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Solariennutzer aufgepasst

12.07.2001 - (idw) Deutsche Krebshilfe e. V.

Künstliche Sonnen erhöhen das Hautkrebsrisiko

Bonn/Buxtehude (so). Die Deutschen haben einen neuen Titel: Sie sind mit 12 Millionen Solariengängern Europameister im künstlichen Sonnenbaden. Eine Auszeichnung auf die man keinesfalls stolz sein kann. Denn: Jeder Solariumbesuch erhöht das Hautkrebsrisiko. Daher sollte die künstliche UV-Strahlung nicht zu kosmetischen Zwecken und zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens genutzt werden. Die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP) machen mit ihrer diesjährigen Sommer-Kampagne auf die gesundheitlichen Risiken der künstlichen Sonnen aufmerksam. In der Broschüre Selbstverteidigung für Solariumgänger und im Internet unter www.unserehaut.de gibt es ausführliche Informationen zum Thema.

Deutschland ist Solarien-Land: 90.000 künstliche Besonnungsgeräte warten auf Kunden, der Umsatz der Sonnenstudios liegt bei jährlich drei bis vier Milliarden Mark, und in Europa gibt es kein Land, in dem Solarien so intensiv genutzt werden wie bei uns. Zwar setzen sich die in Solarien verwendeten UV-Strahlen in einem anderen Verhältnis zusammen als das UV-Spektrum der Sonne, doch gesünder ist die künstliche Sonne nicht. Seit einigen Jahren weiß man, dass die in Solarien überwiegend verwendeten UV-A-Strahlen die Haut schneller altern lassen, genauso wie UV-B-Strahlen Hautkrebs verursachen können und das menschliche Immunsystem schädigen.

Experten schätzen, dass aufgrund des veränderten Freizeitverhaltens der Deutschen - Solarienbenutzung und Sonnenurlaube rund ums Jahr - die Zahl der Hautkrebsfälle jährlich um etwa sieben Prozent steigen wird. Dabei ist kaum eine andere Tumorart so eindeutig mit einem Risikofaktor in Verbindung zu bringen, wie es beim Hautkrebs der Fall ist. Und kaum ein anderer Risikofaktor ist so leicht zu vermeiden wie die künstliche UV-Strahlung, erläutert Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Deshalb klären die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. mit ihrer diesjährigen Sommer-Kampagne über die gesundheitlichen Risiken der künstlichen UV-Strahlung auf und machen auf ihre Empfehlungen für Solariennutzer, -betreiber und -hersteller aufmerksam. Im Vordergrund steht der Hinweis, dass künstliche UV-Strahlung wegen der damit verbundenen gesundheitlichen Risiken nicht zu kosmetischen Zwecken und zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens genutzt werden sollte, so Professor Dr. Eckhard Breitbart, zweiter Vorsitzender der ADP. Insbesondere die Urlaubs-Vorbereitung der Haut im Solarium (Vorbräunung) ist nicht zu empfehlen: Die Haut wird nur zusätzlich belastet, und durch die UV-A-Strahlung wird eine schützende Lichtschwiele nur unvollständig aufgebaut.

Weltweit werden in einem internationalen Konsens, der von der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. zusammen mit der World Health Organisation (WHO), der European Society of Skin Cancer Prevention (EUROSKIN) und der International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) erarbeitet wurde, die gleichen Empfehlungen zum Schutz des Menschen vor künstlicher UV-Strahlung gegeben. Der Konsens bildet die Basis für die gerade verabschiedeten Empfehlungen Schutz des Menschen vor den Gefahren der UV-Strahlung in Solarien der Strahlenschutzkommission (SSK) für das Bundesumweltministerium.

In der Broschüre Selbstverteidigung für Solariumgänger der Deutschen Krebshilfe und der ADP sind die Empfehlungen nachzulesen. Für alle Unverbesserlichen hält sie Ratschläge und einen Solarium-Check parat: Die Zahl der Sonnenbäder - ganz gleich ob im Solarium oder in der natürlichen Sonne - darf etwa 50 pro Jahr nicht überschreiten. Ein Sonnenbrand muss immer vermieden werden. Solarien, die nicht zu Gerätetyp II oder III gehören, sollten ebenso wie Münzautomaten und Solarien ohne kompetente Beratung nicht benutzt werden. Die Broschüre kann kostenfrei bestellt werden bei: Deutsche Krebshilfe, Thomas-Mann-Straße 40, 53111 Bonn oder ADP, Postfach 100745, 20005 Hamburg.

Info-Kasten: Hautkrebs

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 100.000 Menschen neu an Hautkrebs, 3.000 sterben daran. Je nach Entstehungsort und zellulärem Aufbau unterscheidet man folgende Hautkrebs-Arten: Basalzellkarzinom, Stachelzellkrebs (Plattenepithelkarzinom) und das besonders gefährliche maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs). Therapie der Wahl ist die operative Entfernung des Karzinoms und eventuell auch der zugehörigen Lymphknoten. Haben sich Metastasen in anderen Organen gebildet, so muss eine Chemo- und/oder Immuntherapie durchgeführt werden. Früh erkannt, hat Hautkrebs eine hohe Heilungschance.

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