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Gleichstellung von Frauen und Männern verbessert Qualität universitärer Reformen

16.11.2001 - (idw) Universität Dortmund

Fortschritte und Perspektiven des Reformprojekts "Qualität und Innovation - Geschlechtergerechtigkeit als Reformstrategie (QueR)" stehen heute auf dem Prüfstand beim 6. Beraterbesuch der VolkswagenStiftung an der Universität Dortmund. Die Universität Dortmund ist die einzige Universität in Nordrhein-Westfalen, die am Hochschulreformprogramm "Leistungsfähigkeit durch Eigenverantwortung" der Stiftung teilnimmt.

Bundesweit werden 10 Universitäten gefördert. Das Projekt der Universität Dortmund erstreckt sich über vier Jahre, es wird mit 1,5 Mio. DM gefördert. Es startete im November 1998, jetzt steigt es ins letzte Jahr ein.

Das Rektorat nimmt den Besuch der Berater der VolkswagenStiftung zum Anlass, einen Rückblick auf die geleistete Arbeit zu werfen, die bisher erreichten Veränderungen aufzuzeigen und die Ziele für den Projektabschluss zu präzisieren.

Geschlechtergerechtigkeit als Reformstrategie

Noch eine Besonderheit: Die Universität Dortmund ist auch die einzige Hochschule, die im Rahmen dieses Programms das Thema Gleichstellung aufgreift.

Mit dem Projekt QueR ("Qualität und Innovation - Geschlechtergerechtigkeit als Reformstrategie") integriert die Dortmunder Universität den Gleichstellungsaspekt in ihre Reformstrategien und nimmt strukturelle Veränderungen zugunsten verbesserter Chancengleichheit vor. Zum ersten Mal sind an einer Universität Aktivitäten der Gleichstellungspolitik auf die Gesamtentwicklung bezogen und gehen als zentrale Aufgabe direkt vom Rektorat aus. Die Universität Dortmund ist Pionierin eines Paradigmenwechsels: Gleichstellung nicht als Frauenförderung sondern als Strukturpolitik und Querschnittaufgabe der Personalentwicklung.

Gleichstellungsfortschritt als Motor und Motivation

Die ersten drei Projektjahre wurden genutzt, um an den vielfältigen Universitätsaufgaben anzusetzen und je nach Kontext, Zielgruppen und Fachbereichen verschiedene Maßnahmen zu konzipieren und einzuführen. Diese werden jetzt stärker vernetzt und synergetisch aufeinander bezogen, so dass auch nach Projektabschluss die vom Rektorat ausgehende Steuerung Gleichstellungsfortschritte in den Fachbereichen unterstützen wird. Umgekehrt sollen sich dezentrale Initiativen auf die Gesamtentwicklung positiv auswirken. Inhaltlich setzt die Universität Dortmund einen besonderen Akzent auf interdisziplinäre Geschlechterforschung in ihrem Profil.

Ins Qualitätsmanagement sind Gleichstellungskriterien integriert worden. Das heißt zum Beispiel, dass die Fachbereiche auch danach bewertet werden, wie sie Motivation, Beteiligung und Entfaltungschancen von Männern und Frauen fördern. Die interne Mittelverteilung wird sich ebenfalls an Gleichstellungsfortschritten orientieren.

Erfahrungen in unterschiedlichen Fachbereichen

Mehrere Pilotfachbereiche haben sich von Anfang an diesen Zielsetzungen intensiv gewidmet. So wurden in den Fakultäten bzw. Fachbereichen Chemie, Maschinenbau, Raumplanung und Gesellschaftswissenschaften, Philosophie, Theologie innovative Entwicklungen in den Bereichen Studienreform, wissenschaftliche Nachwuchsförderung, Studieninformation und Karriereberatung in Gang gesetzt . Diese Reformmaßnahmen haben sich bereits positiv ausgewirkt.

Ergänzend hat das Rektorat ein internes Programm "Qualität durch Geschlechtergerechtigkeit" ausgeschrieben, um durch finanzielle Anreize die Zahl aktiv mitmachender Fachbereiche zu erhöhen. Die Erfahrungen zeigen, dass es keine allgemeingültigen Konzepte oder Strategien gibt, sondern jeweils auf die spezifischen Ausgangs- und Rahmenbedingungen zugeschnittene Maßnahmen entwickelt werden müssen.

Fachbereiche Chemie und Maschinenbau: Frauenanteil steigt

Zum Beispiel sind im Fachbereich Chemie und in der Fakultät Maschinenbau Mentoring-Projekte entstanden, die eine Vernetzung zwischen Studentinnen und Schülerinnen einerseits und Studentinnen, Wissenschaftlerinnen und berufstätigen Absolventinnen andererseits herstellen. Dies bringt auch mit sich, die Studieninformationen moderner zu gestalten, Firmen- und Schulkontakte gezielter anzubieten und vermehrt Wissenschaftlerinnen zu Gastvorträgen einzuladen.

Die Fakultät Maschinenbau hat die neue Position einer Referentin für Nachwuchsentwicklung und Kommunikation an der Fakultät geschaffen. Beide Fächer, Diplomchemie und Diplommaschinenbau, haben bereits eine Steigerung der Frauenanteile im Studium zu verzeichnen.

Auch die Fakultät Raumplanung nutzt Anstöße des Projekts QueR allgemein zur Verbesserung der Studienberatung und des Studienprogramms. Informationen zur Arbeitsmarktentwicklung fließen direkt in die Studienplanungs- und Karriereberatung ein. Gleichzeitig sind sie Grundlage für die Curriculum-Reform.

Frauen nutzen Aufbaustudium

Im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Philosophie und Theologie wurde ein zweisemestriges Aufbaustudium für Absolventinnen und Absolventen der sechssemestrigen Lehramtsstudiengänge Primarstufe und Sekundarstufe I eingeführt, in dem die Promotionsberechtigung erworben werden kann. Dies verbreitert die Perspektiven eines vor allem von Frauen gewählten Berufsfeldes und erhöht die Attraktivität des Lehramtsstudiums an der Universität Dortmund. Im Aufbaustudium sind bereits 40 Studierende eingeschrieben, davon zwei Drittel Frauen.

Die Universität Dortmund wird auf dem eingeschlagenen Weg weitergehen und mit der Verbesserung der Chancengleichheit zugleich Qualität und Innovation in Lehre und Forschung fördern.

Weitere Information:

Dr. Christine Roloff, Ruf 0231-755-6056,
E-Mail quer@verwaltung.uni-dortmund.de
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