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Produktionszentrum für römische Terrakottamasken in Köln

28.01.2002 - (idw) Universität zu Köln

24/2002 (Terrakottamasken)

Produktionszentrum für römische Terrakottamasken in Köln
Köln-Preis für Archäologin Hannelore Rose

Köln, den 28. Januar 2002 - Köln war vom 1.-3. Jahrhundert n. Chr. ein überörtlich bedeutendes Produktionszentrum für Terrakot-tamasken. Die Masken dienten als Dekorationselement in Häusern und zu Repräsentationszwecken. Vor allem groteske Possenmasken entstanden in den Nordwestprovinzen. Zu diesem Ergebnis kommt Hannelore Rose in ihrer Untersuchung "sum figuli lusus...Studien zu den römischen Terrakottamasken in den Nordwestprovinzen", die sie am Archäologischen Institut der Universität zu Köln verfasste - für ihre Arbeit wird ihr der diesjährige Köln-Preis verliehen.

Mehr als 200 Fragmente verschiedener Masken wurden in Köln bis-lang gefunden. Das ist über ein Drittel aller bisherigen Funde von Masken in den nordwestlichen Provinzen des Römischen Reiches. Vor allem am Rudolfplatz machten die Archäologen viele Funde. Deshalb ist davon auszugehen, dass hier eine Töpferei existierte, die sich auf die Herstellung von Terrakottamasken spezialisiert hatte. Weitere Fundorte waren die Bereiche Habsburgerring und Ko-mödienstraße. Die Masken waren etwa lebensgroß und wurden aus ge-branntem Ton in Serie hergestellt. Vorbild war eine sogenannte Patrize, die Modelcharakter für die Herstellung der Masken hatte.

Im Kölner Raum dominierten männliche Masken, die häufig mit gro-tesken Gesichtszügen versehen waren. Das Groteske lässt sich an den großen gekrümmten Nasen ablesen, an den nur leicht geöffneten Mündern, in denen Zähne zu erkennen sind. Die Masken waren meist kahlköpfig und durch Wangen- und Stirnfalten ausgeprägt. Der skurrile Gesamteindruck wurde häufig noch durch Warzen verstärkt. Rose kommt zu dem Ergebnis, dass Possenmasken in den Nordwestpro-vinzen deutlich stärker verbreitet waren als im übrigen Reich. Unklar ist, ob es italienische Vorbilder gab oder ob es sich um eine spezielle Variante in den Provinzen handelt, der in den Mas-ken zum Ausdruck gebracht wurde. Jedenfalls waren die Formen sehr beliebt, wurden bis nach Britannien exportiert und anderorts häu-fig nachgeahmt.

Für die Form wurden wahrscheinlich als Vorbilder helmähnliche Me-tallmasken verwendet. Die Proportionen der Masken sprechen laut Rose eindeutig dafür, dass die Terrakottamasken nicht wie lange angenommen für das Tragen vor dem Gesicht und damit für die Schauspielerei verwendet wurden.

Anders verhält es sich mit den Miniaturmasken, die in Gräbern im Rhein- und Moselgebiet gefunden wurden und aus der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. stammen. Sie wurden in deutlich ge-ringerer Menge gefunden als die lebensgroßen Masken. Es handelt sich vor allem um Frauenmasken aus rotem Ton, die sieben bis zehn Zentimeter groß waren. Sie zeigen zierliche Ohrformen, Schmuck-bänder und aufwendige Frisuren. Die Gesichter sind ebenmäßig, die Augen mandelförmig, und der Mund ist geschlossen. Auf der Innen-seite befindet sich ein Steg mit zwei Aufhängelöchern. Diese Ge-staltung spricht nach Ansicht der Kölner Archäologin gegen die Interpretation, es handle sich um Amazonenmasken.

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Verantwortlich: Jörn Käsebier

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Professor Dr. Henner von Hesberg. Er steht Ihnen zur Verfügung unter der Telefonnummer 0221/470-29 85 und per e-mail hesberg@uni-koeln.de.
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