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Neues Studium - Wissenschafts- und Technikgeschichte

19.07.2001 - (idw) Ludwig-Maximilians-Universität München

Kooperationsprojekt von LMU, TUM und
Deutschem Museum startet im Oktober

Drei renommierte Wissenschaftsinstitutionen bündeln ihre Kompetenzen zu einem einzigartigen Lehrangebot: dem neuen Magisterstudium "Wissenschafts- und Technikgeschichte". Das Kooperationsprojekt der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der TU München und dem Deutschen Museum schafft eine gemeinsame Plattform für die bislang getrennten geistes- und naturwissenschaftlichen Zweige der Wissenschaftsgeschichte: Erstmals können nun Studierende von LMU und TU in den Studienfächern Wissenschafts- und Universitätsgeschichte, Medizingeschichte sowie Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik einen akademischen Abschluss erwerben. "München wird dadurch ein herausragender Standort für die Erforschung der Wissenschaftsgeschichte in Deutschland", prognostiziert Prof. Wolfram Siemann, Dekan der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU.

Das Projekt ist Teil der umfassenden Neugliederung der LMU in Departments unterhalb der Fakultätsebene. Die Historiker haben die Chance zur Reform genutzt und einen neuen Forschungsschwerpunkt gebildet. Dazu wurde das Institut für Geschichte der Naturwissenschaften aus der Fakultät für Mathematik und Informatik übernommen und in eine große Abteilung "Wissenschaftsgeschichte" in dem bereits bestehenden Department "Historisches Seminar" eingegliedert. Hier haben die Professoren Ulrich Wengenroth und Juliane Wilmanns von der TU München, Helmuth Trischler vom Deutschen Museum sowie Martin Kinzinger, Winfried Schulze und Menso Folkerts von der LMU ihre Ressourcen in der Lehre zusammengeführt. Das Zeugnis für die erfolgreich bestandene Magisterprüfung in den neuen Studienfächern erteilt die LMU.

"Wir antworten mit dem neuen Studium auf eine große Herausforderung der Moderne: auf den Weg in eine Informationsgesellschaft, in der in atemberaubendem Tempo das kulturelle und technische Wissen wächst. Diesen Vorgang gilt es zu erforschen und in seiner historischen Tiefe zu erklären", so Professor Siemann. Sein Kollege, der Frühe Neuzeit-Experte Professor Schulze, sieht hier noch viele weiße Flecken auf der Forschungslandkarte seiner Zunft. Angesichts des breiten Themenkatalogs der Geschichtswissenschaftler müsse es auffallen, dass die Entwicklung von Wissenschaft nicht gleichermaßen Beachtung finde. Die unbestreitbare Entwicklung zur Wissensgesellschaft lasse es "erstaunlich erscheinen, dass im Curriculum des normalen Geschichtsstudenten vermutlich eher das Thema der Hexenverfolgung des 16. Jahrhunderts auftaucht als die gleichzeitigen Bemühungen von Wissenschaftlern wie Kopernikus oder Andreas Vesalius", stellt Schulze fest.

Dies soll nun anders werden. Die Rahmenbedingungen am Standort München sind jedenfalls so gut wie wohl in keiner anderen Stadt. Denn mit dem Deutschen Museum steht den Universitäten ein idealer Partner zur Seite: Es hat als Urspungs- und Forschungsort ungezählter technikhistorischer Dissertationen bereits seit vielen Jahrzehnten seine international herausragende Stellung bewiesen. "Diesen einmaligen Fundus als Grundlage eines Magisterstudiengangs nutzbar zu machen, war ebenso naheliegend wie überfällig. Indem diese Aufgabe wichtiger genommen wurde als überkommene Institutionengrenzen, kann Technikgeschichte ab sofort in ihrer besten Werkstatt studiert werden", erklärt Professor Wengenroth.
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