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Deutsche Krebshilfe fördert Untersuchungen zu Prostatakrebs

08.02.2001 - (idw) Universität des Saarlandes

Neues Projekt an der Saar-Uni

Die Molekularbiologin Dr. Claudia Götz erforscht die Entstehung von Prostatakrebs - Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit 283.200 Mark für zwei Jahre

Viele ältere Männer leiden an Krebsgeschwüren der Vorsteherdrüse (Prostata). Auslöser für die Zell-Wucherungen sind meistens männliche Hormone, wie Testosteron. Im gutartigen Stadium kann man das Wachstum der Geschwüre noch mit Hormonpräparaten in den Griff bekommen, die den männlichen Hormonen entgegenwirken. Ernsthaft und sogar lebensbedrohlich wird die Situation jedoch, wenn eine gutartige Wucherung in einen bösartigen Tumor umschlägt, der nicht mehr mit Hormonen behandelt werden kann. "Die hormonresistente Form ist in ihrem individuellen Verlauf noch nicht vorhersehbar", so Dr. Claudia Götz von der Medizinischen Biochemie und Molekularbiologie der Saar-Uni.

Dr. Götz und ihre Arbeitsgruppe haben sich nun zum Ziel gesetzt, die Vorgänge in den Zellen bei der Entstehung des Prostatakrebses auf molekularer Ebene zu untersuchen. Von der Deutschen Krebshilfe wird ihr Projekt "Die Proteinkinase CK2 beim Prostatakarzinom: Ihre Rolle bei der Tumorprogression (Wachstum) und bei der Apoptose (kontrollierte Vernichtung)" mit einer Summe von 283.200 Mark für zunächst zwei Jahre gefördert.
Der Schlüssel zum Fortschritt in der Krebsforschung scheint ein kleines Eiweißmolekül zu sein, das Enzym Proteinkinase CK2. Dieses Enzym wirkt wie eine Art Katalysator im Stoffwechselprozess der Prostatazellen. "Die Proteinkinase scheint mitverantwortlich für die Auslösung oder Aufrechterhaltung von Wachstumsprozessen zu sein, sozusagen als kleines Rädchen im großen Getriebe", erklärt Dr. Götz. Es kann also scheinbar Vorgänge im Zellinnern steuern und somit Zellwachstum oder Zelltod beeinflussen. Die Wissenschaftlerin erforscht nun an menschlichen Prostatazellen die Rolle dieses Enzyms bei der Entstehung von Krebs. Die neuen Erkenntnisse sollen genutzt werden, um Beeinflussungsmöglichkeiten der Tumoren zu entwickeln - damit ist ein erster kleiner Schritt auf dem Weg zu neuen Medikamenten getan.


Weitere Fragen beantwortet Ihnen gerne Frau Dr. Götz, Medizinische Biochemie und Molekularbiologie, Uni-Kliniken Homburg: Tel. 06841-16-6502, Fax 06841-16-6027, e-mail: bccgoe@med-rz.uni-sb.de
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