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200 Jahre europäische Siedlung in Australien

16.01.2001 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Eine Ausstellung in der Paulinerkirche

Aus Anlass der 100-Jahrfeier der australischen Staatsgründung präsentiert die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen vom 21. Januar bis 13. Mai 2001 in der Paulinerkirche (Papendiek 14) die Ausstellung: "200 Jahre europäische Siedlung in Australien". Öffnungszeiten: Di. - So.: 10:00 - 17:30 Uhr.

Die Ausstellung wird am Sonntag, dem 21. Januar 2001, um 11:00 Uhr mit einem Vortrag von Prof. Dr. Horst Prießnitz zum Thema: "Warum Australien? Die literarische Terranglia als globales System" in der Paulinerkirche eröffnet. Das Jubiläum der Australischen Verfassung ist ein willkommener Anlass, zu Anfang des Jahres 2001 aus der Frühphase des wichtigen Sammelschwerpunkts Australien eine Auswahl von wichtigen und optisch reizvollen Exponaten aus den Sammlungen der Universitätsbibliothek auszustellen. Abgedeckt werden etwa die ersten 30 Jahre der Geschichte von europäischer Siedlung, Erforschung und Naturbeschreibung Australiens, ergänzt durch großartige Tierdarstellungen John Goulds aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Im Januar 1788 landete eine englische Flotte mit über 700 Sträflingen an Bord in der australischen Bucht Port Jackson, in der Gegend des heutigen Sydney, um hier eine neue Kolonie zu gründen. Am 1. Januar 1901 traten dann die verschiedenen ehemaligen Sträflings- und Siedlerkolonien Australiens als ein föderativ organisierter Staat dem British Empire bei. Diese Verfassung einer parlamentarischen Monarchie von 1901 ist weitestgehend heute noch gültig. Das Commonwealth of Australia ist Teil des Commonwealth of Nations mit der Queen als nominellem Staatsoberhaupt.

Das erste europäische Siedlungsunternehmen in Australien wurde an der Göttinger Universität, nicht zuletzt wegen der Englisch-Hannoverschen Personalunion, bereits im 18. Jahrhundert mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und die damalige Königliche Universitätsbibliothek zu Göttingen konnte die nach dem Jahr 1788 in rascher Folge erscheinende umfangreiche Literatur über Australien zügig und nahezu vollständig erwerben. Die gelehrte Welt Mitteleuropas wurde auf diese Neuerscheinungen sehr schnell von sachkundiger Seite in den Göttingischen Gelehrten Anzeigen aufmerksam gemacht. Australien rückte in das Gesichtsfeld Europas und seiner Gelehrten - ein wissenschaftlicher Prozess, den es sich auch heute noch zu verfolgen lohnt.

Über die Bereitstellung der gedruckten Primärquellen durch die Bibliothek hinaus, war auch die Göttinger Universität an diesem Vermittlungsprozess beteiligt, wie eine Anzahl von Drucken und einige Briefe und Dokumente aus dem Bestand der Handschriftensammlung der Bibliothek zeigen. Genannt seien in diesem Zusammenhang: der Kulturhistoriker Christoph Meiners (1747 - 1810) der den ersten aus Australien nach London geschickten Bericht sofort ins Deutsche übersetzte, der Mediziner und Naturwissenschaftler Johann Friedrich Blumenbach (1752 - 1840), der sich durch seine guten Beziehungen nach London den Balg eines Schnabeltiers und später sogar ein lebendes Känguruh als Anschauungsmaterial zu beschaffen wusste, und schließlich der Weltumsegler, Naturkundler, Literat, Übersetzer, Bibliothekar und Revolutionär Georg Forster (1754 - 1794), der die Mehrzahl der frühen Australiaca rezensierte.

Auch später hat die Bibliothek, soweit es die finanziellen Möglichkeiten erlaubten, die wissenschaftliche Literatur über Australien möglichst umfassend erworben, darunter auch die großformatigen, bestechend schönen Abbildungswerke zur Vogel- und Tierwelt Australiens, die der englische Ornithologe John Gould (1804 - 1881) im 19. Jahrhundert in kleiner Auflage im Selbstverlag herausbrachte. Heute gehören die Geschichte, Geographie, Literatur, Verwaltung und Verfassung Australiens zu den mit finanziellen Zuschüssen der Deutschen Forschungsgemeinschaft besonders geförderten Sondersammelgebieten der Bibliothek.


Kostenlose Führungen: Samstags 15:00 Uhr, Sonderführungen nach Absprache


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Weitere Informationen: Dr. Inka Tappenbeck, Tel: 0551 / 39-2456,
E-Mail: tappenbeck@mail.sub.uni-goettingen.de
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