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Beratung ohne Forschung - Forschung ohne Beratung ?

26.07.2001 - (idw) ISO Institut zur Erforschung sozialer Chancen Köln

Forschungsgestützte Beratung von Institutionen, Organisationen, Betrieben und Politik hat einen festen Platz im Transfer von Sozialwissenschaft in Praxis eingenommen. Dieser Typus von Beratung kann bestehende Lücken zwischen Theorie und Praxis schließen. Welche Anforderungen damit an die Sozialwissenschaften gestellt sind, ist Gegenstand des Readers "Beratung ohne Forschung - Forschung ohne Beratung?"

In ihren Einführungen reflektieren Gerd Peter (sfs) und Hermann Kotthoff (iso Saarbrücken), wie sich im Zuge der Forschung das Verständnis von Beratung gewandelt hat und welche Projekttypen sich herauskristallisiert haben. Jürgen Howaldt (sfs) konstatiert die wachsende gesellschaftliche Nachfrage nach wissensbasierten Dienstleistungen der Sozialwissenschaften, die eine tief greifende Problematisierung ihres Selbstverständnisses nach sich ziehe. Den sich daraus entwickelnden neuen Projekttyp beschreibt er an einem Beispiel, in dem neue Formen der Kooperation zwischen Betrieben, Weiterbildnern, Beratern und regionalen Akteuren erprobt und auf ihre Wirksamkeit hin untersucht wurden.

Markus Göbel (ISO Köln) stellt Ansatz und erste Ergebnisse des Projekts "Beratung der Beratung" vor, in dem Prozesse der Unternehmensberatung bei ökologischer Modernisierung und die Möglichkeiten ihrer arbeitspolitischen Gestaltung im Vordergrund stehen. Die Evaluation eines modellhaft angelegten Beratungsprozesses in nordrhein-westfälischen Krankenhäusern nimmt Frank Bauer (ISO Köln) zum Anlaß, professionstheoretische Überlegungen zum Verhältnis von Forschung und Beratung anzustellen.

Ulrich Pröll (sfs) stellt einen langjährigen Beratungsprozeß vom Typ "Politikberatung" vor, der sich von der fachpolitischen Konzept- und Strategieentwicklung bis zur operativen Umsetzung erstreckt. Wie sich Beratung quasi naturwüchsig aus dem Projektauftrag, der wissenschaftlichen Begleitung von Modellprojekten im Pflegebereich, entwickelt, beschreibt Manfred Geiger (iso Saarbrücken). Eberhard Ulich (Institut für Arbeitsforschung und Organisationsberatung Zürich) illustriert die Verschränkung der Grundlagenforschung in der Arbeits- und Organisationspsychologie mit der Anwendung am Beispiel eines Projektes, in dem es um Maßnahmen zur Entlastung der Assistenz- und Oberärzte/innen in einem Krankenhaus ging.

Der Band basiert auf der zweiten gemeinsamen Tagung, die das Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso), Saarbrücken, das Institut zur Erforschung sozialer Chancen (ISO), Köln, und das Landesinstitut Sozialforschungsstelle Dortmund (sfs) im Juli 2000 veranstalteten. Alle drei Institute sind in spezifischer Weise regional verankert und gehen mit sozialwissenschaftlicher Forschung und Beratung aktuellen Fragen der Gestaltung von Arbeit der Zukunft in empirischen Projekten nach.


Walter R. Heinz, Hermann Kotthoff und Gerd Peter (Hg.): Beratung ohne Forschung - Forschung ohne Beratung ? Dortmunder Beiträge zur Sozial- und Gesellschaftspolitik 32, Münster: LIT Verlag, 2001, ISBN 3-8258-5405-1, 111 S., DM 34,80
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