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Festschrift für Heidelberger Historiker Prof. Eike Wolgast vorgelegt

19.10.2001 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Aus Anlass seines 65. Geburtstags - 34 Aufsätze zur deutschen Universitätsgeschichte - Themen reichen von der Politikberatung im 16. Jahrhundert bis zur Rolle der Universitäten im "Dritten Reich" - Neun Beiträge zur Geschichte der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Dem Heidelberger Historiker Professor Eike Wolgast, der seit 1975 einen Lehrstuhl für Neuere Geschichte am Historischen Seminar der Universität Heidelberg innehat, ist anlässlich seines 65. Geburtstags von Schülern und Kollegen eine Festschrift gewidmet worden, die 34 Aufsätze zur deutschen Universitätsgeschichte umfasst und damit einen Themenbereich aufgreift, den der Jubilar in seinen Forschungen häufig bearbeitet hat.

Unter den Beiträgen finden sich sowohl Studien zu Spezialfragen wie auch einige übergreifende Aufsätze, die bei allgemein historisch interessierten Leserinnen und Lesern Aufmerksamkeit wecken dürften, zum Beispiel zu den Themen Politikberatung im 16. Jahrhundert (Luise Schorn-Schütte), Bildungsreformen im Reich der Frühen Neuzeit (Anton Schindling), Universitätsfinanzen im 19. Jahrhundert (Hans-Peter Ullmann) oder zur Rolle der Universitäten im "Dritten Reich" (Klaus Hildebrand). Zumindest im regionalen Rahmen von besonderem Interesse sind die neun Beiträge der Festschrift, die Aspekte der Geschichte der Ruperto Carola behandeln und direkt an die Arbeiten Eike Wolgasts anknüpfen, der 1986 zum 600. Jubiläum eine Gesamtdarstellung vorgelegt und sich auch seitdem noch mehrfach mit der Heidelberger Universitätsgeschichte befasst hat.

Drei dieser neun auf Heidelberg konzentrierten Aufsätze widmen sich der älteren Universitätsgeschichte: Ursula Machoczek gibt einen Überblick über die Stipendienstiftungen von der Universitätsgründung bis 1803, während Robert Zepf (das Collegium Sapientiae) und Armin Kohnle (die Heidelberger Disputation von 1584) die Epoche in den Blick nehmen, in der konfessionelle Kontroversen den Charakter der Universität prägten.

Die sechs weiteren Beiträge dokumentieren Etappen der wechselvollen Geschichte der Ruperto Carola im 20. Jahrhundert: die Beteiligung Heidelberger Professoren an der Erwachsenen- und insbesondere Arbeiterbildung in Mannheim um die Jahrhundertwende (Udo Wennemuth), ihr patriotisches Engagement im Ersten Weltkrieg (Folker Reichert) und die Schwierigkeiten der Universität im Umgang mit den Symbolen des untergegangenen Kaiserreichs in den Jahren der Weimarer Republik (Frank Engehausen).

Das dunkelste Kapitel der Heidelberger Universitätsgeschichte behandelt Werner Moritz in seinem Aufsatz über die politisch motivierte Aberkennung von Doktortiteln in der Zeit des Nationalsozialismus. Mit der jüngsten Universitätsgeschichte schließlich befassen sich Diether Raff mit einem Zeitzeugenbericht über die universitären Partnerschaftsbeziehungen Heidelbergs und Montpelliers sowie Volker Sellin, der, als ehemaliger Rektor dazu in besonderer Weise berufen, die Grundordnung von 1969 als Einschnitt in der Organisationsgeschichte der Universität kritisch beleuchtet.

Zwischen Wissenschaft und Politik. Studien zur deutschen Universitätsgeschichte. Festschrift für Eike Wolgast zum 65. Geburtstag, hrsg. v. Armin Kohnle u. Frank Engehausen, Franz Steiner Verlag Stuttgart 2001, XIV u. 605 S., 197,53 DM.
Christine Weiss

Rückfragen bitte an:
Dr. Armin Kohnle
Historisches Seminar der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542293, Fax 542267
armin.kohnle@urz.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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