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Tragfähige Netze knüpfen

25.01.2002 - (idw) Technische Universität Berlin

Tragfähige Netze knüpfen
Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß neuberufen am Institut für Telekommunikationssysteme der TU Berlin


Den Betriebssystemen kommt insofern eine zentrale Stellung zu, als sie - angesiedelt zwischen der Rechnerhardware und den Anwendungsprogrammen - die Aufgabe haben, das Nebeneinander und Miteinander von Programmen oder Programmteilen in sicherer und effizienter Weise zu organisieren. So wie der Staat für die Bürger und die Wirtschaft eine Infrastruktur in Form von immateriellen (Gesetze und Verordnungen) und materiellen Einrichtungen (Verkehrswege, Kommunikationseinrichtungen) zur Verfügung stellt, muss auch das Betriebssystem eine Infrastruktur für die Programme schaffen und verwalten. Dabei hat es neue Strukturen auf Hardwareseite (Mobile Geräte, Parallelrechner, Funknetze) als auch neue Anforderungen auf Anwendungsseite (Multimedia, WWW) zu berücksichtigen, was wiederum Rückwirkungen auf die Gestaltung und die Angebotspalette des Betriebssystems hat. So ist auch die Bezeichnung des Fachgebiets "Kommunikations- und Betriebssysteme" zu erklären, die der Tatsache Rechnung trägt, dass Rechner heutzutage selten isoliert, sondern in der Regel Bestandteile vernetzter Systeme sind, Betriebssysteme daher über Rechnergrenzen hinweg tätig werden müssen.

Zur Bereitstellung einer verlässlichen Infrastruktur für eine dynamische vernetzte Umgebung gehört auch der Bereich Sicherheit, d.h. Konzepte und Verfahren, mit denen die Vertraulichkeit und Integrität der gespeicherten und übertragenen Daten sichergestellt werden kann, um mit Hilfe des Rechners durchgeführte strafbare Handlungen möglichst zu verhindern.

Ähnlich wie der Architekt eines Gebäudes mit Hilfe statischer Berechnungen den Nachweis liefern muss, dass der gewählte Entwurf "tragfähig" ist, dass also die Dimensionierung der Komponenten ausreichend ist, um ein Zusammenbrechen zu verhindern, muss auch der Entwerfer eines komplexen Hardware/Software-Systems prüfen und nachweisen, dass ein gegebenes System seinen Zeitanforderungen genügt. Daher befasst sich das Fachgebiet mit der Leistungsbewertung von Rechensystemen. Hier soll durch Messung und durch quantitative Modelle (analytisch und simulativ) die "Tragfähigkeit" komplexer Rechensysteme überprüft werden.

Hans-Ulrich Heiß wurde 1953 in Heidelberg geboren und studierte Informatik an der Universität Karlsruhe. Anschließend war er dort am Lehrstuhl für Betriebssysteme als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und promovierte über "Überlastphänomene in Rechensystemen". 1988/89 verbrachte er ein Jahr als Post-Doc-Fellow am IBM Watson Research Center in Yorktown Heights (N.Y.) und 1990 ein Semester als Gastprofessor an der Universität Helsinki in Finnland. Nach seiner Rückkehr nach Karlsruhe habilitierte er sich dort 1993 mit einer Arbeit über Prozessorzuteilungsprobleme in Parallelrechnern. Es folgten eine Gründungsprofessur für Verteilte Systeme und Betriebssysteme an der TU Ilmenau und eine Professur für Praktische Informatik an der Universität Paderborn.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gerne Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß vom Institut für Telekommunikati-onsnetze der TU Berlin, Tel.: 030/314-73160, Fax: 030/314-25156, E-Mail: heiss@cs.tu-berlin.de

Diese Medieninformation finden Sie auch im WWW unter http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2002/pi13.htm
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