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RUB-Plasmaphysiker erhält Ehrendoktor: Diamanten aus Staubteilchen

22.09.2004 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Die RUB-Plasmaforscher sind weltweit ganz vorn. Nun wurde wieder ein RUB Physiker ausgezeichnet. Prof. Dr. Dr. h.c. Padma Kant Shukla von der Fakultät für Physik und Astronomie der RUB erhielt den Ehrendoktortitel der russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau. Des weiteren wurde er zum Mitglied im "Rutherford Appelton Laboratory" gewählt und erhielt einen Ruf an das "Instituto Superior Técnico" in Lissabon. Prof. Shukla wird aber an der RUB bleiben.


Prof. Dr. Dr. h.c. Padma Kant Shukla Bochum, 22.09.2004
Nr. 269

Diamanten aus Staubteilchen
RUB Physiker erhält Ehrendoktor
Neues Fachgebiet der Plasmaphysik


Die RUB-Plasmaforscher sind weltweit ganz vorn. Nun wurde wieder ein RUB Physiker ausgezeichnet. Prof. Dr. Dr. h.c. Padma Kant Shukla von der Fakultät für Physik und Astronomie der RUB erhielt den Ehrendoktortitel der russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau. Des weiteren wurde er zum Mitglied im "Rutherford Appelton Laboratory" gewählt und erhielt einen Ruf an das "Instituto Superior Técnico" in Lissabon. Prof. Shukla wird aber an der RUB bleiben. Schwerpunkt seiner Arbeit bildet der Bereich der "Staubige Plasmen", in denen Prof. Shukla die "Dust Acoustic Waves" entdeckt hat. Das sind elektrostatische Wellen in komplexen Plasmen, die mit bloßem Auge sichtbar sind.

Neues Fachgebiet

Die staubigen Plasmen stellen ein neues Fachgebiet der modernen Plasmaphysik dar. Mit den "Dust acoustic waves" hat Prof. Shukla die Sichtbarkeit von elektrostatischen Wellen aus komplexen (staubigen) Plasmen nachgewiesen. Plasmen sind Gase, die aus freien Elektronen und Ionen bestehen. Die Gasmoleküle werden bei sehr hohen Temperaturen infolge der häufigen, sehr starken Zusammenstöße bei der Wärmebewegung ionisiert, und die äußeren Elektronen bleiben abgetrennt. Nach außen hin ist das Gas zwar noch elektrisch neutral, dennoch sind die Teilchen geladen und frei. Komplexe (staubige) Plasmen kommen überall in der Natur vor. Außerdem sind sie zum Beispiel in den Ringen von großen Planeten und Kometen zu finden und an der Neubildung von Sternen beteiligt. Die Fähigkeit staubiger Plasmen, sich zu Kristallen zusammenzusetzen, soll für die Herstellung neuer Materialien genutzt werden. Unter anderem gibt es bereits Versuche eine neue Art von Diamanten herzustellen. Damit sind die komplexen Plasmen sowohl für die Industrie, als auch die Astrophysik und die Umweltphysik bedeutend.

Vita

Prof. Shukla wurde 1950 in Tulapur, Indien geboren. Mit 21 wurde er promoviert und wechselte zur Universität Umea in Schweden. 1973 kam Prof. Shukla an die Ruhr-Universität nach Bochum und arbeitet dort seitdem als Wissenschaftlicher Angestellter an der Fakultät für Physik und Astronomie. Neben seinen Forschungsarbeiten betreut er Studenten aus unterschiedlichen europäischen Ländern. An der Universität Umea ist er auch weiterhin als Gastprofessor tätig. Prof. Shukla ist Mitglied bei den Max-Planck-Instituten für Plasmaphysik und für extraterristische Physik. Außerdem ist er Mitherausgeber diverser Fachzeitschriften, unter anderem der "New Journal of Physics". Ferner ist er Direktor für Plasmaphysik an dem "Abdus Salam International Centre for Theoretical Physics" in Triest. Die Idee zur Sichtbarkeit der elektrostatischen Wellen von komplexen Plasmen hatte Prof. Shukla spontan, als er 1989 auf einer Konferenz in Italien einen Vortrag hielt.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Dr. h.c. Padma Kant Shukla, Theoretische Physik IV, Ruhr-Universität Bochum, NB 7/23, Tel. 0234/32-23759, E-Mail: ps@tp4.rub.de, Internet: http://www.tp4.rub.de/~ps

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