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Weibliche Rhetorik

18.07.2001 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster


Allegorie der weiblichen Rhetorik Frauen reden angeblich gerne. Es wird aber auch viel über Frauen geredet. Mit diesen beiden Sachverhalten setzt sich die internationale Tagung "Weibliche Rede - Rhetorik der Weiblichkeit" auseinander, die vom 23. bis 25. Juli im Humbolt-Haus der Universität Münster stattfindet. Organisiert wird die Tagung von Prof. Dr. Martina Wagner-Egelhaaf vom Institut für Deutsche Philologie II der Westfälischen Wilhelms-Universität.

Wer in der klassischen Antike öffentlich sprechen wollte, musste zuvor die Schule der Rhetorik durchlaufen haben. Allerdings war diese Ausbildung meist Männern vorbehalten. Dieses antike Bildungsideal der "ars rhetorica", das bis in die Frühe Neuzeit tonangebend blieb, ist Ausgangspunkt der interdisziplinären Tagung in Münster. Die Rednerinnen sprechen in sechzehn Vorträgen nicht nur über Figuren weiblicher Rede wie Politikerinnen, Prophetinnen und Philosophinnen, sondern auch darüber, wie Weiblichkeit in der Rhetorik dargestellt wird. Gerade die Allegorie, der bildliche Ausdruck, ist in der Rhetorik oft weiblich. Diese sprachlichen Wendungen werden in der Kunst gern bildlich umgesetzt. Auch das Logo der Tagung zeigt das Bild einer "Rhetorica".

An drei Tagen wird in Münster die Differenz zwischen Weiblichkeit und Rhetorik in einem vielfältigen Spektrum beleuchtet. So spricht unter anderem am 23. Juli Henriette Harich-Schwarzbauer aus Graz über die antike Philosophin Hypatia von Alexandria. Am 24. Juli sind dann unter anderem die Stimmen der Prophetinnen der hebräischen Bibel das Thema von Marie-Theres Wacker vom Lehrstuhl für Theologische Frauenforschung der Universität Münster. Schwedische Politikerinnen und ihre Rhetorik sind das Thema von Brigitte Mral aus Örebro/Schweden. Schließlich behandelt am 25. Juli Katharina Sykora aus Bochum die Weiblichkeit im Film. Von der Antike, über die Bibel bis in die Gegenwart soll immer wieder untersucht werden, welche Möglichkeit Frauen zur öffentlichen Rede haben und hatten, wie "redende" Frauen in der Öffentlichkeit wirken und wie sie in der Rhetorik dargestellt wurden.
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