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"Best Practice-Preis 2001" für die TU Darmstadt

07.02.2001 - (idw) Technische Universität Darmstadt

Zwölf Universitäten haben sich um den - vom Centrum für Hochcshulentwicklung (CHE) ausgeschriebenen - "Best Practice-Preis 2001" beworben. Heute gibt das CHE die Entscheidung der fünfköpfigen Gutachterkommission bekannt: Die TU Darmstadt erhält den Preis als "reformfreudigste Uni" des Jahres.


TU Darmstadt: Verwaltungsgebäude und Audimax Sperrfrist: 7.2.2001, 15.00 Uhr

5/2/2001

"Best Practice-Preis 2001" für die TU Darmstadt
12 Unis bewarben sich um die Auszeichnung des CHE
Im Wettbewerb um den vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) jährlich ausgeschriebenen "best practice-Preis" für das Jahr 2001 hat sich die Technische Universität Darmstadt gegen elf Mitbewerber - darunter TU Berlin, Universität Dortmund, TU Dresden sowie die Universitäten Hamburg, Mainz, München und Mannheim - durchgesetzt. Die fünfköpfige Gutachterkommission unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Hans N. Weiler sprach der TU Darmstadt für ihr überzeugendes Reformkonzept und die geleistete Arbeit den Preis im Bereich der Universitäten zu; bei den Fachhochschulen wurde die FHTW Berlin mit dem best practice-Preis 2001 ausgezeichnet. Das Magazin STERN widmet den beiden Preisträgern in seiner Ausgabe vom 8. Februar 2001 ein ausführliches Porträt.
An der Ausschreibung des best practice-Preises können sich alle deutschen Hochschulen beteiligen. Vergeben werden soll der Preis, so die Intention des CHE, für umfassende und vorbildhafte Reformprozesse in allen Bereichen der Hochschule. Entscheidend ist dabei, dass den Reformen eine Gesamtstrategie zugrunde liegt, in die verschiedene Teilprozesse konsistent eingebettet sind.
Dies sei der TU Darmstadt, so das Urteil der Gutachterkommission, "auf hervorragende Weise gelungen." Besonders beeindruckend sei die "Fülle origineller Reformansätze und -projekte in allen Bereichen des universitären Lebens, die sie vorantreibt und verwirklicht, ohne dabei den Blick auf das Ganze zu verlieren."
Mit der Verabschiedung ihrer Grundordnung, die bewährte Elemente der Mitbestimmung mit einer Stärkung der Leitungskompetenzen auf zentraler und dezentraler Ebene verbindet, hat die TU Darmstadt ihre Autonomiefähigkeit ebenso unter Beweis gestellt wie mit der Verabschiedung des Hochschulentwicklungsplans für einen Zeitraum von sechs Jahren und mit der grundsätzlichen Einigung auf ein leistungs- und bedarfsorientiertes Verteilungsmodell für Personal- und Sachmittel. Die Grundordnung sieht einen Hochschulrat vor, der externen Sachverstand in die Diskussions- und Entscheidungsprozesse einbringt. Seine acht Mitglieder werden je zur Hälfte von der TU Darmstadt und vom Hessischen Wissenschaftsministerium benannt.
Hochschulautonomie setzt nicht nur Handlungsspielräume im Haushaltsbereich voraus, sondern erfordert zwingend den verantwortlichen Umgang mit den finanziellen Ressourcen und die entsprechende Rechenschaftslegung gegenüber Politik und Gesellschaft. Die TU Darmstadt hat hier mit dem Modellversuch "Globalhaushalt" in den Jahren 1993 bis 1996 Pionierarbeit geleistet, deren Ergebnisse sie nun in die landesweit vorgesehene und im Hochschulbereich bereits gestartete Einführung des Programmhaushalts einbringt. Auf der Grundlage der kaufmännischen Buchführung geht es hier um den Aufbau eines ergebnisorientierten Budgetsystems, das eine hochschulspezifische Kosten- und Leistungsrechnung umfasst.
Das Profil der TU Darmstadt ist schwerpunktmäßig technisch-naturwissenschaftlich geprägt, doch ist das hohe Niveau in Lehre und Forschung maßgeblich durch das interdisziplinäre Zusammenwirken von Ingenieur-, Natur- und Geisteswissenschaften begründet. In institutionalisierter Form wirken diese Disziplinen insbesondere im Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung (ZIT) zusammen, das bereits 1987 seine Arbeit an der TUD aufnahm.
Im Bereich der Qualitätssicherung und -verbesserung hat die TU Darmstadt verschiedene Verfahren entwickelt, die sie seit mehreren Jahren effizient, ergebnisorientiert und ohne großen bürokratischen Aufwand anwendet. Hochschulintern erstellen alle Fachbereiche in zweijährigem Turnus ihren Studienbericht, der im zentralen Gremium diskutiert und mit Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre verabschiedet wird.
Hochschulübergreifend werden im Rahmen des 1999 gegründeten Evaluationsverbunds mit den Universitäten Kaiserslautern und Karlsruhe unter der Moderation der ETH Zürich vergleichende Fach-Evaluationen an den drei deutschen Hochschulen vorgenommen. Sie verbinden interne Elemente der Selbstevaluation mit externer Begutachtung durch Experten und zielen auf Qualitätsverbesserungen durch wechselseitiges Voneinander-Lernen.
Überzeugend ist die Arbeit der TU Darmstadt nach Ansicht der Gutachterkommission auch im Bereich der Internationalität und der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Der Anteil ausländischer Studierender liegt an der TUD mit 15 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von neun Prozent. Doppeldiplomabkommen mit europäischen Partneruniversitäten bieten den Absolventen hervorragende Berufs-chancen auf dem internationalen Arbeitsmarkt, und in vielen Fachbereichen werden innovative Studiengänge mit international anerkannten Abschlüssen (Bachelor, Master) entwickelt und eingeführt.
Innovative Wege geht die TU Darmstadt zudem im Bereich der Frauenförderung, wo es darum geht, mehr Frauen für natur- und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge zu gewinnen und über die wissenschaftliche Qualifikationsphase zu fördern. Im Modellprojekt "Ingenieur- und Naturwissenschaften für Frauen" werden Schülerinnen gezielt über die entsprechenden Studiengänge an der TUD informiert und für ein solches Studium motiviert. Persönliche wie fachliche Unterstützung im Studium sowie beim Übergang in den Beruf erhalten die Studentinnen durch das an der TU Darmstadt entwickelte, inzwischen hessenweit agierende Projekt "MentorinnenNetzwerk", in dem berufserfahrene Frauen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung den Studentinnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Nachhaltige Impulse erhielt die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft in Darmstadt durch die Einrichtung des Technologie- und Innovationszentrums (TIZ), an der die TUD großen Anteil hatte. Neue Formen der Public-Private-Partnership werden derzeit zum Beispiel im Fachbereich Chemie erprobt, wo im Sommer 2000 gemeinsam mit der Henkel KgaA die Firma SusTech gegründet wurde, die die rasche Umsetzung von Forschungsergebnissen in die industrielle Praxis zum Ziel hat.

S.G.7.2.2001

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