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Unterschiedliche Situation, gleiche Probleme - aber keine Rückkehr zur Planwirtschaft

11.07.2001 - (idw) Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Über Integration und Transformation in Albanien, Mazedonien und Ungarn diskutierten Wissenschaftler und Politiker an der Universität Bamberg
Bei einem Expertentreffen Anfang Juli in Bamberg haben sich erstmals Wissenschaftler und Politiker aus Albanien, Mazedonien, Ungarn und Deutschland zu Fragen des nationalen Transformationsprozesses und der Integration in die Europäische Union beraten. "In den drei Staaten aus Süd-Ost-Europa ist der Wandel von der Plan- zur Marktwirtschaft unterschiedlich weit fortgeschritten; die Probleme, die heute die Länder dabei haben, sind aber ähnlich gelagert", resümierte Prof. Dr. Heinz-Dieter Wenzel zum Ende der dreitägigen Konferenz - teilgenommen hatten u.a. auch der Botschafter und zwei ehemalige Minister Albaniens, der ehemalige Botschafter Mazedoniens sowie eine Vertreterin des ungarischen Wirtschaftsministers.
Zwar wolle man "kein zügellos freies Spiel der Kräfte", aber auch keine Rückkehr zur Planwirtschaft, war einhellige Meinung der Teilnehmer.

Sowohl der EU-Beitrittskandidat Ungarn, als auch Albanien und das neu gegründete Mazedonien hätten erkannt, dass eine marktwirtschaftliche Ordnung durch ein zügellos freies Spiel der Kräfte gefährdet sei, so Wenzel: "Dies heisst aber keinesfalls die Rückkehr zur Planwirtschaft." Vielmehr müssten die Länder in Süd-Ost-Europa eine Gradwanderung zwischen staatlicher Regulierung und marktlichen Freiheiten meistern.
So stellt sich für Ungarn die Frage, inwiefern der Wandel der Wirtschaftsstruktur staatlich gefördert werden soll: "Was ökonomisch völlig ineffizient ist, ist in der politischen Realität oftmals unverzichtbar", erklärte Wenzel. Zur Sicherung des sozialen Friedens gelte es, das richtige Tempo der wirtschaftlichen Prosperität zu finden. Während in Albanien Handlungsrichtlinien gefragt seien, die den Rahmen weiterer Privatisierungen von staatlichen Betrieben vorgeben, stehe das neu gegründete Mazedonien darüber hinaus vor dem grundsätzlichen Problem, Strukturen öffentlicher Verwaltung aufzubauen.
Das multinationale Forschungsforum wurde über den Deutschen Akademischen Austausch-Dienst (DAAD) mit Mitteln des von der Bundesregierung finanzierten "Stabilitätspakts für Süd-Ost-Europa" gefördert und war an den interdisziplinären Forschungsschwerpunkt "Integration und Transformation in Europa" (ITE) der Otto-Friedrich-Universität Bamberg angebunden. "Mit der Konferenz haben wir einen Meilenstein für einen multilateralen Austausch gelegt", so Wenzel. Weiter vertieft werden sollen die Beziehungen in einem, für den Herbst geplanten, Europäischen Doktorandenseminar (EDS) in Budapest.

Pressekontakt:
Prof. Dr. Heinz-Dieter Wenzel, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Feldkirchenstraße 21, 96052 Bamberg
Telefon: 0951/863-2547, Fax: 0951/863-5547 ; heinz-dieter.wenzel@sowi.uni-bamberg.de
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