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Hamburg erhält wettbewerbsorientierte Hochschulfinanzierung

20.07.2001 - (idw) CHE Centrum für Hochschulentwicklung

Hamburg erhält wettbewerbsorientierte Hochschulfinanzierung

Behörde, Hamburger Hochschulen und CHE Centrum für Hochschulentwicklung entwickeln bisher einzigartiges Modell

Die Hamburger Hochschulen erhalten ein Finanzierungsmodell, bei dem ein Teil des Hochschulbudgets leistungsabhängig vergeben wird. Als Element eines neuen staatlichen Steuerungsansatzes in Hamburg wurde es in Kooperation zwischen der Behörde für Wissenschaft und Forschung der Freien und Hansestadt Hamburg, den Hochschulen und dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung entwickelt. Es baut auf den bereits 1999 eingeführten Ziel- und Leistungsvereinbarungen auf und wird 2002 erstmals finanzwirksam.

"Dieses Modell der indikatorgestützten Mittelverteilung ist einzigartig in Deutschland", sagt Krista Sager, Wissenschaftssenatorin in Hamburg. "Weil die Hochschulen in Hamburg sehr unterschiedlich sind, kann das Geld nicht wie in den Flächenstaaten nach einheitlichen Indikatoren verteilt werden. Unser Modell ermöglicht es, trotzdem Leistung durch Mittelvergabe zu belohnen: Entscheidend ist das Profil der Hochschule. Damit wird ein zentrales hochschulpolitisches Anliegen - die Herausbildung eigener Ziele und Profile der Hochschulen - auch durch finanzielle Anreize untermauert. Mit der leistungsbezogenen Mittelvergabe setzen wir den Kurs der Anreizorientierung fort, wie er mit dem neuen Hamburger Hochschulgesetz eingeschlagen wurde."

Jede Hochschule erhält einen spezifischen Index aus sechs Leistungsindikatoren und wird an der für sie geeigneten Indikatorenkombination gemessen. Verbessert sich eine Hochschule gegenüber den anderen in Bezug auf die selbstgesetzten Maßstäbe des Index, gewinnt sie Finanzmittel hinzu. Dabei sollen die Leistungen in Forschung und Lehre, aber auch bei der Internationalisierung und Frauenförderung belohnt werden. Von 2002 bis 2003 werden fünf Prozent und ab 2004 acht Prozent der Personal- und Sachausgaben nach den sechs Indikatoren vergeben werden. Diese und die jeweilige Gewichtung werden zwischen der Behörde für Wissenschaft und Forschung und den Hochschulen in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen festgelegt.

So ermöglicht das Modell beispielsweise, dass die künstlerischen Hochschulen mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg in finanziellen Wettbewerb um das beste Erreichen der jeweiligen eigenen Ziele treten. Bei der TU spielen dabei Publikationen und Drittmitteleinwerbungen eine wesentliche Rolle, bei den künstlerischen Hochschulen geht es zum Beispiel um die Zahl der Ausstellungen und Aufführungen. Die Zahl der Studierenden und Absolventen ist jedoch bei allen Hochschulen entscheidend.

Professor Dr. Detlef Müller-Böling, Leiter des CHE Centrum für Hochschulentwicklung erläutert die Technik des Modells: "Für jede Hochschule wird in den Hamburger Vereinbarungen ein eigener sogenannter Leistungsindex zwischen Staat und Hochschule verabredet. Ziel- und Leistungsvereinbarungen erhalten messbare und quantifizierte Elemente. Damit fügt sich das Modell nahtlos in die bestehenden Steuerungsinstrumente ein. Das Modell wirkt in zwei Richtungen: Es ermöglicht die Vorfinanzierung von Innovationen und es belohnt erzielte Erfolge." Die in Deutschland andernorts existierenden Indikatormodelle der Finanzierung leisteten diese Verbindung nicht. Das Modell könne daher auch für andere Länder und an den Hochschulen eine Alternative für die gängigen Varianten der sogenannten formelgebundenen Hochschulfinanzierung darstellen. Es eigne sich insbesondere dann, wenn der Dialog über Zielvereinbarungen mit finanziellen Anreizen gekoppelt werden soll sowie wenn Geld an Mittelempfänger verteilt wird, die sehr heterogene Merkmale und Ziele aufweisen. Müller-Böling führt die Umsetzung des Modells auf das erfreuliche Reformklima und den intensiven Dialog zwischen Staat und Hochschulen in Hamburg zurück.

Dr. Jürgen Lüthje, Präsident der Universität Hamburg und Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz, betont die Vorzüge des neuen Finanzierungsmodells: "Das Modell stimmt die finanziellen Anreize auf die Ziele und Handlungsmöglichkeiten der Hochschule ab. Die Maßstäbe für den Erfolg der Hochschule werden aus den eigenen Zielen abgeleitet. Wir können die Erfolgskriterien heranziehen, die für unsere Universität die wichtigen und steuerbaren sind."

Eine Beschreibung des Modells findet sich im Internet als Download über die News-Seite des CHE (http://www.che.de) oder ist als Papier beim CHE erhältlich.

Rückfragen an:

Dr. Frank Ziegele, CHE, Telefon 05241 / 97 61 24,

E-Mail: frank.ziegele@che.de

Carmen Tschirkov, Behörde für Wissenschaft und Forschung, Telefon 040 / 4 28 63 48 69
E-Mail: pressestelle@bwf.hamburg.de
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