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Fortbildung zu Nierentransplantationen

05.06.2001 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Vier bis fünf Jahre wartet ein Dialysepatient heute durchschnittlich auf eine neue Niere. Einen Ausweg bietet zumindest für manche Patienten die Lebendspende-Nierentransplantation, die in Bonn schon seit 1998 angeboten wird. Auf einer Fortbildungsveranstaltung für niedergelassene Ärzte aus dem Bonner Raum stellt der Schwerpunkt Nephrologie des Universitätsklinikums Bonn aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Nierentransplantation vor. Zur Tagung am Samstag, dem 9. Juni 2001, im "Auditorium" des Kunstmuseums Bonn in der Friedrich-Ebert-Allee 2 sind auch Journalisten herzlich willkommen.

Stammzellen und Embryos dominieren zur Zeit die Berichterstattung über medizinische Themen. Es scheint, als habe schon bald jeder seinen Klon als Ersatzteillager im Kühlschrank, und nur die ethischen Fragen seien noch zu diskutieren. Die Realität hinkt diesen Visionen hinterher. Auch in absehbarer Zukunft werden Transplantationsmediziner fast ausschließlich auf Spenderorgane von Hirntoten angewiesen sein, um ansonsten unheilbar kranke Patienten zu retten. Dennoch sind beachtliche Fortschritte zu verzeichnen, so dass heute selbst Diabetiker von einer Transplantation profitieren können. Durch die Fortbildung möchten die Ärzte des Bonner Universitätsklinikums nierenkranken Patienten eine Behandlung nach neuesten Erkenntnissen zugänglich machen.

Die beste Therapie für Patienten, deren Nieren versagt haben, ist und bleibt die Transplantation einer Spenderniere. Ein großes Problem ist aber der Mangel an geeigneten Spenderorganen. Ärzte hofften, dass mit Umsetzung des Transplantations-gesetzes die Zahl derer, die im Falle ihres Todes zu einer Spende bereit wären, deutlich zunehmen werde. Stattdessen verlängerten sich die Wartelisten und Wartezeiten. Im Durchschnitt wartet ein Dialysepatient heute 4-5 Jahre auf ein Organ.

Einen Ausweg zumindest für manche Patienten bietet die Lebendspende-Nierentransplantation, die in Bonn schon seit 1998 angeboten wird. Stimmen bestimmte Parameter überein, so können Verwandte, Ehepartner oder Freunde dem Patienten eine ihrer Nieren spenden. Nach ausführlichen persönlichen Beratungen können in aller Ruhe die notwendigen Untersuchungen durchgeführt werden. Die eigentliche Verpflanzung erfolgt nahezu zeitgleich und damit sehr schonend für die übertragene Niere. Nicht zuletzt deshalb sind das Risiko für den Spender sehr gering und die Erfolgsraten sehr hoch, wie weltweite Studien beweisen.

Neue Medikamente helfen den Ärzten, diese Zahlen in Zukunft noch zu verbessern. Die "Immunsupressiva" genannten Mittel verhindern, dass der Körper das fremde Organ angreift und "abstößt". In Studien werden die neuen Ansätze erforscht. Dazu gehören auch neuartige künstliche Antikörper, die denen des menschlichen Immunsystems täuschend ähnlich nachempfunden sind.

Auch durch diese Fortschritte ist für eine bestimmte Patientengruppe ein Stück Zukunft Realität geworden. Typ 1-Diabetiker sind nicht nur von Insulinspritzen abhängig, sie haben auch ein hohes Risiko, "niereninsuffizient" zu werden. Helfen konnte ihnen dann bisher nur die Dialysemaschine. Durch die seit 1998 in Bonn verfolgte Strategie der kombinierten Verpflanzung von Niere und Bauchspeicheldrüse jedoch werden beide Erkrankungen deutlich gebessert, was den Patienten ein großes Stück Lebensqualität zurückgibt und ihr Überleben deutlich verlängert. Die Wartezeit für diese Patienten beträgt im Schnitt nur 3 Monate.

Für ausführlichere Hintergrundinformationen wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. Hans-Ulrich Klehr, Schwerpunkt Nephrologie der Medizinischen Klinik I, Tel. 0228/287-5244, Fax 0228/287-4954, E-mail: Klehr@uni-bonn.de

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