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Zwischen Mythos und Philosophie - Autorenkolloquium mit Michael Theunissen

15.11.2001 - (idw) Universität Bielefeld

Im Rahmen eines Autorenkolloquiums lädt das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld zu einem öffentlichen Vortrag von Michael Theunissen zum Thema "Zwischen Mythos und Philosophie. Chaos, Nacht und Zeusherrschaft in Hesiods Theogonie" am 22. November, um 20 Uhr im Plenarsaal des ZiF ein.
Michael Theunissen (geboren 1932) ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Philosophen der Gegenwart. Hauptbereiche seiner Forschungen und Publikationen sind die Philosophie Hegels und Kierkegaards, die moderne Sozialphilosophie und Phänomenologie, die Philosophie der Zeit und das Werk des altgriechischen Lyrikers Pindar und seiner Vorläufer. Das Autorenkolloquium konzentriert sich auf die Arbeiten Theunissens aus dem letzten Jahrzehnt, in deren Zentrum das Thema "Zeit" steht. In diesen Schriften verfolgt Theunissen die Frage nach der existenziellen und metaphysischen Bedeutung menschlicher Zeiterfahrung in Auseinandersetzung mit Positionen der Philosophiegeschichte, mit Befunden der Psychopathologie sowie mit Zeugnissen der altgriechischen Dichtung. Die im letzten Jahr vorgelegte umfassende Studie "Pindar. Menschenlos und Wende der Zeit" sucht in der Fremdheit und Unzeitgemäßheit der frühen griechischen Dichtung Grundlagen für eine Selbstverständigung des modernen Denkens zu gewinnen. Wie Heidegger (und vor ihm Hölderlin und Nietzsche) sieht Theunissen im Rückgang auf das archaische Griechentum eine Möglichkeit, die Grundentscheidungen, die das abendländische Denken bestimmt haben, bewusst zu machen und zu reflektieren. Die Lyrik Pindars und seiner Vorgänger ist nach Theunissen zutiefst geprägt von einer sich theologisch artikulierenden Zeiterfahrung. In seiner Zeiterfahrung begegnet dem Menschen danach das Göttliche, das sein Leben beherrscht und unvorhersehbar in es eingreift. In der Transformation und Interpretation dieser Zeiterfahrung bietet die frühgriechische Dichtung eine Folie für die Verständigung über den Menschen wie über das philosophische Denken und dessen Geschichte. Dies wird auch den Hintergrund des öffentlichen Vortrags bilden.
Zu dem Kolloquium sind prominente Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen aus Deutschland, Dänemark und der Schweiz eingeladen, unter ihnen Jürgen Habermas. Die wissenschaftliche Leitung des Kolloquiums hat Emil Angehrn (Basel).
Nähere Informationen erhalten Sie im ZiF-Tagungsbüro: Trixi Valentin, Tel.: 0521/106-2769.

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