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Mehr Professorinnen an Fachhochschulen bringen

16.11.2001 - (idw) Fachhochschule Nürtingen

Mentoring im Geschwindschritt und via Internet für künftige FH-Professorinnen.

Noch immer sind in Baden-Württemberg nicht einmal 10 Prozent aller Professuren mit Frauen besetzt. Der Trend geht aber nach oben, künftig vielleicht sogar steiler als bisher. Jedenfalls war das Interesse an einem Infoabend zur Fachhochschul-Professur für Frauen am Montag, dem 12. November in Stuttgart höher denn je: Mehr als 70 Frauen hatten sich dafür angemeldet - eine hohe Zahl, wirken an Fachhochschulen in Baden-Württemberg derzeit doch weniger als 200 Professorinnen und war für den Abend nicht breit geworben worden.

Die Besucherinnen wurden aus erster Hand informiert: Von den Frauenbeauftragten der Fachhochschulen, allesamt selbst Professorinnen. In Vorträgen und Kleingruppen-Gesprächen gab es viele praxisnahe Fakten und Tipps rund um die FH-Professur - von Berufungsvoraussetzungen und Bewerbungsstrategien bis zum Nutzen von Serviceangeboten und Fördermöglichkeiten im Mathilde-Planck-Programm. Dabei wurden individuelle Fragen ganz persönlich von Erfahrenen beantwortet, zugleich also ein Mentoring-Projekt im Geschwindschritt. Dass das Ziel, die FH-Professur, tatsächlich erreichbar ist, machte der Bericht einer gerade neu berufenen Professorin, zuvor Lehrbeauftragte im Mathilde-Planck-Programm, anschaulich deutlich. Überdies ist sie kein Einzelfall: Bislang wurden schon mindestens 11 Lehrbeauftragte aus dem Programm Professorinnen. Demnächst können über das Programm zusätzlich Promotionen und Berufseinstiege gefördert werden. Alles Wissenswerte zum Programm, zur FH-Professur und zur Frauenförderung an Fachhochschulen ist im Internet öffentlich zugänglich, und zwar auf der Website der Landeskonferenz der Frauenbeauftragten an Fachhochschulen (www.gleichstellung-fh-bw.fh-nuertingen.de). Die Koordinierungsstelle der Konferenz ist an der Fachhochschule Nürtingen angesiedelt. Über die Website gibt es auch persönliche Antworten auf individuelle Fragen, also virtuelles Mentoring.

Den Infoabend hatte ebenfalls die Landeskonferenz der FH-Frauenbeauftragten organisiert, im Anschluss an ihre halbjährliche interne Tagung. Dort ging es vor allem um die Frage, wie die Rahmenbedingungen für die Gleichstellungspolitik an den einzelnen Hochschulen und im Land weiter verbessert werden können. Das ist im Moment ein besonders spannendes Thema, weil die tiefgreifenden Umwälzungen im Zug der Hochschulreform völlig neue Wege eröffnen - etwa Einbeziehen der Gleichstellungspolitik in Hochschulfinanzierung oder Struktur- und Entwicklungspläne. Diese Wege müssen aber erst entdeckt und gangbar werden, was nur durch Mehrarbeit der Frauenbeauftragten möglich ist.
In der Landeskonferenz arbeiten die Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragten der einzelnen Fachhochschulen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, sich weiterzubilden und ihre Anliegen auf der Landesebene wirksam zu vertreten. Die Landeskonferenz trifft sich regelmäßig einmal je Semester, einmal jährlich gemeinsam mit den Universitäten, Kunsthochschulen und Pädagogischen Hochschulen. Eine überregionale Zusammenarbeit gibt es auch bundesweit.

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