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Morgen beginnt wieder "Japan heute"

13.11.2001 - (idw) Universität Augsburg

Die Ringvorlesung zur Wirtschaft und Gesellschaft Japans bietet diesmal neun Vorträge und zum Start einen Überblick über den japanischen Film der 60er Jahre -


Mit der Vorführung des Films Films "Tsubaki sanjuro" von Akira Kurosawa und einem Vortrag von Prof. Dr. Peter Pörtner (Japan-Zentrum der Universität München) über Japanische Regisseure der 60er Jahre" startet morgen um 19 Uhr im "Mephisto", (Karolinenstraße 21) die vierteilige Filmreihe "Japanischer Film: Brennpunkt 60er Jahre" und zugleich die Ringvorlesung "Japan heute - Beobachtungen und Analysen aus deutscher und japanischer Sicht", die nach dem cineastischen Auftakt im laufenden Wintersemester neun Vortragsveranstaltungen an der Universität bietet.

VIER FILME AUS JAPANS 60ER JAHREN

In der Reihe "Japanischer Film: Brennpunkt 60er Jahre", die zum Programm der Augsburger "Tage des unabhängigen Films" gehört, werden nach "Tsubaki Sanjuro" am 15., 16. und 17. November die Streifen "Sanma No Aji"/"Ein Herbstnachmittag" (Yasujiro Ozu, 1962,), "Seppuku"/"Harakiri" (Masaki Kobayashi, 1962) und "Suna No Onna"/"Die Frau in den Dünen" (Hiroshi Teshigahara, 1964) jeweils im japanischen Original mit englischen Untertiteln gezeigt. Während die erste Veranstaltung um 19 Uhr beginnt, beginnen die drei weiteren Vorführungen jeweils bereits um 18 Uhr. (siehe Anhang)

NEUN VORTRÄGE ZU WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT JAPANS

Ebenfalls um 18 Uhr, und zwar stets mittwochs im Hörsaal 2105 der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Universitätsstraße 16) beginnen die Vorträge der Ringvorlesung "Japan heute". Auch in diesem Semester werden wieder verschiedenstes Aspekte der Wirtschaft und Gesellschaft Japans beleuchtet:

o 21. November 2001: Großmachtinteressen, Wirtschaftskrisen und Führungskonflikte: Neuere Entwicklung der Sicherheitspolitik im asiatisch-pazifischen Raum - Prof. Dr. Manfred Pohl (Universität Hamburg)

o 28. November 2001: Global Strategy of FUJITSU - Ichiro Hirose (Geschäftsführer Fujitsu Deutschland GmbH, München)

o 5. Dezember 2001: Deutsche Autoren auf dem japanischen Markt - Lizenzgeschäfte mit japanischen Verlagen - Reiner Weiss (Programmdirektor Suhrkamp Verlag, Frankfurt)

o 12. Dezember 2001: Japan und EU - Für bessere Beziehungen zwischen Asien und Europa - Takeshi Nakan ( Japanischer Generalkonsul in München)

o 19. Dezember 2001: Aspekte von Öffentlichkeit am Beispiel von Rundfunk und Fernsehen in Japan - Interdisziplinärer Vergleich - Prof. Dr. Albrecht Rösler (Universität Hohenheim, Stuttgart)

o 9. Januar 2002: Investment-Aussichten für den japanischen Aktienmarkt - Michael Riesner (Technischer Analyst, Asset-Management, DG Bank, Frankfurt)

o 16. Januar 2002: Mobile Communication and it's Role - NTT DoCoMo's Activities and Future Vision - Dr. Kohei Satoh (Präsident DoCoMo Communications Laboratories Europe GmbH, München)

o 23. Januar 2002: Institutionelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Japan auf regionaler Ebene in der Praxis - erörtert am Beispiel eines Projektes der Jetro und des Freistaats Bayern - Dr. Wolfgang Epp (IHK für Augsburg und Schwaben, Geschäftsführer der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Augsburg und Schwaben)

o 30. Januar 2002: Deutsche Begegnung mit der japanischen Gartenkunst (mit anschließendem japanischem Imbiss) - Reinhard Bender RA (Rechtsanwalt, Augsburg)

Die Ringvorlesung "Japan heute" wird von Prof. Dr. Horst Hanusch (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Innovationsökonomik, Public Sector Management, Wirtschaft und Gesellschaft Japans) in Verbindung mit der IHK für Augsburg und Schwaben und der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Augsburg und Schwaben e. V. veranstaltet.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:

Keiko Oshima, Telefon: 0821/598-5187, e-mail: keiko.oshima@sz.uni-augsburg.de
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ANHANG ZUR FILMREIHE "JAPANISCHER FILM: BRENNPUNKT 60ER JAHRE"

Über die vier Filme, die er zu dieser Reihe zusammengestellt hat, schreibt Olaf Möller: "Die sechziger Jahre waren in Japan, wie wohl überall auf der Welt, der wahre Höhepunkt des Kinos - bislang jedenfalls: Die Klassik gelangte weise-gelassen zu ihrer Apotheose, während die Moderne (als deren Kritik & Transformation & aber auch Liebeserklärung) mit aller Gewalt zu sich fand. Ein für Japan ganz eigenes Moment ist, daß mit den Sechzigern eine ganze Filmkultur vergeht: am Ende dieser Dekade ist auch das Studiosystem am Ende - das japanische Kino danach wird trotzdem immer weiter nach dessen Strukturen suchen. Unsere kleine, im einzelnen in sich zusammenhanglose Filmauswahl soll diesen Augenblick, seine Weite wie Gewaltigkeit, symbolisch umschreiben. Ein letztes Meisterwerk eines frühen Giganten, Yasujiro Ozus 'Sanma No Aji', steht da neben zwei Höhepunkten aus dem Schaffen der (Nach-)Kriegs-Kinogeneration, Akira Kurosawas 'Tsubaki Sanjuro' und Masaki Kobayashis 'Seppuku'. Die Letzteren repräsentieren das Genre des Chambara (Schwertkampf-Films) in seiner ganzen Komplexität wie all seiner potentiellen sozialkritischen Widerständlichkeit: einmal wüst-ironisch (Kurosawa), einmal wütend-verzweifelt (Kobayashi) - allesamt auch Schwanengesänge: man darf nicht vergessen, daß zu diesem Zeitpunkt das Chambara als Kinogenre am verschwinden andererseits aber dabei war, sich zu einem Rückgrat des Fernsehens zu entwickeln. Heute sind Kino-Chambara nur noch Reminiszenzen. Hiroshi Teshigaharas 'Suna No Onna' steht für jene zu diesem Zeitpunkt aufkommende Kultur der unabhängigen Produktionen sowie der Bereicherung des Spielfilms durch Filmemacher, die aus anderen Disziplinen stammen: Teshigahara war bildender Künstler, wobei in diesem Fall auch noch der (Drehbuch-)Autor Kobo Abe eine für das Werk entscheidende Rolle spielt. Ein weiterer Mitarbeiter verbindet auf's Schönste die Werke Kobayashis und Teshigaharas: der Komponist Toru Takemitsu, dessen Filmmusik mit einer Sensibilität irgendwo zwischen musique concrète und klassischer japanischer Musik, zwischen atonalem Schmerz und sphärischen Klängen, diesen Arbeiten noch eine ganz eigenartige Tiefe verleiht, die sich, in anderer Form, vielleicht auch in dem Film des Ältesten und Größten von allen, Yasujiro Ozu, findet."

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