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Wer macht die Ethik?

26.10.2001 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

An welchen Wertmaßstäben orientiert sich menschliches Handeln? Themen wie Sterbehilfe oder Schutz des ungeborenen Lebens, Tiertransporte oder Ausgrenzung von Minderheiten sorgen immer wieder für heftige und häufig sehr emotional geführte Diskussionen in der Bevölkerung. Aber wer definiert denn überhaupt die ethischen Grenzen in der Wissenschaft, in Politik und Gesellschaft? "Wer macht die Ethik?" Mit diesem immer wieder aktuellen Thema beschäftigt sich das Studium generale" der Universität Münster im laufenden Wintersemester. Zum Auftakt dieser öffentlichen Veranstaltungsreihe im münsterschen Rathaus wird sich der Direktor der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Münster, Prof. Dr. Hugo Van Aken, am kommenden Dienstag, 30. Oktober 2001, um 20.15 Uhr mit ethischen Problemen in der Intensivmedizin auseinandersetzen.

Im Rahmen seines Vortrags wird der Mediziner unter anderem auf die häufig schwierige Gratwanderung zwischen dem "Recht auf Leben" und dem "Recht zum Sterben" eingehen. Diese Entscheidungsfindung gehöre zur ärztlichen Tätigkeit. Van Aken wird dabei herausstellen, dass aus Sicht des Intensivmediziners bei Konsens über Aussichtslosigkeit, Sinnlosigkeit oder Unzumutbarkeit weiterer medizinischer Intervention ein Sterbenlassen durch Therapiereduktion nicht nur erlaubt, sondern auch geboten sei. Darüber hinaus wird der Referent in dieser Auftaktveranstaltung des "Studium generale" unter anderem auf die Problematik der Rationierung der Intensivmedizin eingehen und dabei beispielsweise die Rolle beleuchten, die zu erwartende Kosten und Behandlungsergebnisse bei der Rationierung spielen könnten. Mit Nachdruck wird er herausstellen, dass grundsätzlich niemand auf Grund von nichtmedizinischen Kriterien, wie etwa Alter oder Zahlungsmöglichkeit, von intensivmedizinischer Behandlung ausgeschlossen werden sollte.

Als Referenten für die weiteren Vorträge innerhalb des "Studium generale" in diesem Wintersemester, die jeweils um 20.15 Uhr im Rathaus (Eingang Stadtweinhaus) beginnen, konnten neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Münster unter anderem auch der Staatssekretär im Bundesbildungsministerium Wolf-Michael Catenhusen, MdB, gewonnen werden. Inhaltlich geht es in den einzelnen Veranstaltungen am 13. und 29. November, 6. Dezember sowie 8.
und 24. Januar unter anderem um Verfassungstheorie und Verfassungswirklichkeit in der frühen Bundesrepublik (Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer), frauenpolitische Argumentationsstrategien in der Debatte um das ungeborene Leben (Dr. Elke Mildenberger), um die Rolle der Moraltheologie, um die Zuständigkeit für die Ethik aus politischer Sicht (Wolf-Michael Catenhusen) sowie um den Ursprung ethischer Normen (Prof. Dr. Ludwig Siep).

Neben Beschäftigten und Studierenden der Universität sind auch alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in und um Münster zu den kostenfreien Veranstaltungen des "Studium generale" sehr herzlich eingeladen.
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