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Gegenwart und Zukunft des Japanischen Yen

08.02.2001 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Dass der Japanische Yen in Ostasien nicht als Referenzwährung verwendet wird, behindert seinen Erfolg als internationale Währung. Das hat der Bochumer Wirtschaftswissenschaftler Dr. Jens Strube in seiner kürzlich prämierten Dissertation "Der Japanische Yen als internationale Währung - Voraussetzungen, funktionale Interdependenzen und Motive der Währungswahl" herausgefunden.

Bochum, 08.02.2001
Nr. 41

Haupt- oder Nebenrolle im Weltwährungssystem
Gegenwart und Zukunft des Japanischen Yen
Auswirkungen von Euro und Finanzkrise


Dass der Japanische Yen in Ostasien nicht als Referenzwährung verwendet wird, behindert seinen Erfolg als internationale Währung. Das hat Dr. Jens Strube in seiner Dissertation "Der Japanische Yen als internationale Währung - Voraussetzungen, funktionale Interdependenzen und Motive der Währungswahl" herausgefunden. Er analysiert die Rolle des Yen in der heutigen Weltwirtschaft und wagt einen Blick in die Zukunft: Obwohl Währungspolitik und Finanzsystem in Japan notwendigen Verbesserungsmaßnahmen unterzogen werden, bleiben dennoch Hindernisse, die einer raschen Internationalisierung und der Entwicklung eines tripolaren Weltwährungssystems im Wege stehen. Für seine Arbeit ist Dr. Jens Strube mit dem mit 2000 DM dotierten Preis an Studierende der National-Bank AG Essen ausgezeichnet worden.

In Zukunft zwei oder drei Hauptwährungen

Durch die Entwicklung der D-Mark zur zweitwichtigsten Anlagewährung und besonders durch die Einführung des Euro ist die Diskussion um die Erfolgsbedingungen für die internationale Bedeutung einer Währung wieder aufgelebt. Besonders vor dem Hintergrund der japanischen Finanzkrise der 90er Jahre fragt sich, wie ein zukünftiges Weltwährungssystem aussehen könnte: Wird der Yen eine untergeordnete Rolle in einem von Dollar und Euro bestimmten bipolaren System spielen, oder wird es gelingen, ihn als dritten Pol ins Spiel zu bringen?

Voraussetzungen, Kosten und Nutzen

Dr. Jens Strube berücksichtigt in seiner Arbeit eine ganze Reihe an möglichen Einflussfaktoren, denen die Entwicklung des Yen unterworfen ist. Nach einer Einordnung mit Hilfe theoretischer und methodischer Ansätze analysiert er die Voraussetzungen für die Internationalisierung der japanischen Währung. Außerdem beleuchtet er Kosten und Nutzen dieses Prozesses. Ein Blick auf die derzeitige Situation der ostasiatischen Wirtschaft stellt die Rolle Japans und seiner Währung heraus und legt Zusammenhänge zwischen der Rolle des Yen in Asien und der Weltwirtschaft offen. Da der Yen in Asien bis zum Ausbruch der Währungskrise z. B. nicht als Referenzwährung diente - man orientierte sich eher am US-Dollar - sind auch seine anderen Währungsfunktionen beeinträchtigt, was die bisher zögerliche Internationalisierung des Yen erklärt.

Ein guter Anfang aber nicht genug

Auch zum zukünftigen Internationalisierungspotenzial der japanischen Währung wagt Dr. Jens Strube eine Einschätzung: Zwar tragen die stabilitätsorientierte Währungspolitik Japans und die Gestaltung eines effizienteren Finanzsystems zu seinen Chancen auf dem internationalen Markt bei, ausreichend sind diese Maßnahmen allerdings nicht. Voraussichtlich werden eine fortdauernde Wechselkursinstabilität zwischen dem Yen und anderen ostasiatischen Währungen und Defizite in den außerökonomischen und realwirtschaftlichen Voraussetzungen Japans eine Internationalisierung auch weiterhin erschweren.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Wim Kösters, Lehrstuhl für Theoretische Volkswirtschaftslehre 1, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22884, Fax: 0234/32-14-258, Email: jens.strube@schwaben.de

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