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Neuer Forschungsschwerpunkt an der Hochschule Bremen: Pflege-Ökonomie und Pflege-Controlling

30.08.2004 - (idw) Hochschule Bremen

Missstände in Altenpflegeheimen sind ein trauriger Dauerbrenner in den Medien: Seien es Einsparungen durch zunehmenden Kostendruck oder knapper werdende Ressorucen und demographische Veränderungen - die Ursachen sind vielfältig und bedürfen daher eingehender Analysen. An der Hochschule Bremen wurde jetzt im Rahmen des Internationalen Studiengangs "Pflegeleitung" ein Forschungsschwerpunkt eingerichtet, der die Fragestellungen der Pflege-Ökonomie und des Pflege-Controllings fokussiert und bearbeitet.

Die Pflege als größte Berufsgruppe im Sozial- und Gesundheitswesen ist nach wie vor ein Zukunfts- und Karrierefeld. Auf diese Berufsgruppe kommen in den nächsten Jahren erhebliche Veränderungen zu, die den Aspekt der Qualität der Pflege immer mehr in den Vordergrund rücken. Entscheidungen müssen wegen dynamisch sich verändernder Rahmenbedingungen zunehmend unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen werden.

Die Krankenhaus-Finanzierung auf der Basis der "Diagnosis Related Groups" sowie strukturelle Änderungen der Krankenhaus-Landschaft wirken sich auf die Berufsfelder der Pflege und das Angebot an pflegerischen Leistungen aus. Hier setzt das pflegerische Controlling an: in enger Zusammenarbeit mit dem betriebswirtschaftlichen und medizinischen Controlling soll auf eine Optimierung der Prozess- und Kostenseite unter Berücksichtigung von Qualitätsaspekten hingewirkt werden.

Die Ökonomisierung der Gesundheits- und Pflegeversorgung zwingt die Betreiber der Heime und anderer Einrichtungen zu einem stark wirtschaftlichen Handeln. Dass dabei die Qualität der Pflege mitunter leidet, ist bekannt: Es gibt in deutschen Pflegeheimen teilweise eklatante Missstände. Einsparungen bei der Pflege bringen mehr Kosten in der Volkswirtschaft und für die Gesellschaft. Eine kanadische Studie belegt den Zusammenhang, dass bei verminderter Pflege die Infektionsrate bei Kindern im Krankenhaus um 300 Prozent steigt. Die Kosten einer erneuten Behandlung muss dann der Steuerzahler in Form höherer Kassenbeiträge übernehmen.

Die demographische Entwicklung, eine immer älter werdende Klientel, die Zunahme chronischer Erkrankungen, die Zunahme der Single-Haushalte, der technologische Fortschritt, steigende Gesundheitskosten und die knapper werdenden Ressourcen. All dies fordert mehr Aufgaben und Arbeit für die Pflege in der Gesundheits- und Sozialversorgung. Gleichsam stellt auch das vergrößerte Europa eine gesellschaftliche wie wirtschaftliche Herausforderung dar, die ebenfalls den Status der pflegenden Arbeitskräfte tangiert. So werden ausländische, europäische Pflegepersonen mehr und mehr in deutschen Heimen die Pflege übernehmen und das sicherlich zu günstigen Stundenlöhnen.


Hinweis für Redaktionen:
Für Fragen zum Thema Pflege-Controlling steht Prof. Dr. Heinz J. Janßen (FB Sozialwesen, Internationaler Studiengang Pflegeleitung, gern zur Verfügung: 0421-5905-3788; hjanssen@fbsw.hs-bremen.de .
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