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Internationaler Treffpunkt der Wissenschaft: 25 Jahre Physikzentrum Bad Honnef

05.06.2001 - (idw) Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

In einem Schlösschen am Stadtrand von Bad Honnef treffen sich seit einem Vierteljahrhundert Forscherinnen und Forscher aus aller Welt: Das renommierte Physikzentrum ist ein Umschlagplatz für neueste physikalische Erkenntnisse, den schon viele Nobelpreisträger besuchten. Über fünfzig wissenschaftliche Seminare, darunter Fortbildungskurse für Lehrerinnen und Lehrer, locken Jahr für Jahr rund 3.000 Gäste an den Rhein. Untergebracht im malerischen Gebäude der Elly-Hölterhoff-Böcking-Siftung bietet das Physikzentrum Quartier für etwa siebzig Ta-gungsgäste. Am Fuß des Siebengebirges ist die Physik schnell heimisch geworden: Bereits ein Jahr nach Gründung des Zentrums legte die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), die älteste und mit rund 37.000 Mitgliedern zweitgrößte physikalische Fachgesellschaft weltweit, ihre Hauptgeschäftsstelle nach Bad Honnef. Trägerin des Physikzentrums ist die DPG, das Land Nordrhein-Westfalen fördert den Tagungsbetrieb durch laufende Zuschüsse, die Universität Bonn durch Überlassung des Gebäudes. Am 12. Juni 2001 feiert das Zentrum sein 25-jähriges Bestehen. Die DPG lädt aus diesem Anlass zu einem öffentlichen Abendvortrag und zu einer Ausstellung im Rathaus der Stadt Bad Honnef ein. Dort können Besucher die Milchstraße bereisen, die winzigen Dimensionen des Nanokosmos unter die Lupe nehmen und die Eigenschaften des Lichtes erforschen.
In der Woche seines Geburtstages begeht das Physikzentrum ein weiteres Jubiläum: Das 250ste Seminar der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, die die DPG seit vielen Jahren maßgeblich unterstützt. Neben Teilnehmern aus Deutschland werden zu dieser Tagung Wissenschaftler aus dem europäischen Ausland und den USA erwartet. Unter den Gä-sten ist auch der Stuttgarter Klaus von Klitzing, der 1985 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurde. Für einige Tage werden sich die Forscher ganz den Naturkon-stanten widmen: jenen grundlegenden Größen der Physik, die nach heutigem Verständnis unveränderlich sind und in allen "Winkeln des Universums" denselben Wert aufweisen.
Während sich die Tagung der Heraeus-Stiftung an Fachpublikum richtet, ist der Eintritt zu den Veranstaltungen im Rathaus frei.


Sterne, Licht und kleine Dinge - Physik zum Fühlen und Bestaunen

Ausstellung im Foyer des Rathauses der Stadt Bad Honnef

Dienstag, 12. Juni 2001, 9:00 - 16:30 Uhr
Mittwoch, 13. Juni 2001, 9:00 - 18:45 Uhr

Die Exponate werden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern betreut, die vor Ort für Fragen zur Verfügung stehen.

"Flug durch die Milchstraße": Weit über die Grenzen unseres Sonnensystems hinaus erkunden Wissenschaftler des Bonner Max-Planck-Instituts für Radioastronomie das Weltall. Mit Hilfe riesiger Antennenschüsseln - wie dem Radioteleskop in Bad Münstereifel-Effelsberg - durchdringen sie Materiewolken und werfen einen Blick in die Geburtsküche der Sterne. Zwei Dokumentarfilme (Spiellänge jeweils 20 Minuten) führen die Zuschauer quasi per Anhalter durch die Galaxis und lassen die Geschichte des Universums - vom Urknall bis heute - Revue passieren.

"Wandern in den Silberbergen": Das so genannte Raster-Tunnel-Mikroskop gewährt Einblicke mit erstaunlicher Präzision in mikroskopische Vorgänge und die Struktur von Werkstoffoberflächen: Unter diesem Mikroskop entpuppen sich scheinbar spiegelglatte Metalloberflächen als bizarre Hügellandschaften, selbst einzelne Atome werden sichtbar. Hier sind nicht Zentimeter oder Millimeter, sondern Nanometer (ein millionstel Millimeter) Maß aller Dinge. An einem Modell können Besucher das Messprinzip des Tunnel-Mikroskops eigenhändig nachvollziehen und am Computer-Bildschirm durch die Nanowelt wandern. Als Reiseführer stehen Forscherinnen und Forscher des Instituts für Physikalische Chemie der Universität Bonn bereit.

"Einen Lichtstrahl hören": Alltäglich und doch mit bizarrem Charakter: das Licht. Ein physikalisches Phänomen, das unter "Persönlichkeitsspaltung" leidet: Es ist mal Welle mal Teilchen. Die besonderen Eigenschaften des Lichtes nimmt ein Exponat des Instituts für Angewandte Physik der Universität Bonn unter die Lupe. Vorgestellt wird unter anderem ein Messgerät, mit dem sich einzelne Lichtteilchen - so genannte Photonen - nachweisen lassen. Der Detektor registriert jedes Lichtteilchen mit einem deutlich hörbaren Klicken.

Grenzen der Materie - die Physik der kleinen Dinge

Prof. Dr. Klaus Wandelt, Institut für Physikalische Chemie der Universität Bonn
(im Vorstand der DPG verantwortlich für Informationswesen und Presse)

Öffentlicher Abendvortrag
im Ratssaal des Rathauses der Stadt Bad Honnef

Mittwoch, 13. Juni 2001, 19:00 Uhr

In der Welt geht es "oberflächlich" zu: Über Oberflächen treten Materialien mit ihrer Umgebung in Berührung - sei es beim Klebestreifen, der auf Papier haftet oder bei der Autokarosserie, die im Kontakt mit Luft Rost ansetzt. Bei magnetischen Speichermedien werden die digitalen Informationen nur in den obersten Schichten des Materials - also in dessen Oberfläche - eingeprägt. Selbst in der Küche kommt es auf "Äußerlichkeiten" an: Damit beim Braten nichts anbrennt, ist die Oberfläche mancher Pfannen mit einem Antihaft-Film beschichtet. Nanoforscher Klaus Wandelt schildert in seinem anschaulichen Vortrag was es mit Oberflächen bzw. den Grenzflächen zwischen verschiedenen Materialien auf sich hat und welche besondere Bedeutung ihnen in der Nanowelt der Atome und Moleküle zukommt. Durch den Abend führen faszinierende Bilder aus dem Nanokosmos.

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