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Große Therapie-Fortschritte bei HIV und Aids

16.11.2001 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

In der Behandlung von HIV und Aids sind in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte erzielt worden. Grund dafür ist die Entwicklung neuer, besonders effektiver Medikamente. Seit 1997/1998 ist die hochdosierte Kombinationstherapie (HAART) auch in Deutschland Standard. Sie bewirkt, dass sich das Immunsystem erholt und die Virusvermehrung so eingeschränkt wird, dass im Blut keine Viren mehr nachweisbar sind. Die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet von HIV und Aids sind auch Gegenstand eines Symposiums, das am Samstag, 24. November 2001, von 9 bis 13 Uhr im Lehrgebäude des Universitätsklinikums Münster stattfindet.

Die Leitung und Organisation der Veranstaltung, die in Kooperation mit der Akademie für Ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe durchgeführt wird, liegt bei Dr. Doris Reichelt und Dr. Christoph Heese (Innere Medizin) sowie Privatdozent Dr. Stefan Evers und Prof. Dr. Ingo W. Husstedt (Neurologie) von der Interdisziplinären Arbeitsgruppe HIV-Infektion am Universitätsklinikum Münster. Das Symposium, zu dem rund 150 Teilnehmer erwartet werden, wird deutlich machen, das die modernen Therapieverfahren zu einer wesentlichen Lebensverlängerung bei guter Lebensqualität geführt haben. Allerdings wird von den Behandelten ein hohes Maß an Bereitschaft gefordert, die zum Teil komplexen Medikamenten-Einnahmeschemata mitzutragen.

Als Erfolg dieser modernen Therapie treten nach Angaben der Veranstalter klassische opportunistische Infektionen, wie die cerebrale Toxoplasmose oder die HIV-assoziierte Enzephalopathie, die mit Merkfähigkeits- und Konzentrationsstörungen einhergeht, wesentlich weniger auf. Die unzureichend behandelte HIV-Infektion dagegen führe zu einer wesentlich erhöhten Inanspruchnahme stationärer Krankenhausbehandlungen und anderer Leistungen des Sozialsystems. Die Mediziner verweisen in diesem Zusammenhang auf neueste Schweizer Untersuchungen, nach denen die primär sehr konstenintensiv erscheinenden neuen Therapieverfahren nur vordergründig zur Kostenvermehrung im Gesundheitssystem führen. Langfristig hingegen träten wesentliche Spareffekte ein, unter anderem auch durch die verlängerte Arbeitsfähigkeit der Betroffenen.
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Das Symposium "Update HIV und Aids - aktuelle Epidemiologie, Diagnostik und Therapie" im Hörsaal 30 des Lehrgebäudes wird mit einem Beitrag über aktuelle internistische Aspekte und neue Therapieverfahren von internistischer Seite eröffnet. Im Anschluss wird über Grenzen und Wertigkeit von Viruslast und Resistenzbestimmung berichtet. Aktuelle Aspekte der Epidemiologie und Therapie von HIV-ausgelösten Erkrankungen des Nervensystems stellen den nächsten Programmpunkt vor der Kaffeepause mit der Möglichkeit zum Besuch der Industrieausstellung dar. Weiter geht es mit einem Beitrag über Probleme der medikamentösen Therapie und Substitution bei drogenabhängigen HIV-Patienten. Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Thema "HIV-Infektion und Schwangerschaft" sowie die Behandlung von Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Medikamenten gegen die HIV-Infektion behandelt wurden. Mit einer gemeinsamen Podiumsdiskussion schließt das Symposium.
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