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Kein Platz für Gewalt und Diskriminierung

17.10.2001 - (idw) Universität zu Köln

Die Universität ist offen, und wir sind stolz, daß viele Studierende und Wissenschaftler aus allen Ländern hierher kommen und sich hier wohl fühlen. So soll es bleiben; für Gewalt und Diskriminierung ist an der Universität kein Platz. Mit diesen Worten leitete der Rektor der Universität zu Köln, Professor Dr. Tassilo Küpper, die Festliche Eröffnung des Wintersemesters 2001/2002 ein. Als diesjähriger Festredner sprach Professor Dr. Ernst Pöppel, Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, über das Thema "Was ist Wissen?"

137/2001
Kein Platz für Gewalt und Diskriminierung
Festliche Semestereröffnung an der Universität zu Köln

Die Universität ist offen, und wir sind stolz, daß viele Studierende und Wissenschaftler aus allen Ländern hierher kommen und sich hier wohl fühlen. So soll es bleiben; für Gewalt und Diskriminierung ist an der Universität kein Platz. Mit diesen Worten leitete der Rektor der Universität zu Köln, Professor Dr. Tassilo Küpper, die Festliche Eröffnung des Wintersemesters 2001/2002 ein. Als diesjähriger Festredner sprach Professor Dr. Ernst Pöppel, Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, über das Thema "Was ist Wissen?"

In seiner Begrüßungsansprache führte Rektor Professor Küpper weiter aus, daß die Möglichkeiten der Universität begrenzt, aber die geistigen Waffen das richtige Mittel sind: "Wie vernichtend sie im Negativen wirken können, haben wir erleben müssen; ich bin überzeugt, daß sie im positiven Sinne ihre Wirkung noch stärker entfalten können." Zugleich unterstrich er, daß die Universität bereit ist, sich an einer offenen Diskussion über zentrale Themen der Gesellschaft zu beteiligen und ihre Kompetenz einzubringen. (Der Wortlaut der Rede von Rektor Professor Küpper ist unter http://www.uni-koeln.de/organe/presse/fest.html abrufbar.)

Der Festredner, Professor Pöppel, ist unter anderem durch seine Untersuchungen über das Zeitempfinden des Menschen bekannt geworden. Seine Untersuchungen haben ergeben, daß der Mensch keineswegs in der Lage ist, die Zeit kontinuierlich wahrzunehmen, sondern Reize unterhalb einer kritischen Schwelle nicht aufnehmen, Zeit also nur in einem diskretisierten Zustand - quasi quantifiziert - empfinden kann. Einer breiteren Öffentlichkeit ist Professor Pöppel bekannt geworden durch einen großen Bericht im "Spiegel" mit einer Diskussion mit Durs Grünbein über die Entstehung der Kreativität im Gehirn, der wissenschaftlichen Welt durch ca. 20 Bücher und zahlreiche Veröffentlichungen. (Der Wortlaut der Rede von Professor Pöppel ist ebenfalls unter http://www.uni-koeln.de/organe/presse/fest.html abrufbar.)

Im Anschluß an den Festvortrag verlieh Rektor Professor Küpper Dr. Klaus Dintelmann, der mehr als ein Jahrzehnt neben seiner beruflichen Beanspruchung als Vorstand der Deutschen Bank in Köln der Universität als Schatzmeister des Vereins der Freunde und Förderer gedient hat, die Universitätsmedaille.

Mit dem diesjährigen Universitätspreis zeichnete danach Rektor Professor Küpper Dr. Edeltrud Marx von der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät und Dr. Carsten Schmuck von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen für ihre Habilitationsschriften "Versprecher und Genusverarbeitung: Analysen spontaner und experimentell erzeugter Sprechfehler" bzw. "Carboxylat-Erkennung durch Guanidiniocarbonylpyrrole: Von der Selbstaggregation zu Peptidrezeptoren" aus. Rektor Professor Küpper wies darauf hin, daß die äußerst weit auseinanderliegenden Themen der preisgekrönten Werke, aber auch der unterschiedliche Werdegang der ausgezeichneten Wissenschaftler in interessanter Weise das breite Spektrum wissenschaftlicher Betätigung an der Universität widerspiegeln. Dr. Schmuck hat seine Habilitation bereits mit 33 Jahren abgeschlossen und nicht - wie häufig argumentiert wird - erst nach dem 40. Lebensjahr. Dr. Marx hat erst nach 12-jähriger Tätigkeit in der Berufspraxis den Weg in die Wissenschaft zurück gesucht. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 12.000 DM wurde vom Verein der Freunde und Förderer der Universität zu Köln zur Verfügung gestellt.

Den vom DAAD gestifteten Preis für ausländische Studierende überreichte in diesem Jahr Rektor Professor Küpper Carole Estelle Ngouoto-Nkili in Anerkennung ihrer hervorragenden Leistungen in Studium und Examen. Carole Estelle Ngouoto-Nkili wurde 1972 in der Republik Kongo geboren. Sie hat 1991 das französische Baccalaureat erworben und das Grundstudium im Fach Biologie an der Universität Straßburg abgeschlossen. 1997 nahm sie das Hauptstudium an der Universität zu Köln auf und fertigte im Institut für Biochemie eine Diplomarbeit an.

Das Schmittmann-Wahlen-Stipendium erhielt in diesem Jahr Katja Günther, die zur Zeit an einer Dissertation zu dem Thema "Das Phantomglied im Spannungsfeld von Philosophie, Medizin und Nazi-Ideologie - Max Mikoreys Begründung der menschlichen Sonderstellung" arbeitet. Durch ihren Werdegang ist - so Rektor Professor Küpper - Katja Günther für diese breit angelegte Aufgabe bestens ausgewiesen mit einem Studium von Philosophie, Germanistik und Klassische Philosophie zunächst in Heidelberg und Köln, aber erweitert um Medizin, dann in München mit Schwerpunkt in Philosophie, Linguistik und Mediävistik und Abschluß des 1. Staatsexamens in Medizin. Es folgte ein Studium in Oxford mit einem Master of Science in Neurowissenschaften und ein weiterer Forschungsaufenthalt dort, bei dem die Grundlagen für ihre medizinische Dissertation über "Prioneninfektion bei Mäusen - eine Verhaltens- und histologische Untersuchung" Institut für Neurophysiologie der Universität zu Köln gelegt wurden. Zu dem beeindruckenden akademischen Werdegang kommen Auszeichnungen als Stipendiatin der Studienstiftung, Preise bei "Jugend musiziert", sportliches Interesse und soziales Engagement u. a. bei der Katholischen Hochschulgemeinde. Der Preis erinnert an Benedikt Schmittmann von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, der als unerschrockener Gegner des Nationalsozialismus seinen Widerstand 1939 mit dem Leben bezahlen mußte.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).

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