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Universität Heidelberg verstärkt Lateinamerika-Engagement

24.07.2001 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Mit dem "Heidelberg Center" in Chile betritt die Ruprecht-Karls-Universität Neuland - Unterstützung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg - Kooperation mit den wichtigsten chilenischen Universitäten - Rektor Prof. Dr. Jürgen Siebke: "Universität Heidelberg kann ihre exzellente Position in Lateinamerika ausbauen"

Die Universität Heidelberg gründet für den Transfer deutscher Lehrangebote nach Lateinamerika das "Heidelberg Center - Deutsches Postgraduiertenzentrum der Universität Heidelberg in Lateinamerika". Mit dem "Heidelberg Center" in Santiago de Chile "kann die Ruprecht-Karls-Universität ihre exzellente Position und ihre jetzt schon sehr gute Reputation in Lateinamerika ausbauen", kommentierte Rektor Prof. Dr. Jürgen Siebke.

US-amerikanische Universitäten üben eine große Anziehungskraft auf Studenten aus Lateinamerika aus. "Wir kommen mit dieser Initiative dem Wunsch zahlreicher lateinamerikanischer Entscheidungsträger nach, die deutsche Präsenz auf dem dortigen Bildungsmarkt zu verstärken und Studierenden einen leichteren Zugang zu den Bildungstraditionen der Alten Welt zu ermöglichen", sagte Siebke.

Das "Heidelberg Center" entwickelt postgraduale Studiengänge und Weiterbildungskurse für selbstzahlende Interessenten auf dem lateinamerikanischen Bildungsmarkt. Das "Center" wird als Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach chilenischem Recht betrieben und seinen Sitz in der chilenischen Hauptstadt Santiago haben, die in Lateinamerika einen hervorragenden Ruf als Wissenschaftsstandort genießt.

Traditionell unterhält die Universität Heidelberg als Schwerpunkthochschule des Landes Baden-Württem-berg enge Beziehungen zu den bedeutendsten chilenischen Universitäten, der Pontificia Universidad Católica und der Universidad de Chile. Beide Hochschulen, an denen zahlreiche Absolventen der Universität Heidelberg als Professoren tätig sind, ziehen Studierende aus ganz Lateinamerika an. Auf der Basis der erfolgreichen wissenschaftlichen Zusammenarbeit, des dichten Alumni-Netzes und der zunehmenden wirtschaftlichen und politischen Bedeutung der Region soll die Präsenz deutscher Wissenschaft und Forschung verbessert werden.

Anspruchsvolles Programm

Das "Heidelberg Center" setzt sich zum Ziel, ein anspruchsvolles Programm von Masterstudiengängen und Weiterbildungskursen (Executive Programs) zu etablieren. Renommiertes Lehrpersonal, überwiegend von der Universität Heidelberg, soll das Unterrichtsangebot in ein- oder mehrwöchigen Intensivseminaren vor Ort gestalten. Zusätzlich werden Professoren und Lehrbeauftragte der chilenischen Partneruniversitäten - mit wissenschaftlicher Ausbildung in Deutschland - Lehrveranstaltungen anbieten. Die Masterstudiengänge richten sich an lateinamerikanische Bewerber mit einem hervorragenden ersten Studienabschluss. Die qualitativ hochwertigen Weiterbildungskurse sollen zukünftige Führungskräfte aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft ansprechen. Sie dienen dem Transfer deutscher Lehrinhalte in der ganzen Breite der Heidelberger Studienangebote, die in Lateinamerika nachgefragt werden.

Das "Heidelberg Center" wird im März 2002 den Lehrbetrieb aufnehmen. Folgende Unterrichtsangebote sind vorgesehen: ein einjähriger und ein zweijähriger, berufsbegleitender Masterstudiengang im Fach "European Political Studies", ein- bis zweiwöchige Weiterbildungskurse zu den Themen "Wahlrecht und Wahlorganisation in Lateinamerika", "Vergleichende Sicherheitspolitik", "Medizinische Informatik", "Medizinische Physik", "Umweltphysik", "Früh- und Neugeborenen-Medizin" und "Systemische Therapie und Beratung". Zwei weitere Masterstudiengänge und drei Kurzprogramme befinden sich in Planung.

Absolventen erhalten einen "Heidelberg Master"

Unterrichtssprachen sind Englisch und Spanisch. Studienbegleitend wird von Lehrkräften des Internationalen Studienzentrums der Universität Heidelberg allgemeinsprachlicher und fachsprachlicher Deutschunterricht angeboten, um die Studierenden auf den obligatorischen Heidelberg-Aufenthalt zur Anfertigung der Abschlussarbeit vorzubereiten. Absolventen erhalten einen "Heidelberg Master", der von der Universität Heidelberg allein oder in Verbindung mit den Partneruniversitäten vergeben wird. Die "Executive Programs" werden vom "Heidelberg Center" zertifiziert. Den besten Absolventen soll die Promotion sowie die Teilnahme an Trainee-Programmen von führenden Wirtschaftsunternehmen der hiesigen Region angeboten werden.

Das "Heidelberg Center" wird in der Aufbauphase finanziell vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, von der Universität Heidelberg und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst unterstützt. Ziel ist die vollständige Kostendeckung durch Studiengebühren, deren Höhe nach Dauer und Intensität des Programms gestaffelt ist.

Wissenschaftlicher Direktor wird der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Dieter Nohlen, der einen Forschungsschwerpunkt in Lateinamerika hat und zahlreiche Lateinamerikaner, unter anderem den derzeitigen chilenischen Verteidigungsminister Prof. Dr. Mario Fernández, zur Promotion führte. Als geschäftsführenden Direktor entsendet die Universität Heidelberg in der Aufbauphase Dr. Walter Eckel, Direktor des Internationalen Studienzentrums, der bereits von 1994 bis 1996 als Gastprofessor an der Universidad Católica in Santiago tätig war.

Initiatoren des "Heidelberg Center" sind neben Prof. Nohlen und Dr. Eckel der Dezernent für Internationale Angelegenheiten, Dr. Joachim Gerke, und Albrecht Bayer, Leiter von "Heidelberg Alumni International". Alle vier sind überzeugt, dass mit diesem innovativen Vorhaben der traditionsreichsten deutschen Universität entscheidend bessere Voraussetzungen geschaffen werden für den internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe im Ausland, wie ihn die Politik den deutschen Universitäten vorgibt.

Rückfragen bitte an:

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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