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Über 1000 Bachelor- und Masterabschlüsse an deutschen Hochschulen

16.10.2001 - (idw) HoF Wittenberg - Institut für Hochschulforschung

Über 1000 Bachelor- und Masterabschlüsse können an deutschen Hochschulen ab dem Wintersemester 2001/02 erworben werden. HoF Wittenberg - Institut für Hochschulforschung hat die aktuelle Übersicht über die von den zuständigen 16 Länderministerien genehmigten gestuften Studiengänge und die möglichen Bachelor- und Masterabschlüsse ins Netz gestellt.

Die Übersicht, die seit 1998 jährlich aktualisiert wird, ermöglicht über das Informationsangebot der Hochschulrektorenkonferenz (http://www.hochschulkompass.de)hinaus neben einem bundesländerbezogenen Überblick und Angaben zur Regelstudiendauer der Bachelor- und Masterstudiengänge vor allem Informationen zu den zugrundeliegenden drei Stufungsmodellen (grundständig, konsekutiv, postgradual)und erstmalig auch zur Akkreditierung.

Dr. Heidrun Jahn, die den Prozess der Implementation der Bachelor- und Masterstudiengänge an deutschen Hochschulen wissenschaftlich begleitet, stellt nach einer ersten Auswertung der Daten folgende Entwicklungen fest:

Die Anzahl der Bachelor- und Masterangebote an deutschen Hochschulen hat sich seit der Novellierung des HRG von etwa 100 im Jahre 1998 auf über 1000 im Jahre 2001 erhöht, 1093 wurden bisher von den Länderministerien genehmigt.

Hinter der aktuellen Relation von Bachelor- und Masterstudiengängen an Universitäten (64%) und Fachhochschulen (36%) verbergen sich unterschiedliche Verteilungen auf die drei Stufungsmodelle. Obwohl weiterhin insgesamt postgraduale Master- gegenüber grundständigen Bachelorstudiengängen dominieren, werden größere Unterschiede zwischen Universitäten und Fachhochschulen erkennbar. An den Fachhochschulen ist der Anteil der postgradualen Master am Gesamtangebot mit 49% deutlich höher als der der grundständigen Bachelor mit 31%, während an den Universitäten durch einen Anstieg der grundständigen Bachelor gegenwärtig ein gleich großer Bachelor- und Masteranteil mit jeweils 36% zu verzeichnen ist.
Das mit der Novelle des HRG eingeführte konsekutive Studiengangsmodell, bei dem durch inhaltlich aufeinander aufbauende Studienstufen sowohl ein Bachelor als auch ein Master erworben werden können, ist gegenwärtig quantitativ am geringsten vertreten (25% des Gesamtangebots), obwohl hochschulpolitisch von großer Bedeutung: Ob ein Masterstudiengang Bestandteil eines konsekutiven Modells ist oder unabhängig davon postgradual angeboten wird, ist bedeutsam für mögliche BAföG-Förderung oder für die Beantwortung der Frage, ob Studiengebühren erhoben werden.

Die Verteilung der Bachelor- und Masterstudiengänge auf Fächergruppen zeigt weiterhin die Dominanz der Ingenieurwissenschaften, vor allem durch einen hohen und erneut gewachsenen Fachhochschulanteil. Ihnen folgen die Geistes- und Sozialwissenschaften, die im Vergleich zum vergangenen Wintersemester ähnlich stark angestiegen sind (54% Ingenieure, 53% Geistes- und Sozialwissenschaften), deren Anstieg aber vor allem von den Universitäten getragen wird.
Innerhalb der Geistes- und Sozialwissenschaften werden interessante Entwicklungen in den Erziehungswissenschaften erkennbar. Neue Masterangebote wie Schulpädagogik, Schulmanagement oder Multimedia-Didaktik sind im Kontext mit anstehenden Veränderungen in der Lehramtsausbildung zu diskutieren. Die Entwicklung einer neuen Fächergruppe "Gesundheitswissenschaften", auf die bereits im Wintersemester 2000/01 aufmerksam gemacht wurde, wird über Public Health- und Gesundheitsmanagement-Angebote hinaus vor allem durch neue Möglichkeiten für den Erwerb von Bachelorabschlüssen für Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten an Fachhochschulen befördert.

Die erfassten Daten zur Akkreditierung der für das Wintersemester 2001/02 genehmigten Bachelor- und Masterangebote zeigen, dass erst 42 (29 Master, 13 Bachelor) akkreditiert wurden. Dabei ist zu beachten, dass die ersten anerkannten Agenturen in Deutschland erst im Jahre 2000 mit der Akkreditierung begonnen haben und eine große Anzahl von Verfahren noch durchzuführen ist. Das spiegelt sich u. a. darin wider, dass für einen hohen Anteil der Bachelor- und Masterangebote (für 545 von 1093) nach Aussagen der Länderministerien Akkreditierung geplant ist. In diesen Ländern wurde die Genehmigung in der Regel befristet unter Auflage von Akkreditierung erteilt. In anderen Bundesländern wird Genehmigung nicht von Akkreditierung abhängig gemacht, was sich u. a. darin zeigt, dass für 501 Bachelor- und Masterangebote in den Länderministerien nicht bekannt ist, ob die Hochschule eine Akkreditierung des Studienganges plant oder in 5 Fällen Akkreditierung auch nicht für erforderlich gehalten wird.

Auf der Basis der erhobenen Daten werden vertiefende qualitative Untersuchungen zur Entwicklung gestufter Studiengänge mit Bachelor- und Masterabschlüssen in unterschiedlichen Fachkulturen und Professionen durchgeführt und Zusammenhänge zwischen Akkreditierung und Qualitätssicherung für Bachelor- und Masterangebote an deutschen Hochschulen untersucht.

Die aktuelle Übersicht über Bachelor- und Masterstudiengänge an deutschen Hochschulen finden Sie unter der unten angegebenen URL.

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