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Moderne Datenanalyse für Chemie und Messtechnik

20.03.2002 - (idw) Institut für Chemo- und Biosensorik ICB

EU fördert ein Virtuelles Institut für Chemometrie und Industrielle Metrologie

Das von der EU geförderte Virtuelle Institut für Chemometrie und Industrielle Metrologie (VICIM) hat seine Arbeit aufgenommen. Dieses europäische Exzellenznetzwerk für Chemometrie und Metrologie soll industrielle Kunden in die Lage versetzen, den heutigen Herausforderungen in der Analyse komplexer chemischer Messdaten zu begegnen und die Qualität chemischer Messergebnisse sicherzustellen


Gründung des Virtuellen Institutes für Chemometrie und Industrielle Metrologie: Die Datenanalyseexperten von 13 europäischen Institutionen bei ihrem Gründungstreffen in Brüssel im März 2002. Als Koordinator fungiert Prof. D.L. Massart (7. von
ICB-Leiter Prof. Dr. Karl Cammann (links) freut sich über die EU-weite Anerkennung der Kompetenz des ICB in Bioinformatik und Chemometrie. Die Auswertung komplexer Messdaten steht im Mittelpunkt der Arbeit von Dr. Jürgen von Frese (2. v. l.), hier m Moderne chemische Messtechnik wird zunehmend leistungsfähiger und produziert wachsende Mengen komplexer Daten. Die Chemometrie beschäftigt sich mit der Entwicklung und Anwendung neuer Datenanalysewerkzeuge für eine effiziente Informationsgewinnung aus großen Mengen hochqualitativer Daten.
Die Qualität chemischer Daten wird mit Hilfe der Metrologie sichergestellt. Sie beschäftigt sich mit Messunsicherheiten, Rückverfolgbarkeit und Validierung. Gerade im Umfeld gesetzlich stark regulierter Bereiche (wie z.B. Pharmazie, Umweltüberwachung) spielt dies für die industrielle Anwendbarkeit chemischer Meßmethoden eine große Rolle. Die Integration von sowohl Metrologie als auch Chemometrie in einem Virtuellen Institut eröffnet neue Möglichkeiten für fruchtbare Synergien zwischen beiden Disziplinen.

Einer der Pioniere und führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Chemometrie, Prof. D.L. Massart, Leiter der Abteilung für Pharmazeutische und Biomedizinische Analyse an der Freien Universität Brüssel, hat dieses Institut initiiert. Es umfaßt 13 Zentren in ganz Europa mit einer breiten Kompetenz sowohl hinsichtlich wissenschaftlicher Methoden als auch in Bezug auf die Anwendungsfelder, die sich von der Lebensmittelkontrolle bis zur Petrochemie erstrecken.

Deutscher Partner am Virtuellen Institut ist das Institut für Chemo- und Biosensorik (ICB) in Zusammenarbeit mit der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Die dortige Arbeitsgruppe Chemometrie und Bioinformatik unter der Leitung von Dr. Jürgen von Frese verfügt über besondere Kompetenzen und Erfahrungen in der Entwicklung leistungsfähiger, "intelligenter" Algorithmen für moderne chemisch/biologische Messinstrumente. Mit der Beteiligung als deutschem Partner im Virtuellen Institut VICIM wurden jetzt ihre besonderen Leistungen in der industriellen Anwendung der Chemometrie gewürdigt.

Das Virtuelle Institut VICIM wird den industriellen Anwendern eine breite Palette von Dienstleistungen anbieten:
· Allgemeine und spezialisierte Kurse auf einführendem und fortgeschrittenem Niveau im Bereich Chemometrie und Metrologie, wie z.B. Methodenvalidierung, Visualisierung, Modellierung
· Präkompetitive Forschung und Entwicklung für industrielle Konsortien
· Auftragsforschung in Bereichen wie Nahrungsmittel, pharmazeutische, chemische, petrochemische und verwandte Industrien.
· Gastaufenthalte von Kunden aus der Industrie
· Fernkurse
· Beratung
· Metrologische Unterstützung für Standardisierungsgremien
· Richtlinien und Software

Ein beratendes wissenschaftliches Gremium unter Vorsitz von Prof. Bernard Vandeginste, Unilever Forschung und Entwicklung Vlaardingen (NL), betont die Orientierung auf die Bedürfnisse industrieller Kunden.

Nach einer anfänglichen, dreijährigen Phase der Unterstützung durch die EU soll das Virtuelle Institut eine eigenständige, unabhängige Forschungsstiftung werden.

Partner des Virtuellen Institutes für Chemometrie und Industrielle Metrologie:
- Vrije Universiteit Brussel, Belgien (VUB, Prof. D.L. Massart)
- Royal Veterinary and Agricultural University, Frederiksberg (KVL, Prof. L. Nørgaard) und Optimax, Køge, Dänemark (Dr. R. Bro)
- Lappeenranta University of Technology, Lappeenranta, Finnland (LUT, Prof. P.Minkkinen)
- Institut National de la Recherche Agronomique, Paris, Frankreich (INRA, Prof. M.Feinberg)
- Institut für Chemo- und Biosensorik, (ICB, Dr. J. von Frese) und Westfälische Wilhelms-Universität (WWU, Prof. K. Cammann), Münster, Deutschland

- Katholieke Universiteit Nijmegen, Niederlande (KUN, Prof. L. Buydens)
- Pattern Recognition Systems A.S., Bergen (PRS, Dr. R. Arneberg) und Universitetet i Bergen, Norwegen (UiB, Prof. O.M. Kvalheim)
- National Institute of Chemistry, Ljubljana, Slovenien (NIC, Prof. J. Zupan)
- Universitat Rovira i Virgili, Tarragona, Spanien (URV, Prof. F.X. Rius)
- Università di Milano-Bicocca und Talete SRL, Milano, Italien (Prof. R. Todeschini)
- Royal Institute of Technology, Stockholm, Schweden (KTH)
- Nederlands Meetinstituut, Delft, Niederlande, (NMi VSL, Dr. A. van der Veen)
- Laboratory Government Chemist, Teddington, Großbritannien (LGC, Dr. S. Ellison)
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