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Freundegesellschaft unterstützt MHH mit 3,1 Millionen Mark

30.10.2001 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

Einladung zur Jahresversammlung, zu Preisverleihungen
und einem Vortrag über Mammascreening am 31. Oktober 2001

Exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) zu berufen, um Forschung, Lehre und Krankenversorgung auf hohem Niveau zu halten - das erfordert angesichts knapper finanzieller Mittel oft tatkräftige Unterstützung. Als verlässlicher Partner erweist sich da seit langem die Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover e. V.: Mehr als 3,1 Millionen Mark stellten die rund 800 Mitglieder des Vereins und weitere Förderer im Jahr 2000 der MHH zur Verfügung. Wofür das Geld im Einzelnen bewilligt wurde, erläutert der Vorstandsvorsitzende Klaus Richter bei der Jahresversammlung der Gesellschaft

· am Mittwoch, den 31. Oktober 2001
· im Haus der Ärztekammer Niedersachsen,
· Berliner Allee 20 (Ecke Schiffgraben) in Hannover.
· Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr.

Vorgeschaltet ist ein Fototermin um 16.30 Uhr.

Die Gäste erwartet ein vielfältiges Programm. Zur aktuellen Situation der MHH wird sich Rektor Professor Dr. Horst v. der Hardt äußern. Anschließend werden zwei hoch dotierte Wissenschaftspreise überreicht: Der mit 30.000 Mark ausgestattete Rudolf-Schoen-Preis geht an Privatdozent Dr. Jörg Radermacher, Abteilung Nephrologie der MHH. Den mit 10.000 Mark dotierten Jan-Brod-Preis erhält Privatdozent Dr. Bernhard Schieffer, Abteilung Kardiologie und Angiologie der MHH.

Die Veranstaltung beschließt ein Vortrag von Professor Dr. Christof Sohn, Abteilung Geburtshilfe, Perinatologie und allgemeine Gynäkologie der MHH, zum Thema "Mammascreening - Sinn und Zweck eines Brustkrebs-Suchtests".

Wir laden herzlich zu der Veranstaltung der Freundegesellschaft ein und würden uns über Ihr Kommen sehr freuen.

Beachten Sie bitte auch die folgende Seite, auf der wir Ihnen die Arbeiten der Preisträger vorstellen.


Seite 2 zur MHH-Pressemitteilung vom 29. Oktober 2001

Rudolf-Schoen-Preis
Der von der Preussag AG Hannover gestiftete und mit 30.000 Mark dotierte Rudolf-Schoen-Preis geht an Privatdozent Dr. med. Jörg Radermacher (40), Abteilung Nephrologie der MHH (Direktor: Professor Dr. Hermann Haller). Seinen Studienergebnissen zufolge zeigt ein spezieller Ultraschall-Messwert, ob es sinnvoll ist, verengte Nierenarterien aufzuweiten. Die Arbeit wurde in der hoch angesehenen Zeitschrift New England Journal of Medicine publiziert.

Das Team um Dr. Radermacher aus der Abteilung Nephrologie untersuchte Patienten mit verengten Nierenarterien. Mit Hilfe von Farbultraschall maßen sie die Durchblutung der Gefäße und ermittelten den so genannten renalen Widerstandsindex.

Die Blutgefäße verändern sich im Laufe des Lebens. Durch Ablagerungen entstehen Engpässe, Stenosen. In den Nierenarterien führen sie zu Bluthochdruck und eingeschränkter Nierenfunktion. Stenosen lassen sich genau diagnostizieren, aber nicht immer erfolgreich behandeln: Wird die Engstelle aufgeweitet, wirkt sich das keinesfalls für alle Betroffenen günstig aus. Da der Eingriff mit Röntgenstrahlen verbunden und zudem relativ teuer ist, suchten die Wissenschaftler nach einem Messwert, mit dem sich vorab klären lässt, wann eine Gefäßaufweitung gerechtfertigt ist.

Der renale Widerstandsindex ist solch ein Wert. Bei Patienten mit einem hohen Index verbesserte sich der Blutdruck nach der Aufweitung nur in wenigen Fällen, die Nierenfunktion verschlechterte sich sogar bei 80 Prozent von ihnen. Ganz anders das Bild bei Patienten mit einem niedrigen Widerstandsindex. Für sie bringt die Aufweitung Vorteile: 94 Prozent wiesen nach dem Eingriff einen besseren Blutdruck auf und lediglich bei drei Prozent wurde die Nierenfunktion schlechter.
Jan-Brod-Preis
Den von der Solvay Arzneimittel GmbH, Hannover, gestifteten und mit 10.000 Mark dotierten Jan-Brod-Preis erhält Privatdozent Dr. med. Bernhard Schieffer (37), Abteilung Kardiologie und Angiologie der MHH (Direktor: Professor Dr. Helmut Drexler). Die ausgezeichnete Arbeit wurde in der international renommierten Zeitschrift Circulation publiziert.

Dr. Schieffer untersuchte zusammen mit seiner Arbeitsgruppe chronische Entzündungsprozesse des Blutgefäßsystems. Nach derzeitigem Kenntnisstand verursachen sie Atherosklerose, also Arterienverkalkungen. Die Studienergebnisse helfen, erkrankte Herzkranzgefäße besser behandeln zu können und dadurch möglicherweise Herzinfarkte und Schlaganfälle zu verhindern.

Fette in unserer Ernährung rufen Ablagerungen, Plaques, an den Blutgefäßwänden hervor, die Entzündungsreize darstellen. Wandern dort Entzündungszellen ein, wird das so genannte Renin-Angiotensin-System aktiviert und das Enzym Angiotensin II freigesetzt. Es bewirkt eine Gefäßverengung, wodurch sich der Druck auf die dünne Deckplatte der Plaques erhöht. Darüber hinaus setzt das Enzym entzündungsfördernde Proteine frei - beispielsweise das Interleukin-6-Zytokin, das die Deckplatte "andaut" und sie instabil macht. Folge: Die Plaques platzen auf und es bilden sich Gerinnsel.

Die Forscher entdeckten, dass zwischen dem aktiven Renin-Angiotensin-System und dem Zytokin eine direkte molekulare Verbindung besteht. Durch Blockierung des Renin-Angiotensin-Systems können das Aufplatzen und somit ein Herzinfarkt beziehungsweise andere gefäßbedingte Erkrankungen wie Schlaganfälle vermieden werden.

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