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Virtuelles Alamannendorf

28.09.2001 - (idw) Fachhochschule Aalen


Diplomandin Constance Schulz am Touch-Screen Zum Anfassen und Mitmachen lädt die Ausstellung im Alamannen-Museum in Ellwangen ein. Ein Baustein dieses Ausstellungskonzeptes von Museumsleiter Andreas Gut ist der im Museum platzierte Touch-Screen. Per Fingerdruck kann man sich auf diesem dreidimensional durch ein frühmittelalterliche Alamannendorf bewegen. So, wie es Wissenschaftler nach den Lauchheimer Ausgrabungen rekonstruiert haben. Programmiert hat diesen historischen Rundgang die Aalener Studentin Constance Schulz. Ein halbes Jahr war die angehende Technische Redakteurin damit beschäftigt, Hütten, Zäune und Mühlen zu modellieren und als begehbares virtuelles Dorf zu animieren. Elf Höfe und eine Wassermühle umfasst das Alamannendorf. Damit dieses auch möglichst realistisch wirkt, hat die 24jährige mit einer digitalen Kamera Pfähle, Lehmböden und Strohdächern aufgenommen und auf die entsprechenden Objekte projiziert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Auf seinem Rundgang durch das Dorf ist es dem Besucher sogar möglich, in ein Herrenhaus oder eine Bauernhütte zu blicken, indem er deren Holzfassaden durchsichtig macht. Wer es ganz genau wissen will, kann sich auch direkt in die Gebäude begeben und dort Mobiliar samt Feuerstelle unter die Lupe nehmen. So schlüpft der Besucher innerhalb der vier Wände einmal in die Rolle des wohlhabenden Gutsherrn und einmal in die des einfachen Bauern.
Doch auch die Rolle des Bauherrn hat Constance Schulz für den neugierigen Museumsbesucher programmiert. Von der Verankerung der ersten Stützpfähle bis hin zum Richtfest kann er grafisch animiert jeden einzelnen Bauabschnitt nachvollziehen und erhält so Einblicke in die Technik und Ästhetik alamannischer Baukunst.
"Am eigenen Rechner war diese animierte Darstellung des Dorfes schon früh nicht mehr zu leisten", berichtet die Studentin der Fachhochschule Aalen, die trotz des immensen Zeitaufwandes und hohen Termindrucks zur Museumseröffnung den Spaß an ihrer Diplomarbeit nicht verloren hat. "Da lernt man auch effektives Zeitmanagement", schmunzelt ihr Betreuer, Prof. Dr. Michael Bauer, vielsagend.
"Es hatte schon seinen Reiz, das finsterste Mittelalter ins Licht der Moderne zu stellen", gerät Constance Schulz ins Schwärmen. Der Kontrast aus dem klappernden Wasserrad einer Mühle dort und dem flimmernden Monitor eines Hochgeschwindigkeitsrechners hier eröffnet dem Besucher die historische Dimension der Technik. Bei der Studentin führte dieses Spannungsfeld zu einer wahrhaften Begeisterung für die Geschichte. Zu den Alamannen habe sie inzwischen fast schon ein persönliches Verhältnis.

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