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Programme der TU Ilmenau fördern Gründungsklima

27.07.2001 - (idw) Technische Universität Ilmenau

Es bedarf nicht immer erst eines universitären Lehrstuhls, um ein gutes regionales Gründungsklima zu schaffen: Eine Studie der Universität Regensburg belegt, dass an der TU Ilmenau vielmehr die "stimulierenden Programme" mit hoher Resonanz bei den Zielgruppen, prämierte Konzepte und Erfolge in Businessplan-Wettbewerben das Fundament für die unternehmerische Selbständigkeit legen.

Seit 1990 haben sich über 80 kleine und mittlere Unternehmen aus der TU Ilmenau ausgegründet. Basis für diese wirtschaftliche Entwicklung ist ein breites Netzwerk in der Technologie Region Ilmenau und die enge Zusammenarbeit mit der Thüringer GET UP-Initiative. Erhebliche Bedeutung kommt in diesem Prozess den vorbereitenden Programmen der Universität zu, die seit Januar 2000 an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften initiiert und koordiniert werden.

Seit Projektbeginn bietet die Fakultät auf unterschiedliche Zielgruppen ausgerichtete Veranstaltungen im Bereich "Gründungsmanagement" an, um Kompetenz und Motivation der Studierenden und jungen Wissenschaftler für erfolgreiche Unternehmensgründungen frühzeitig zu fördern.

Im Sommersemester 2000 fanden an der Technischen Universität Ilmenau erstmalig Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt "Existenzgründung" statt: die wissenschaftliche Vorlesungsreihe "Existenzgründung - Chancen und Risiken" und die Seminarreihe für Studenten und Unternehmensgründer "Der praktische Weg von der Idee zum eigenen Unternehmen". Beide Veranstaltungen richteten sich an Studierende, Gründungsinteressierte und Unternehmensgründer. Bei der Bildung von interdisziplinären Gründerteams wurde seitens der GET UP - Mitarbeiter aktive Unterstützung geleistet. Die Veranstaltungen zeichneten sich von Anfang an durch eine hohe Resonanz aus.

Ein weiterer Schritt führte im Wintersemester 2000/2001 zu einer breiten inhaltlichen und infrastrukturellen Kooperation der TU Ilmenau mit der FH Jena, der FSU Jena und der Bauhaus-Universität Weimar mit der Ringvorlesung "Existenzgründungen im Bereich der Informationstechnologie". Im Rahmen dieses Netzwerkes wurden die Veranstaltungen unter Nutzung des Teleteaching-Systems zeitgleich
übertragen. Referenten waren u.a. der Unternehmer und Hochschullehrer Prof. Dr. Reinhold Würth (Universität Karlsruhe), Prof. Piero Formica (Bologna, Italien) und Prof. Klandt (European Business School, Östrich-Winkel). Die Ringsvorlesung wurde begleitet von fachspezifischen und Trainingsseminaren zur Entwicklung der "soft skills".

Im Sommersemester 2001 erfolgte ein weiterer Ausbauschritt, um den Wünschen und Bedürfnissen potentieller Gründer noch besser entgegenzukommen. Ziele sind die Vernetzung und Verflechtung aller am Gründungsprozess beteiligten Institutionen mit einem Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch, insbesondere mit "echten" Gründern, und die stärkere Einbindung der Technologie- und Gründerzentren, um direkte Kontakte von gründungsinteressierten Studierenden mit Existenzgründern zu ermöglichen. Die themenbezogenen Blockseminare wurden mit einem Businessplan-Intensivseminar kombiniert, um das Erstellen von Geschäftskonzepten zu trainieren und durch interaktives Training praxisbezogene Anwendungsfälle zu simulieren. Weitere Programmteile waren Einführungskurse zum Virtuellen Existenzgründerzentrum und Seminare zur Förderung sozial-kommunikativer Fähigkeiten.

Alle vorgenannten Veranstaltungen wurden im Rahmen des Studium Generale der TU Ilmenau angeboten und konnten mit einem Schein abgeschlossen werden, der durch Erstellung einer Hausarbeit zu einem gründungsrelevanten Thema, in der Mehrzahl der Fälle aber auch durch die Abgabe von (fiktiven oder realen) Unternehmenskonzepten, erworben werden konnte. Die besten Konzepte, die im Rahmen des Seminars entstehen, werden in einem universitätsinternen Wettbewerb prämiert. Da die Seminare zudem in den Thüringer Businessplan-Wettbewerb integriert sind, können alle Konzepte auch dort zur Bewertung eingereicht werden.

Bemerkenswert ist die große Nachfrage nach Existenzgründungsseminaren und das hohe Gründungspotential an der TU Ilmenau, insbesondere unter den Studenten der technischen Fachrichtungen. Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt "Unternehmensgründung" sollen daher in Zukunft zum festen Bestandteil des akademischen Ausbildungskonzeptes in Thüringen gehören und werden auch im kommenden Wintersemester mit Teleteaching-Ringvorlesungen, Gründerseminaren und praxisbezogenen Exkursionen fortgesetzt.

Technologieorientierte Unternehmensgründungen standen auch im Mittelpunkt des Ilmenauer Wirtschaftsforums 2000 der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Der Kongress hatte zum Ziel, eine internationale Netzwerkbildung zu unterstützen und Studierenden, Existenzgründern und Jungunternehmern Kontakte in die USA und nach Großbritannien zu eröffnen. Diese Kontakte bestehen bereits mit Universitäten und Institutionen in Florida und Wales zum Erfahrungsaustausch mit universitärer Entrepreneurship-Ausbildung und bei der Betreuung des Markteinstiegs junger Unternehmen durch Gründerzentren.

Die TU Ilmenau verfügt derzeit noch nicht über eine Existenzgründungs-Professur. Sie wird aber als außerordentlich bedeutsam erachtet. Zur Frage der Einrichtung einer Stiftungsprofessur für Unternehmensgründung (mit Ausrichtung auf die Gründung von Medienunternehmen) wurden bereits mehrere Konzepte erstellt und eingereicht.

Das Projekt "Gründungsmanagement" der TU Ilmenau bündelt die Kräfte der Region, stimuliert die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft und legt den Grundstein zu einer "Kultur der Selbständigkeit".

Kontakt/Information:

TU Ilmenau; Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Prof. Joachim Weyand, Tel. 03677-69 40 20/ 40 21,
e-mail: joachim.weyand@tu-ilmenau.de
(und über Prorektorat für Bildung, Tel. 03677-69 25 36, e-mail: pb@tu-ilmenau.de)
Prof. Rolf Dintner, Tel. 03677-69 40 10/40 11, e-mail: rolf.dintner@tu-ilmenau.de
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Heiko Haase, Tel. 03677-69 40 23,
e-mail: heiko.haase@tu-ilmenau.de
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