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Stammzellforschung: Universität Bonn nimmt erneut Stellung

18.07.2001 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

In der jüngsten Berichterstattung der Zeitschrift "Der Spiegel" (Bericht "Widerstand an der Uni Bonn" vom 9. Juli 2001) und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ("Bonner Wissenschaftler gegen Stammzellforschung" vom 9. Juli 2001 sowie "Streit Bonner Forscher über Embryonalprojekt" vom 11.07.01) über die in Bonn geplante Forschung mit humanen embryonalen Stammzellen (ES-Zellen) wurden eine Reihe von Tatsachen fehlerhaft, teilweise sogar falsch wiedergegeben. Darum sieht sich das Rektorat der Universität Bonn veranlasst, mit dieser Stellungnahme zur Klärung der geschilderten Sachverhalte beizutragen:

1. Die Behauptung, an der Bonner Universität werde die freie Meinungsäußerung unterdrückt, entbehrt jeder Grundlage. Eine herbeigeschriebene "Debatte um akademische Pluralität und Meinungsfreiheit" ist an der Universität Bonn nicht nötig, denn es steht jedem Mitglied der Universität frei, eine persönliche Position zu dem geplanten Forschungsprojekt zu beziehen und diese auch öffentlich zu vertreten. Die in der FAZ vom 11. Juli geäußerte Behauptung, es werde "starker Druck" ausgeübt, entbehrt jeder Grundlage. Die FAZ berichtet dort außerdem von einer "Initiative von drei Bonner Medizinern und einem Theologen". Von einer solchen Aktivität ist der Bonner Hochschulleitung bislang nichts bekannt.

2. Die FAZ spricht in ihrem Artikel vom 9. Juli 2001 von einer "Resolution" gegen die Forschung an humanen ES-Zellen, die Professor Volker Herzog, der Direktor des Instituts für Zellbiologie der Universität Bonn, verfasst habe. Diese Behauptung ist falsch. Professor Herzog hat gegenüber dem Rektor der Universität Bonn erklärt, dass es keine derartige Resolution gibt und er auch nicht plane, eine solche zu erstellen. In dem von der FAZ in Auszügen kolportierten Spiegel-Interview wird dagegen nur von einem "Papier" gesprochen. Dabei handelt es sich um ein "selbst auferlegtes Ordnungsprinzip" von Professor Herzog für seinen eigenen Arbeitsbereich, das seine persönliche Meinung widerspiegelt und mit dem er ausdrücklich keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit erhebt.

3. Der Rektor der Bonner Universität, Professor Klaus Borchard, hat nicht, wie in der FAZ behauptet, Professor Volker Herzog, "zu einem Gespräch bestellt". Vielmehr hat Professor Herzog selbst die Initiative zu einem Telefongespräch mit dem Rektor ergriffen.

4. Niemand, der zur Forschung mit ES-Zellen eine andere Position einnimmt, hat vom Rektorat der Universität Bonn Nachteile bei der Vergabe von Forschungsmitteln zu befürchten. Solche in der FAZ geäußerten Spekulationen sind aus der Luft gegriffen.

5. Auch der am Bonner Institut für Wissenschaft und Ethik e.V. tätige Priv.-Doz. Dr. Thomas Heinemann plant keine Erklärung gegen die Forschung mit ES-Zellen, wie sowohl im Spiegel als auch in der FAZ behauptet worden ist. Dies hat Heinemann bereits am 11. Juli in einer öffentlichen Richtigstellung betont.
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