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Schriftsteller ausländischer Herkunft lesen in deutscher Sprache

14.03.2002 - (idw) Technische Universität Chemnitz

Veranstaltungsreihe mit Adalbert-von-Chamisso-Preisträgern aus Japan und Europa

Von April bis Juni geht es nicht nur an der Uni international zu: In einer gemeinsamen Lesereihe der TU Chemnitz, der Stadtbibliothek und des Literaturbüros Chemnitz e. V. werden insgesamt vier preisgekrönte Schriftsteller ausländischer Herkunft ihre literarischen Werke in Chemnitz der Öffentlichkeit vorstellen. Das Besondere daran: Sowohl Yoko Tawada aus Japan, Franco Biondi aus Italien, Jaromir Konecny aus Tschechien und Vladimir Vertlib aus Russland leben nunmehr seit einigen Jahren in der Bundesrepublik und schreiben in deutscher Sprache.

Los geht es am 29. April 2002 mit der gebürtigen Japanerin Yoko Tawada. Sie wird ab 19.30 Uhr in der Neuen Sächsischen Galerie, Straße der Nationen 33, aus ihren Büchern "Opium für Ovid. Ein Kopfkissenbuch für 22 Frauen", "Überseezungen" und "Der Talisman" lesen. Yoko Tawada wurde 1960 in Tokio geboren und studierte seit 1982 in Hamburg Neuere Deutsche Literaturwissenschaft. 1990 erhielt sie den Förderpreis der Stadt Hamburg, 1994 den Lessing-Förderpreis und 1996 den Adelbert-von-Chamisso-Preis. Darüber hinaus wurde sie 1993 mit dem bedeutendsten Literaturpreis Japans, dem Akutagawa-Sho-Preis, ausgezeichnet.

Knapp einen Monat später liest am 27. Mai 2002 der Italiener Franco Biondi ab 19.30 Uhr ebenfalls in der Neuen Sächsischen Galerie, Straße der Nationen 33, aus seinen Romanen "Der Stau" und "In deutschen Küchen". Franco Biondi, 1947 in Forli geboren, kam 1965 als Gastarbeiter nach Deutschland und lebt heute als Familientherapeut und freier Schriftsteller in Hanau. 1983 wurde er mit einer Ehrengabe der Bayrischen Akademie der Schönen Künste und 1987 mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet.

Im Juni geht es Schlag auf Schlag: Am 6. Juni 2002 wird der Tscheche Jaromir Konecny ab 19.30 Uhr sein neuestes Buch "Endlich daheim" im Club Atomino, Schloßstraße 7, vorstellen. Er wurde 1956 in Prag geboren und emigrierte 1982 in die Bundesrepublik Deutschland. Dort studierte er Chemie an der TU München und promovierte über die Entstehung des genetischen Codes. Seit 1993 ist Jaromir Konecny auch in deutscher Sprache literarisch tätig und erhielt dafür bereits den Fritz-Hülser-Preis und ebenfalls den Adelbert-von-Chamisso-Preis.

Am 12. Juni 2002 beschließt Vladimir Vertlib aus Russland die Chemnitzer Lesereihe. Er liest ab 19.30 Uhr aus seinem Roman "Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur" im Neuen Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde in der Stollberger Straße 28. Vladimir Vertlib wurde 1966 in Leningrad geboren, emigrierte 1971 nach Israel und übersiedelte 1972 nach Österreich. An der Wiener Universität studierte er von 1984 bis 1989 Volkswirtschaftslehre, seit 1993 ist er als freiberuflicher Schriftsteller, Sozialwissenschaftler und Übersetzer tätig. Vertlib wurde im letzten Jahr mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet.

"Nationalliteraturen wie die deutsche haben schon immer eine wertvolle ästhetische Bereicherung von jenen Schriftstellern erlebt, die eingewandert sind", erläutert die Mitorganisatorin der Veranstaltungsreihe Prof. Dr. Ingrid Hudabiunigg, Inhaberin der Professur Deutsch als Fremdsprache an der TU Chemnitz. Nicht umsonst sind alle vier Autoren, die in Chemnitz lesen werden, Preisträger des renommierten Adelbert-von-Chamisso-Preises. Mit dieser Ehrung zeichnet die Robert Bosch Stiftung seit 1985 das deutschsprachige literarische Werk von Autoren aus, die nichtdeutscher Sprachherkunft sind, aus einer Einwandererfamilie stammen oder Deutsch in einem anderen Sprach- und Kulturraum erlernt haben.

Die Lesereihe auf einen Blick:

29. April 2002: Yoko Tawada (Japan)

Beginn: 19.30 Uhr
Ort: Neue Sächsische Galerie, Chemnitz, Straße der Nationen 33

27. Mai 2002: Franco Biondi (Italien)
Beginn: 19.30 Uhr
Ort: Neue Sächsische Galerie, Chemnitz, Straße der Nationen 33

6. Juni 2002: Jaromir Konecny (Tschechien)
Beginn: 19.30 Uhr
Ort: Club Atomino, Chemnitz, Schloßstraße 7 (Hintereingang)

12. Juni 2002: Vladimir Vertlib (Russland)
Beginn: 19.30 Uhr
Ort: Neues Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde, Chemnitz, Gemeindesaal, Stollberger Str. 28
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