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3. GEO-Tag der Artenvielfalt: Biologieunterricht auf Halde Pluto

17.07.2001 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

770 Arten haben RUB-Wissenschaftler am dritten "GEO-Tag der Artenvielfalt" auf dem Gelände der Halde Pluto (Herne) am 16. Juni gefunden - auch seltene und geschützte Tiere und Pflanzen.

Bochum, 17.07.2001
Nr. 205

Biologieunterricht auf Halde Pluto
3. GEO-Tag der Artenvielfalt
Ruhr-Universität: vollständige Liste der Tiere und Pflanzen

So viele Arten auf einem Fleck: 770 haben RUB-Wissenschaftler am dritten "GEO-Tag der Artenvielfalt" auf dem Gelände der Halde Pluto (Herne) am 16. Juni gefunden - auch seltene und geschützte Tiere und Pflanzen - und noch am selben Abend die meisten Arten bestimmt. Besonders "schwierige" Exemplare wurden im Labor nachuntersucht - die vollständige Artenliste liegt nun vor und wird den Umweltämtern zur Verfügung gestellt. Bei ihrer "Jagd" hatten die Experten tatkräftige Unterstützung: Schüler/innen zweier Herner Gymnasien haben sich mit Insektenkeschern auf die Lauer gelegt und alles Leben genau unter die Lupe genommen. Neben der RUB waren auch Wissenschaftler der Uni Essen sowie Umweltgruppen und Behörden an der Aktion beteiligt.

Bergmolch im Wasserloch

Die Halde Pluto wurde von 1973 - 1981 auf 30 Meter Höhe aufgeschüttet und trotz anschließender Wiederaufforstung noch nicht für die Öffentlichkeit freigegeben. Auf dem kleinen Gebiet gibt es auch seltene und bedrohte Tiere und Pflanzen: Die Artenforscher haben in einem Feuchtbiotop auf der Halde Kaulquappen der seltenen Kreuzkröte entdeckt, Schüler haben sogar einen Bergmolch gefunden - den ersten in der Region. Acht Pflanzenarten, die im Ruhrgebiet als gefährdet gelten (wie Golddistel oder Hundszunge), wachsen auf der Halde Pluto. Alle Tiere und Pflanzen, die auf der Halde vorkommen, kennt niemand auswendig, dafür sind es zu viele: Die Biologen haben beispielsweise mehr als 40 Vogelarten bestimmt und fast 70 verschiedene Käfer.

Jagd am Leuchtzelt

Die "Inventur" der Halde Pluto war eine von vielen bundesweiten Einzelaktionen anlässlich des Tags der Artenvielfalt. Der Dialog mit der Öffentlichkeit lag den Wissenschaftlern ganz besonders am Herzen. Sie wollten bei den Kindern und Jugendlichen Interesse und Verständnis für Natur- und Artenschutz wecken. Das hat bei vielen der jungen "Nachwuchsbiologen" auch funktioniert: "Der Funke ist rüber gekommen", freut sich Dr. Heike Wägele (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für spezielle Zoologie) - begeisterte Schüler haben sich in aller Frühe aus dem Bett geschwungen, um Vögel zu bestimmen und spät Abends die Insektenjagd am Leuchtzelt beobachtet. Auch ihre Lehrer haben den Botaniker und Zoologen interessiert über die Schulter geschaut.

Nächster GEO-Tag

Der Dialog zwischen den Wissenschaftlern und Schülern wird beim GEO-Tag der Artenvielfalt im nächsten Jahr fortgesetzt - die Biologen der RUB werden wieder eine Aktion im Revier durchführen; Schulklassen sind herzlich willkommen. Angehende Biologielehrer/innen, die ihren später Schüler/innen die Natur nahe bringen wollen, helfen beim nächsten Tag der Artenvielfalt nicht nur bei der Artenbestimmung mit: Die Planung und Durchführung des GEO-Tages soll als Staatsexamensarbeit vergeben werden. Termin ist voraussichtlich Samstag, 26. Mai auf dem Gelände der Zeche Hannover in Bochum. Eventuell wird auch das angrenzende Areal der Zeche Königsgrube (Herne) einbezogen.

Weitere Informationen

Dr. Heike Wägele, Fakultät für Biologie/Lehrstuhl für spezielle Zoologie, Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234/32 24 585, Fax: 0234/32 14 114, e-mail: Heike.Waegele@ruhr-uni-bochum.de
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