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Verdi-Chef Bsirske: "Fehlleistung ersten Grades"

25.01.2002 - (idw) Universitätsklinikum Benjamin Franklin

Beschäftigte des FU-Klinikums Benjamin Franklin demonstrierten vor dem Berliner Kanzleramt

Der Bundesvorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, hat den Berliner Senat aufgefordert, von der geplanten Schließung des Universitätsklinikums Benjamin Franklin (UKBF) der Freien Universität Berlin (FU) abzurücken. Der Beschluß der SPD/PDS-Koalition sei eine "wirtschafts- und wissenschaftspolitische Fehlleistung ersten Grades", die so schnell wie möglich korrigiert werden müsse, sagte Bsirske am Freitagmittag als Hauptredner einer Demonstration von rund 3.000 UKBF-Beschäftigten vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. Anläßlich des Treffens des Bündnis für Arbeit bei Bundeskanzler Schröder protestierten die FU-Medizin gegen die Gefährdung von 5.000 Arbeitsplätzen im Falle der Klinik-Schließung.

Bsirske betonte, dass die Hochschulmedizin der leistungsfähigste Bereich der Berliner Wissenschaften darstelle und zugleich "Motor für innovative Unternehmensgründungen" sei. Ausgerechnet hier den Rotstift anzusetzen bedeute, eine ökonomische Schlüsselbranche zu schwächen. Der Protest dagegen haben nicht nur eine Bedeutung für Berlin, sondern für den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt, rief der Gewerkschafts-Chef den Demonstranten zu.

FU-Präsident Prof. Peter Gaehtgens sprach von einer "katastrophalen Entscheidung gegen die Berliner Wissenschaft", gegen die sich seine Universität mit allen Mitteln zur Wehr setzen werde. Mit der geplanten Streichung des Fachbereichs Humanmedizin sei auch der Status der Freien Universität als Volluniversität bedroht. Seit der Verabschiedung des Koalitionsvertrages von SPD und PDS in Berlin im Dezember 2001, worin die Abwicklung des FU-Klinikums aus Kostengründen vorgesehen ist, tragen die Mediziner ihren Protest in die Öffentlichkeit. Binnen weniger Wochen wurden 110.000 Unterschriften aus der Bevölkerung zur Erhaltung des Steglitzer Kilinikums gesammelt.
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