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Die Ursache bleibt oft lange im Dunkeln

14.03.2002 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Erste Heidelberger Tagung für Patienten und Ärzte über Erkrankungen der Hirnanhangdrüse und der Nebennieren

Seit Wochen fühlt sich Monika S. erschöpft und deprimiert. Die Arbeit im Büro fällt ihr immer schwerer, die Hausarbeit ist zur unerträglichen Last geworden. Trotz zahlreicher Tests und Untersuchungen kann ihr Hausarzt keine Ursache finden, auch ein Urlaub bringt keine Besserung. Dann bemerkt Monika S., dass ihre Monatsblutung unregelmäßig ist. Ihre Frauenärztin schickt sie in die endokrinologische Fachambulanz der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. Einige Hormontests sind auffällig, die Diagnose wird durch das Computertomogramm bestätigt: Monika S. leidet an einem gutartigen Tumor (Adenom) der Hirnanhangdrüse (Hypophyse).

Ein ähnliche Leidensgeschichte machen jedes Jahr einige hundert Frauen und Männer in Deutschland durch. Bis die Ursache ihrer unspezifischen Beschwerden festgestellt worden ist, vergehen Monate, mitunter Jahre. "Bei Frauen unter 50 geht es oft schneller, weil ihr Zyklus häufig gestört ist", erklärt Privatdozent Dr. Dr. Christian Kasperk, Leiter der Endokrinologischen Ambulanz in Heidelberg. "Bei Männern sind oft Sehstörungen die ersten Anzeichen, da der größere Tumor auf den Sehnerv drückt." Da die Erkrankungen der Hypophyse recht selten sind, denken nur wenige Hausärzte an diese Möglichkeit. Am kommenden Wochenende findet an der Heidelberger Medizinischen Universitätsklinik Innere Medizin I (Direktor Prof. Dr. Peter Nawroth) das 1. Heidelberger Hypophysen- und Nebennieren-Symposium statt - sowohl für niedergelassene Ärzte als auch für Patienten. Mitveranstalter ist die Selbsthilfegruppe für Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen Rhein-Neckar e.V. Experten verschiedener Fachrichtungen stellen die aktuellen Standards der Diagnostik und Therapie der Erkrankungen vor.

Die Behandlung der gutartigen Tumoren ist sehr erfolgreich. Der Neurochirurg kann sie über die Nase entfernen. Die Patienten müssen danach diejenigen Hormone einnehmen, deren Produktion nach der Operation reduziert ist. Da die Hypophyse eine Vielzahl von Hormonen im Körper steuert, z. B. die Geschlechtshormone, aber auch die Hormone der Schilddrüse und der Nebenniere, ist hier eine fein abgestimmte lebenslange medikamentöse Therapie erforderlich.

Dies gilt auch für Erkrankungen der Nebennieren, die ebenfalls bei der Tagung behandelt werden. Ihre Symptome sind ebenfalls recht uncharakteristisch. Die Nebennieren, kleine den Nieren aufsitzende Drüsen, schütten so wichtige Hormone wie Cortison, Adrenalin und Aldosteron aus; eine Unterfunktion führt zu Flüssigkeitsverlust des Körpers und mangelhafter Leistungsfähigkeit.

Die Tagung findet am Samstag, dem 16. März 2002, von 8.00 bis 18.00 Uhr in der Medizinischen Universitätsklinik (Ludolf-Krehl-Klinik), Bergheimer Straße 58 statt.
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