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Sponsoren für Universitäten gesucht: 17. Internationale Hochschulkonferenz in Luxemburg beendet

31.08.2004 - (idw) Universität Trier

Am Wochenende ist in Luxemburg die "17th International Conference on Higher Education (I.C.H.E.)" zu Ende gegangen, die sich mit dem Thema "Fundraising for Universities" befasste und vom ehemaligen Kanzler der Universität Trier, Ignaz Bender, zusammen mit der Universität Luxemburg organisiert wurde. Zu den Teilnehmern der Konferenz gehörten Universitätsrektoren, Universitätskanzler, Vertreter von Wissenschafts- und Fundraisingorganisationen aus 22 Ländern.

Wie Kanzler a.D. Ignaz Bender als Präsident des I.C.H.E. feststellte, sollte die Finanzierung der unter Kürzungen und Stellensperren leidenden Universitäten - wie etwa derzeit in Deutschland - mittelfristig auf mehrere Standbeine gestellt werden. Das wichtigste Standbein sei bei öffentlichen Universitäten nach wie vor der staatliche Beitrag, der auch in Zukunft die Haupt-Finanzierungsquelle der Universitäten bleiben müsse. Dazu gehörten ebenfalls die Gelder für Forschungsprojekte aus öffentlichen und privaten Quellen. Dazu sollten als neue Standbeine hinzu kommen sozialvertägliche Studiengebühren, Einnahmen aus Kapital- und Liegenschaftsvermögen sowie Unterstützungen durch Spenden und Sponsorengelder.

Gerade was das Letzte angeht, könnten Sponsoren zur finanziellen Absicherung der Universitäten beitragen, wenn sie im Rahmen einer Testamentserrichtung, eines runden Familien- oder Firmenjubiläums oder eines sonstigen Ereignisses einer Universität eine Zuwendung machten. Wie Bender in Luxemburg ankündigte, wird sich hierzu in den kommenden Monaten eine 15-köpfige Gruppe ehemaliger Universitätsrektoren, -präsidenten und -kanzler, die gerade in den Ruhestand eingetreten sind oder kurz davor stehen, auf eine Kampagne vorbereiten, die in den kommenden Jahren nichtstaatlicher Gelder zugunsten der deutschen Universitäten einwerben will (Task Force "Fundraising" for German Universities).

In einem der vier Hauptreferate der Luxemburger Konferenz betonte Bruce Johnstone, ehemaliger Kanzler der State University of New York, dem mit 500 000 Studierenden größten Universitätssystem der Welt, dass eine Unterstützung der Universitäten durch Sponsoren auch im Interesse des Staates liegen müsse. Es gehe darum, die Mittel des Staates zu ergänzen und nicht etwa zu kürzen. Wenn der Staat nicht mehr in vollem Umfang für die Kosten der Universitäten aufkommen könne, müsse er ein hohes Interesse daran haben, dass die Universitäten mit dem Mittel des "Fundraising" in die Lage versetzt würden, einen geordneten, nicht von ständigen Kürzungen und Sperren begleiteten Lehr- und Forschungsbetrieb zu unterhalten.

Der Rektor der Universität Abendeen in Schottland, Duncan Rice, früherer Präsident einer nordamerikanischen Universität, hat in zehn Jahren eine Milliarde Dollar eingeworben: Rice unterstrich in seinem Vortrag, dass Universitäten in Nordamerika, wenn sie reich und erfolgreich sind, dies nicht primär den staatlichen Mitteln verdankten, sondern den unzähligen kleinen und großen Spendern und Sponsoren, zu denen oft die ehemaligen Studierenden gehören. Wer als vermögender Bürger, als Familie, als Firma, Bank oder Versicherung am Erfolg der Universität interessiert sei, solle sich auch finanziell als Freund der Universität erweisen.
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