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Geisteswissenschaft im Dialog: Wie lernt der Mensch ...

01.10.2001 - (idw) Union der deutschen Akademien der Wissenschaften

"...- Lernen im Spannungsfeld von Neurobiologie und Erziehungswissenschaften" Diese Frage wird in der sich entwickelnden Wissensgesellschaft, die von ihren Bürgern "lebenslanges Lernen" fordert, von zentraler Bedeutung werden. Am 18. Oktober will die Veranstaltungsreihe "Geisteswissenschaft im Dialog" der UNION DER DEUTSCHEN AKADEMIEN DER WISSNESCHAFTEN und der WISSENSCHAFTSGEMEINSCHAFT GOTTFRIED WILHELM LEIBNIZ einen Dialog zu diesem Thema anregen zwischen Vertretern der Neurowissenschaften und der Erziehungswissenschaften. Diese folgen verschiedenen Ansätzen, ihre unterschiedlichen Methoden stehen aber nicht notwendig im Gegensatz zueinander. Eine Schnittstelle liegt in der Frage nach Motivationen und Lernwiderständen, nach möglichen Ursachen für Verweigerungshaltungen. Ein Dialog kann fruchtbar für beide Seiten sein, zumal er einen Austausch über die Wege und Verfahren einbezieht, mit denen Erkenntnisse erzielt werden. In einer zukünftigen Erziehung und Wissensvermittlung könnten Wissenschaftler, Bildungspolitiker, Lehrende und Lernende gleichermaßen davon profitieren.

Noch kann niemand mit Gewissheit sagen, wie Lernen eigentlich funktioniert. Wie Daten im Computer werden Wissen und Bildung im Gehirn verarbeitet, doch steckt in dieser Analogie eine unzulässige Verkürzung. Wie das Gehirn Informationen aufnimmt und verarbeitet, kann die Neurobiologie in bildgebenden Verfahren nachweisen. Darauf aufbauend untersucht sie die biochemischen und neurophysiologischen Grundlagen des Denkens, Lernens und Vergessens.

Aber nicht das Gehirn lernt, es lernt der Mensch. Er leitet aus neuen Erfahrungen dauerhafte Konsequenzen für sein weiteres Verhalten und Denken ab. Nicht nur bei Kindern zeigt sich, daß hierdurch pädagogische Probleme entstehen. Auch Erwachsene sind lernfähig, aber sie sind nur belehrbar, wenn sie sich belehren lassen wollen. Es sind die Erziehungswissenschaften, die sich mit den individuellen Voraussetzungen von interaktiven Lehr-Lern-Prozessen beschäftigen.

Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz laden Sie ein zu einem offenen Dialog über die Perspektiven der Lernforschung.
MANFRED PRENZEL (Professor für Pädagogik in Kiel) moderiert das Gespräch zwischen
HENNIG SCHEICH (Professor für Physiologie in Magdeburg): "Der soziale Hintergrund von Lernmechanismen im Gehirn",
EKKEHARD NUISSL VON REIN (Professor für Erziehungswissenschaften in Marburg): "Der Mensch ist unbelehrbar - Lernprozesse aus erziehungswissenschaftlicher Sicht" und
NIELS-PETER BIRBAUMER (Professor für medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie in Tübingen): "Lernen in den Erziehungs- und Neurowissenschaften: ein Scheingegensatz".

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten.

Termin: Donnerstag, den 18. Oktober 2001,
Beginn: 19.00 Uhr
Ort: Kunstmuseum Bonn (Auditorium)

Informationen: Dr. Katharina Weisrock
Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
Geschwister-Scholl-Str. 2, 55131 Mainz,
Tel.: 06131/21 85 28 14
E-Mail: weisrock@mail.uni-mainz.de
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