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Spannender Dialog der Generationen - sfs-Forum extra in Dortmunder Hörfunkakademie

18.05.2001 - (idw) Universität Dortmund

Es gibt viele Diskussionen über Computer, künstliche Intelligenz, ihren Einfluss auf das menschliche Denken und unsere Gesellschaft. Die neuen Technologien im Informations- und Kommunikationsbereich haben nicht nur die Logistik umgewälzt, auch die Arbeit veränderte ihre Gestalt. Die IT-Experten Joseph Weizenbaum und Andy Müller-Maguhn nehmen in Dortmund Stellung zum zum Mythos "Computer".

Das Landesinstitut Sozialforschungsstelle Dortmund (sfs) lädt am 28.5.2001 von 15 bis 18 Uhr ein zur Teilnahme am Forum "Arbeit in der Informationsgesellschaft - Der Dialog der Generationen". Nach einer kurzen Einleitung von Frieder Otto Wolf (Berlin) enthüllen die IT-Experten Joseph Weizenbaum und Andy Müller-Maguhn den Mythos "Computer". Die Veranstaltung in der Deutschen Hörfunkakademie in Dortmund-Eving wird moderiert von Gerd Peter, Direktor der Sozialforschungsstelle. Die Diskussion leitet Thomas Herrmann vom Fachbereich Informatik der Universität Dortmund.

Prof. Weizenbaum (ehemals MIT, z.Zt. Berlin) war von 1947 an als Mathematiker am Entwurf und Bau von Computern der ersten Generation sowie an der Entwicklung von Computersprachen und -programmen (ELIZA) beteiligt. Er schrieb das zum Klassiker gewordene Buch "Computer Power and Human Reason" (1976) und setzt sich intensiv mit ethischen Fragen des Computereinsatzes und der Technikentwicklung auseinander. "Ich bin kein Computer-kritiker", bekräftigt er, "Computer können mit Kritik nichts anfangen. Ich bin Gesellschaftskritiker."

Der ebenfalls in Berlin lebende Journalist und Betreiber eines "Datenreisebüros" Andy Müller-Maguhn ist ein IT-Experte der etwas anderen Art. Für Europa wurde der Sprecher des Hamburger Chaos Computer Clubs in das Direktorium der weltweiten Internet-Regierung ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) gewählt: der Hacker wurde Direktor. Seitdem provoziert der ausgewiesene ICANN-Kritiker in Inter-views, stiftet Verwirrung durch seine "Regierungserklärung" in der FAZ.

Müller-Maguhn beschäftigt sich mit den Chancen und Risiken neuer Technologien und deren gesellschaftlichem Nutzwert. Der Verfechter eines freien und egalitären Internets versteht sich technisch bestens auf den Umgang mit komplizierten Netzwerken. Der ehemalige "Hacker" will die
Medienkompetenz der Menschen fördern, statt zur Zensur zu greifen.

Müller-Maguhn: "Das Internet ist aber nicht nur Infrastruktur für vielschichtiges gesellschaftliches und wirtschaftliches Treiben, sondern vor allem ein globaler Kulturraum, der auch weiterhin freien Austausch der Menschen ermöglichen sollte. Ein allzu großer Einfluss von kommerziellen oder regierungsseitigen Interessen wäre fatal."

Auf der Homepage der Sozialforschungsstelle unter www.sfs-dortmund.de gibt es weitere Informationen zum Forum "Arbeit in der Informationsgesellschaft".

Anmeldung und Informationen:
Sozialforschungsstelle Dortmund
Ingrid Goertz
Evinger Platz 17
44339 Dortmund
Telefon: 02 31/85 96 - 241
Telefax: 02 31 / 85 96 - 100
Email: goertz@sfs-dortmund.de
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