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Unternehmensgründung und Unternehmensnachfolge - neuer Stiftungslehrstuhl an der FernUniversität

09.02.2001 - (idw) FernUniversität in Hagen

Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass der erste Stiftungslehrstuhl der FernUniversität Hagen besetzt wurde. Die damals geäußerte Hoffnung, das Beispiel möge Schule machen, hat sich schon jetzt erfüllt: Mit Prof. Dr. Thomas Hering hielt am Donnerstag (8. Februar 2001) der Inhaber des zweiten Stiftungslehrstuhls der FernUniversität seine Antrittsvorlesung. Mit einem "herzlichen Dank für das großartige Engagement" wandte sich der Rektor der Hochschule, Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer, an die Stifter des Sparkassen-Stiftungslehrstuhls für Unternehmensgründung und Unternehmensnach-folge, an Klaus Hacker, den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Hagen, und an Dr. Klaus Wienberg, den Geschäftsführer des Westfälisch-Lippischen Sparkassen- und Giroverbandes. Sie haben dazu beigetragen, dass dieses hochaktuelle Lehrgebiet künftig auch an der FernUniversität vertreten sein wird. Sowohl ihr persönliches als auch ihr institutionelles Engagement zum Wohle der FernUniversität möge noch viele Nachahmer finden, wünschte sich Hoyer.

Der Rektor unterstrich, dass der stark überlastete Fachbereich Wirtschaftswissenschaft mit nunmehr der dritten zusätzlichen Professorenstelle einen weiteren wichtigen Schritt zur Normalisierung des Lehrbetriebs erfahren habe. Hoyer würdigte die dauerhafte Absicherung der Stellen durch Umverteilung als einen anerkennenswerten Akt der Solidarität von Seiten der ganzen Hochschule.

Nur wenigen Dekanen deutscher Universitäten sei es vergönnt, in ihrer vergleichsweise kurzen Amtszeit gleich zweimal an der Etablierung eines Stiftungslehrstuhls mitzuwirken, freute sich Prof. Dr. Michael Bitz in seiner Begrüßung. Auch der Dank des Dekans galt den Stiftern, die gemeinsam für fünf Jahre die Finanzierung der Professorenstelle selbst sowie eines Teiles der Lehrstuhlausstattung übernommen haben. Und er galt dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der - wie schon beim letzten Mal - die Stiftung auf den Weg gebracht und mit rund 10 Prozent zusätzlicher Mittel den Etat für die Ausstattung des Lehrstuhls aufgestockt hat. Die dauerhafte Wahrung der Unabhängigkeit von Forschung und Lehre erfordere bei der Besetzung von Stiftungslehrstühlen aus der Wirtschaft eine besondere Hygiene, betonte der Dekan. Er dankte Hacker in diesem Zusammenhang ausdrücklich für den konstruktiven Dialog in diesem Verfahren und die ausgesprochen faire Kooperation.

Bitz unterstrich, dass Fragen der Unternehmensgründung bis vor wenigen Jahren weder in der Bezeichnung betriebswirtschaftlicher Lehrstühle noch im Vorlesungsverzeichnis aufgetaucht seien. Inhaltlich sei das Thema durchaus behandelt worden. So sei es nun Aufgabe des neuen Lehrstuhlinhabers, in der Lehre vorhandene Beiträge aus dem Bereich Unternehmens-gründung unter einem neuen Aspekt zu bündeln und zu ergänzen.

Klaus Hacker zeigte, dass das Engagement der Sparkasse getragen wird von einem modernen Verständnis von Public Private Partnership, deren Ziel die Bündelung und Nutzung der unterschiedlichen Kompetenzen und Kräfte beider Partner sei. So bekomme Wissenschaftsförderung neben der gesellschaftspolitischen auch durch positive Effekte für das Unternehmen eine wettbewerbspolitische Bedeutung. Die Sparkassen, so der Hagener Vorstandsvorsitzende, seien traditionell dem Mittelstand verbunden. Diese Professur weise in diesem Punkt durchaus Potential auf: Erstens stünden allein in Nordrhein-Westfalen in den nächsten Jahren über 75.000 Unternehmen vor dem Nachfolgeproblem. Zweitens erhielten junge Unternehmer durch das theoretische Studium von Krisen das Rüstzeug, um später in der Praxis besser reagieren zu können. Drittens erhofft sich Hacker als Ergebnis an den Problemen mittelständischer Unternehmen orientierter Forschung praktische Weiter-bildungsangebote und einen Wissenstransfer, von dem der Mittelstand profitieren könne.

Dr. Klaus Wienberg registrierte eine deutliche Verbessung des Gründerklimas in Deutschland. Der Geschäftsführer des Westfälisch-Lippischen Sparkassen- und Girover-bandes in Münster unterstrich, dass den Sparkassen traditionell die potenziellen Gründer kleiner und mittlerer Unternehmen besonders am Herzen lägen und die Sparkassen sie mit Beratung und Finanzierung unterstützten. Wienberg: "Die westfälisch-lippischen Sparkassen vermittelten im vergangenen Jahr mehr als 4.500 Anträge auf öffentliche Existenz-gründungsförderung mit einem Volumen von 716 Millionen Mark. Inzwischen wird jede zweite öffentlich geförderte Existenzgründung von einer Sparkasse begleitet!" Weil zur Firmengründung aber mehr gehöre als eine brillante Idee und eine www.Adresse, unterstütze der Verband insgesamt drei Gründungslehrstühle aus der Überzeugung, dass "unser Kapital die Studierenden sind, die an diese Universitäten kommen, um sich das Rüstzeug für Ihre Zukunft zu erarbeiten."

Prof. Dr. Manfred Erhardt, der Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, bedauerte es, dass er nicht persönlich gratulieren konnte, verband sein Grußwort jedoch mit den besten Wünschen für einen guten Start des neuen Lehrstuhlinhabers. Erhardt zeigte auf, dass in den 15 Jahren, seit der Stifterverband 1985 sein erstes Stiftungsprofessuren-Programm aufgelegt habe, insgesamt 136 Stiftungsprofessuren im Rahmen der Programme gefördert wurden. In den zehn Jahren davor seien gerade 20 Stiftungsprofessuren eingerichtet worden. "Also hat sich was getan in Deutschland", freut sich der Generalsekretär und dankte den Financiers.

Mit seinem Thema "Optimale Gründungsfinanzierung unter steuerlichen Restriktionen" gab anschließend Prof. Hering in seiner Antrittsvorlesung einen Einblick in die komplizierte Materie seines Faches und die Möglichkeiten, die der Lehrstuhl für Unternehmensgründung und Unternehmensnachfolge für die wirtschaftliche Praxis bietet.

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