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Höchste Zahl an Studierenden und "Erstsemestern" in der Geschichte der Fachhochschule Karlsruhe

02.10.2001 - (idw) Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik

Die Situation an der Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik zu Beginn des Wintersemesters 2001/2002
Höchste Zahl an Studierenden und "Erstsemestern" in der Geschichte der Hochschule

Neu Immatrikulierte
Zu Beginn des Wintersemesters 2001/2002 begrüßen Rektor Prof. Dr. Werner Fischer und Prorektor Prof. Dr. Wolfgang Fritz heute die 1177 neu immatrikulierten Studierenden an der Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik - die höchste Zahl an "Erstsemestern" seit Bestehen der Hochschule. Daher wird die Begrüßungsveranstaltung in zwei Sälen durchgeführt, in der Hochschulaula und dem Hörsaal hb im Gebäude B.

Im Hinblick auf die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA weist der Rektor in seiner Ansprache die Studierenden auf ihre gesellschaftliche Verantwortung hin. Er hob den Gewinn für das Leben hervor, wenn man sich den Mitmenschen, deren Weltanschauungen und neuen Kulturen öffnet. Als knappes Leitbild - nicht nur für die Studierenden - zitiert er den Aufklärer Mendelsohn: "Nach Wahrheit forschen, Schönheit lieben, Gutes wollen, das Beste tun". Darüber hinaus betont Prof. Dr. Werner Fischer, dass alle das Grundgesetz achten müssen, indem das Gewaltmonopol des Staates eindeutig festgelegt ist. "Es ist jedoch ausgesprochen wichtig", so der Rektor weiter, "dass andere nicht pauschal verdächtigt werden, da sonst das soziale Leben vergiftet wird."

Gesamtzahl
Mit rund 5.100 Studierenden stieg deren Gesamtzahl gegenüber dem vorangegangenen Wintersemester um 487 Studierende - auch das ein Höchststand in der Geschichte der Hochschule.

Bewerbungen
Für das Wintersemester 2001/2002 gingen an der Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik 4664 Bewerbungen auf Zulassung zum Studium ein. Das ist gegenüber dem vorangegangenen Wintersemester eine Steigerung um 5,4 %. Da in den Wintersemestern zuvor Steigerungsraten von 28 % bzw. 23 % festzustellen waren, ist die Zahl der Bewerbungen seit dem Wintersemester 1998/1999 - also innerhalb von nur drei Jahren um rund 65 % gestiegen.

Der Rektor der Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik, Prof. Dr. Werner Fischer, ist zuversichtlich, dass dieser Trend weiter anhält, denn mit 4664 Anträgen auf Zulassung für rund 1170 Studienplätze sind diese im Durchschnitt vierfach überbucht. Selbstverständlich ist das Studieninteresse für die einzelnen Disziplinen unterschiedlich ausgeprägt, besonders "boomen" weiterhin die Informatik-, Wirtschafts- und Wirtschaftinformatik-Studienangebote. Im kommenden Wintersemester ist der "Spitzenreiter" der Studiengang "International Management": Für den Bachelor-Studiengang liegen für 45 Studienplätze 793 Bewerbungen vor. Weiterhin sind auch die Studiengänge in der Informatik mit 537 Bewerbern für 90 Studienplätze, in der Wirtschaftsinformatik mit 734 Bewerbern für 65 Plätze und im Wirtschaftsingenieurwesen mit 480 Bewerbungen für 45 Plätze sehr gut nachgefragt.

"Demgegenüber entspricht die Nachfrage nach Studienplätzen in einigen ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen", so Prof. Dr. Werner Fischer, "nicht den Arbeitsmarktchancen ihrer Absolventen, so können noch einige wenige Studienplätze im Bachelor-Studiengang "Elektrotechnik" und im Diplom-Studiengang "Vermessung und Geomatik" vergeben werden. Offensichtlich haben sich die guten Arbeitsplatzperspektiven gerade in den ingenieurwissenschaftlichen Berufsfeldern noch nicht herumgesprochen".

Bauvorhaben
Die Modernisierung der Gebäude E, F und M, die Aufstockung des Gebäudes K und der Neubau einer Mensa wurden als Gemeinschaftsaufgabe im Aus- und Neubau von Hochschulen nach dem Hochschulbauförderungsgesetz (HBFG) aufgenommen.

Ein Neubau einer Mensa wird notwendig, da die aktuelle Mensa und die Cafeteria bei der Hochschulbibliothek defizitär arbeiten und die Gebäude und angrenzenden Flächen keine ausreichende Möglichkeit zu notwendigen Um- bzw. Anbauten bieten. Von großem Interesse für die Hochschule ist das geplante Nutzungskonzept der heutigen Mensa, unter anderem sollen dort und damit an zentraler Stelle alle Service-Einrichtungen der Hochschule gebündelt und ein Career-Center eingerichtet werden, wodurch die Betreuung der Studierenden noch umfassender wird.

Für die Aufstockung und Sanierung des Gebäudes K konnte bereits die Planung abgeschlossen werden. Baubeginn soll Mitte 2002 sein. Durch die Aufstockung entstehen 800 m2 neue Gebäudeflächen, die nach der Ausweitung der Studienplatzkapazität in den Informatik- und Wirtschaftsinformatik-Studiengängen von 80 auf rund 120 Plätze pro Jahr an der Hochschule dringend benötigt werden.

International
Jeweils zum Wintersemester können ab sofort 50 Studierende den Masterstudiengang "Geomatics" an der Karlsruher Hochschule aufnehmen. Die Hälfte dieser Studienplätze ist für ausländische Studienbewerber vorgesehen. Das Studium dauert vier Semester, wobei im ersten Studienjahr die Unterrichtssprache Englisch ist und im zweiten Studienjahr Deutsch sein wird. Für ausländische Studierende ist daher die Sprachausbildung in Deutsch Bestandteil ihres Studiums. Nach dem ersten Studienjahr verzweigt sich das Angebot in zwei Vertiefungsrichtungen, zum einen zum Schwerpunkt Visualisierung (Visualisation) und zum anderen in Richtung der angewandten Geodäsie (Applied Geodesy). Innerhalb von zwei Jahren wird die Hochschule bei der Einführung dieses Studienangebots über das Programm "Auslandsorientierte Studiengänge" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit 300.000 Mark unterstützt.

Die weitere Internationalisierung der Studienangebote ist eines der zentralen strategischen Ziele der Hochschule. In mehr als der Hälfte der Studienangebote können heute die international weit verbreiteten Bachelor- und Master-Abschlüsse erworben werden. Ebenso wird - wie im aktuellen Beispiel des Master-Studiengangs Geomatics - der Anteil an englischsprachigen Lehrveranstaltungen weiter ausgebaut. Augenblicklich und in näherer Zukunft werden aus Altersgründen einige Professuren an der Hochschule neu besetzt. Neben der fachlichen, berufsbezogenen und didaktischen Qualifikation der Bewerber tritt daher zunehmend auch deren Fremdsprachenkenntnisse in den Blickpunkt.

Von den rund 5.100 Studierenden an der Hochschule stammen 680 aus dem Ausland - das entspricht einem Anteil von rund 13 %. In bezug auf die "Erstsemester" steigt dieser Anteil auf knapp 20 %. "Diese Zahlen können erste Indikatoren dafür sein", so Prof. Dr. Werner Fischer, "dass unsere international ausgerichteten Studienangebote auch im Ausland auf die gewünschte Resonanz stoßen. Als regelrechter "Hemmschuh" erweisen sich jedoch die Unterbringungsmöglichkeiten für ausländische Studierende. In den Wohnheimen stehen für diese nicht genügend Zimmer zur Verfügung und auf dem freien Wohnungsmarkt ist es für diese nahezu unmöglich etwas zu finden, da sie vor Aufnahme des Studiums die Suche in den seltensten Fällen persönlich vor Ort betreiben können."

Finanzen
Über das neue Hochschulrahmengesetz und die Änderungen des Fachhochschulgesetzes im Jahr 2000 wurde unter anderem auch die leistungsorientierte Vergabe von Finanzmitteln an die Hochschulen eingeführt. Die Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik erhält über die leistungsorientierte Mittelverteilung vom Land Baden-Württemberg für das Haushaltsjahr 2001 zusätzlich 587.000 Mark - den höchsten Betrag, der an eine Fachhochschule geht. Nach den offiziellen Kriterien der leistungsbezogenen Mittelverteilung würden der Fachhochschule Karlsruhe sogar 970.100 Mark zustehen, zur Vermeidung zu starker Schwankungen zwischen den Hochschulen wird dieser Betrag leider um 383.100 Mark reduziert.

Der größte Anteil der Zuweisung resultiert aus der volumenorientierten Beurteilung der Hochschule: Hier schlägt sich nieder, dass die Hochschule stark nachgefragt war und noch ist und daher über einen guten Auslastungsgrad verfügt; allein aus dieser Berechnung der leistungsorientierten Mittel würden der Hochschule 630.700 Mark zustehen.

"Mit Sorge betrachten wir jedoch die Entwicklung der Finanzen unseres Bundeslandes", so Rektor Prof. Dr. Werner Fischer, "denn hier ist für die Hochschulen eine Minderausgabe von 200 Millionen Mark geplant. Wir müssen befürchten, dass von diesem Betrag ein Großteil zu Lasten der Fachhochschulen gehen soll, da die Universitäten über den Solidarpakt davon ausgenommen sind."

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