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pixel, screens, computer worms

14.07.2001 - (idw) Universität Augsburg

Ausstellung mit Acrylbildern, Drucken und Objekten von Hans-Rudolf Rohr vom 19. 7. bis zum 15. 9. 2001 in der Universitätsbibliothek Augsburg -

Eine Ausstellung mit Acrylbildern, Drucken und Objekten des Schweizer Künstlers Hans-Rudolf Rohr wird am 19. Juli um 18 Uhr im Foyer der Zentralbibliothek (Universitätsstraße 22) eröffnet. Unter dem Titel "pixel, screens, computer worms" wird diese Ausstellung hier bis zum 15. September 2001 zu sehen sein (montags bis freitags von 8.30 bis 22.00 Uhr, samstags von 8.30 bis 16.00 Uhr, Eintritt frei).


"... bis sie vor unseren Augen flimmern": vom 20.7. bis zum 15.9.01 präsentiert die UB Augsburg den Schweizer Grafiker Hans-Rudolf Rohr "In einer Zeit, in der die Bilder durch die Digitalisierung ihre Unschuld verloren haben", so schreibt Silvia Ittensohn über Hans-Rudolf Rohr und seine Werke, "und in der Redaktionen bereits zu deren Schutz eine Produktdeklaration wie bei genetisch manipulierten Lebensmitteln fordern, spürt Rohr dem Verblendungszusammenhang aus Photoshop als virtuellem Labor und dessen eigener Bildsprache nach. Denn wenn Realität nicht mehr abgebildet, sondern von den digitalen Medien selbst erzeugt wird, dann wird die wahrnehmbare Realität selbst zur Konstruktion.

Rohr misstraut deshalb der Wahrnehmung von Bildern, so dass er Zeichen und Symbole ihrem gewohnten Kontext entreißt. So hat er Bildelemente von Gefahrentafeln isoliert, sie in einen grellen Leerraum versetzt oder sie ins vielfache so lange multipliziert, bis sie vor unseren Augen flimmern und so gleichsam ihre Eigengesetzlichkeit demonstrieren. Wie vor Vexierbildern sind wir dem Schwanken zwischen Schein und Sein überlassen; die Zeichen sind 'verloren', keine Warnung oder explizite Aufforderung, keine eindeutige Sprache ist ihnen mehr zu entnehmen.

Rohr verweist die Betrachtenden in einen unendlichen Raum von Bedeutungen. So lässt er in anderen Arbeiten einen virtuellen Raum aus Voxel und Pixeln implodieren oder explodieren. Auch diese Räume werden zum Ort der Zeichen, die sich autonom, selbstzweckhaft, ja identisch mit sich gebärden. Ohne Referenz zwischen Abbild und Wirklichkeit verweisen sie auf eine Grammatik der Bilder, die an die babylonische Sprachverwirrung erinnern.

Doch wenn der Maler uns mit dem 'Error' konfrontiert, der sich bei der Störung derartig automatisierter Zeichenproduktion sogar dann und wann einstellt, dann erinnert er uns nicht nur an die Zufälligkeit der Bedeutung und deren Beziehung zur Realität, sondern auch an den möglichen Raum, wo neue Bedeutungen und Referenzen vom Betrachtenden hergestellt werden können."

Der Schweizer Architekt und Grafiker Hans-Rudolf Rohr (geb. 1951) ist seit 1992 als freischaffender Künstler in Schaffhausen tätig. Er wurde v. a. durch seine Arbeiten im Bereich Design/Visuelle Gestaltung (Corporate Identity-Konzepte, Produktwerbung, Web-Design) für verschiedene Schweizer Unternehmen sowie durch zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland bekannt.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN: Katharina Urch, Universitätsbibliothek Augsburg, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Telefon 0821/598 5367, e-mail: katharina.urch@bibliothek.uni-augsburg.de
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