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Nervenzellen im Dialog mit Mikrochips: Rostocker Forscher verbessern Medikamentenscreening

03.09.2004 - (idw) BioCon Valley Initiative

Ein neuartiges In-Vitro-Screeningsystem, das Rostocker Forscher im Verbund mit Industriepartnern entwickeln, soll die Wirkungsanalyse von Nervenmedikamenten vereinfachen. Vorgestellt wird das System NeuroSensorix auf der Kongressmesse "BioConValley - Life Science for the Future 2004" vom 9.-10. September in Rostock.

Das Herzstück sind Mikrosensorchips, auf welchen sich lebende Nervenzell-Netzwerke entwickelt haben. Diese Nervenzellen-Netzwerke zeigen typische Aktivitätsmuster im Ruhezustand, sowie als Reaktion auf Substanzzugaben. So zeigt sich z.B. die Wirkung der getesteten Medikamente sofort am veränderten Kommunikationsverhalten. Die Nervenzell-Sensorchips, die von Mitarbeitern des Instituts für Zellbiologie und Biosystemtechnik der Universität Rostock mit den Industriepartnern Bionas GmbH, Micronas GmbH, Pattern Expert und Teraklin AG entwickelt wurden, sollen zukünftig die Substanztests für die Neuro-Pharmakaentwicklung wesentlich vereinfachen.

"NeuroSensorix kann Tierversuche in der Pharmaentwicklung ersetzen", erklärt Prof. Dieter G. Weiss, Zellbiologe an der Universität Rostock. "Und hat noch weitere Vorteile: Die Ergebnisse sind schnell verfügbar und äußerst exakt." Letzteres sei auch auf die hohe Standardisierung der Testbedingungen zurückzuführen, wie Ralf Ehret vom Projektpartner Bionas GmbH ergänzt. Die aus der Universität Rostock ausgegründete Firma Bionas GmbH (www.bionas.de) bietet jetzt der Pharmaindustrie Serviceleistungen in der Wirkstofftestung an. "Wir haben schon diverse Anfragen", zeigt sich Prof. Weiss zufrieden. "Das macht die nächsten Schritte des Projektes möglich, denn im Endeffekt wollen wir ein komplettes System entwickeln: kundenfreundlich zu bedienen von der Substanzzugabe bis zur Datenauswertung."

Auf der Kongressmesse "BioConValley - Life Science for the Future", 9.-10. September 2004 in der HanseMesse Rostock, können sich Interessenten am Gemeinschaftsstand der Universität Rostock und am Stand der Bionas GmbH informieren. (http://www.bcv.org/ltk_bioconvalley_2004/index.html).

Dieser interdisziplinäre Landesforschungsschwerpunkt "Innovationsnetzwerk Biosystemtechnik" wird durch die EU, das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Industriepartner finanziert.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.biosystems.uni-rostock.de
oder bei Herrn Frank Graage, Koordinator des "Innovationsnetzwerkes Biosystemtechnik"
Tel.: 0381-4986319
E-mail graage@stw.de
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