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Allianz geschlossen für Import embryonaler Stammzellen

25.01.2002 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Deutsche Wissenschaftsorganisationen appellieren an die Politik

Die Präsidenten und Vorsitzenden aller in der Allianz zusammengeschlossenen deutschen Wissenschaftsorganisationen unterstützen die Haltung der Deutschen Forschungsgemeinschaft in der Frage der Forschung mit humanen embryonalen Stammzellen. In einem Schreiben an Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und die Fraktionsvorsitzenden aller im Bundestag vertretenen Parteien spricht sich die Allianz dafür aus, die bestehende rechtliche Zulässigkeit des Imports von embryonalen Stammzellen nach Deutschland unter strengen Auflagen aufrecht zu erhalten. Die Spitzen der Wissenschaftsorganisationen appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, ihre Entscheidung am 30. Januar in der Abwägung der verfassungsrechtlich geschützten Güter Lebensschutz und Freiheit der Forschung auch mit Blick auf die Erwartungen vieler kranker und hilfsbedürftiger Menschen zu fällen.

Die Unterzeichner der Stellungnahme der Allianz, die auch an den Bundeskanzler, die Forschungsministerin, alle Regierungschefs der Bundesländer und eine Vielzahl von Bundestagsabgeordneten geht, ist unterzeichnet von dem Vorsitzenden des Wissenschaftsrates, Professor Karl Max Einhäupl, dem Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, Professor Hans-Olaf Henkel, dem Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Walter Kröll, dem Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Professor Klaus Landfried, dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Professor Hubert Markl; dem Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, Professor Hans-Jürgen Warnecke, und dem Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Professor Ernst-Ludwig Winnacker.

Der Text der Stellungnahme liegt an.


24. Januar 2002


Stellungnahme der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen
zur öffentlichen Diskussion um die
Forschung an menschlichen Stammzellen


Die in der Allianz zusammengeschlossenen deutschen Wissenschaftsorganisationen unterstützen die Deutsche Forschungsgemeinschaft in ihrer Haltung zu der Forschung an humanen Stammzellen. Sie stehen gemeinsam auf dem Boden der Empfehlungen des Senats der DFG vom 3. Mai 2001, die sich dafür aussprechen, die bestehende rechtliche Zulässigkeit des Imports von embryonalen Stammzellen nach Deutschland unter strengen Auflagen aufrechtzuerhalten.

Die Allianz begrüßt die intensive und vielschichtige öffentliche Diskussion um die Forschung über und mit menschlichen Stammzellen. Gesichtspunkte, die für einen möglichst umfassenden Schutz auch der frühesten Formen menschlichen Lebens sprechen, stehen den Bedürfnissen einer Forschung gegenüber, die sich verpflichtet sieht, ihre Erkenntnisse über sämtliche Phasen der embryonalen Entwicklung zu nutzen, um schwere Leiden frühzeitig erkennen, bekämpfen und heilen zu können. Dieser Wertekonflikt macht die besondere Schwierigkeit der Diskussion aus.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat ihren Beschluß über die Förderung der Forschung an humanen embryonalen Stammzellen mit öffentlichen Mitteln hinter die Diskussion des Parlaments zurückgestellt. Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden, jeder für sich, zu entscheiden haben. In der öffentlichen Diskussion, die auch das Ausland aufmerksam verfolgt, sind die unterschiedlichen Standpunkte formuliert und ausgetauscht worden; nach Auffassung der Allianz wird eine weitere Verzögerung der Entscheidung keine neuen Argumente zu Tage bringen.


Vor diesem Hintergrund bekräftigt die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen ihren Wunsch nach einer Entscheidung, die in Abwägung der verfassungsrechtlich geschützten Güter Lebensschutz und Freiheit der Forschung nicht zuletzt den Erwartungen vieler kranker und hilfsbedürftiger Menschen Rechnung trägt.


(Ernst-Ludwig Winnacker) (Hubert Markl)

(Hans-Jürgen Warnecke) (Hans-Olaf Henkel)

(Walter Kröll) (Karl Max Einhäupl)

(Klaus Landfried)
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