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Krieg der Wissenschaften?

06.06.2001 - (idw) Universität Bielefeld

Historische, gesellschaftliche und erkenntnistheoretische Aspekte der Sokal-Bricmont-Kontroverse
ZiF-Tagung bildet Auftakt einer intensiven deutsch-französischen Forschungskooperation

Alan Sokal und Jean Bricmont, beide Physiker, haben mit Sokals verdeckter Parodie "Transgressing the boundaries: Toward a transformative hermeneutics of quantum gravity" und ihrem gemeinsamen Buch "Impostures Intellectuelles" eine der heftigsten Kontroversen zwischen den auf einem kulturunabhängigen Objektivitätsanspruch beharrenden Naturwissenschaften und den von den französischen Postmodernen und ihren relativistischen Tendenzen geprägten Geisteswissenschaften ausgelöst.

Diese Kontroverse entfaltete sich nicht nur unter Beteiligung der führenden Theoretiker der Natur- und der Geisteswissenschaften, sondern fand auch das breiteste Interesse der intellektuellen Weltöf-fentlichkeit. Da die Auseinandersetzung teilweise sehr polemisch geführt wurde, zielte aber der größte Teil der Diskussion mehr auf den Stil der Debatte als auf die Inhalte der gegensätzlichen Positionen ab.

Die im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld vom 18. bis 20. Juni statt-findende Tagung "Welt und Wissen - Über die Konstruktion wissenschaftlicher Erkenntnisse" soll den Fokus wieder auf die inhaltliche Auseinandersetzung zurücklenken. Die Dramaturgie der Tagung führt von der Aktualisierung der Sokal-Kritik auf der inhaltlichen Ebene über die systematische Diskussion benennbarer Positionen im Streit um den wissenschaftlichen Realismus zur Betrachtung neuerer einzel-wissenschaftlícher Perspektiven aus den Bio- und Neurowissenschaften und der Ethnologie.

Der "Krieg der Wissenschaften? Historische, gesellschaftliche und erkenntnistheoretische Aspekte der Sokal-Bricmont-Kontroverse" wird im Rahmen einer öffentlichen Abendvorstellung am 19. Juni um 18.00 Uhr von Jochen Hoock (Universität Paris 7) präsentiert und auf einem Podium mit Reinhart Koselleck, Baudouin Jurdant und Alan Sokal diskutiert. "Welt und Wissen - Monde et Savoir" bildet zugleich den internationalen Auftakt einer intensiven deutsch-französischen Kooperation in Forschung und Lehre zwischen der Universität Paris 7 - Denis Diderot und der Universität Bielefeld. Aus diesem Anlass werden der französische Botschafter in Deutschland, S.E. Claude Martin, und der Präsident der Universität Paris 7, Michel Delmar, zur Eröffnung der Veranstaltung und zur Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen der Universität Paris 7 und der Universität Bielefeld erwartet.

Die wissenschaftliche Leitung der Tagung, die von der Abteilung für Wissenschaft und Technologie der Französischen Botschaft in Deutschland unterstützt wird, haben Jochen Hoock aus Paris sowie Philippe Blanchard, Martin Carrier, Günter Küppers, Johannes Roggenhofer (alle Bielefeld).

Kontakt und weitere Informationen: Prof. Dr. Philippe Blanchard, Telefon 0521/106-6205, oder Tagungsbüro des ZiF, Telefon 0521/106-2678. Internet: http://www.uni-bielefeld.de/ZIF/-WeltundWissen.html.
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