt:
Dr. Joke Frerichs: 0221 / 97 30 43 32, joke.frerichs@iso-koeln.de
Wolfgang Pohl: 0221 / 97 30 43 28, wolfgang.pohl@iso-koeln.de
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