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Pionierin der Frauenforschung

11.11.2002 - (idw) Universität Kassel

In einem kleinen Festakt feierte die Forschungsgruppe Frauenforschung an der Universität Kassel ihr 15-jähriges Jubiläum

Kassel. Fünfzehn Jahre etablierte Frauenforschung an einer deutschen Universität - das ist schon etwas Einmaliges in einem Land, das hier noch viel Nachholbedarf hat. Anlass genug also für einen Festakt im Gießhaus der Universität Kassel mit offiziellen Gratulanten wie Uni-Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep und langjährigen Mitstreiterinnen wie Stadträtin Ilona Caroli. Und natürlich der Gründerin der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Frauen- und Geschlechterforschung (IAG FG), Prof. Aylâ Neusel, derzeit Präsidentin der Internationalen Frauen-Universität (ifu), die sich als Forscherin und frühere Vizepräsidentin der Kasseler Hochschule entscheidend für diese Arbeit eingesetzt hat.
Vor allem der fachübergreifende Aspekt der Kasseler Frauenforschung war es, den Postlep in seiner Festansprache hervorhob - "er passt sehr gut zu unserer Universität". Im sich verstärkenden Wettbewerb der Universitäten liege hier eine Chance. In einem Rückblick erinnerte Postlep daran, dass 1985 der damalige Präsident Prof. Neumann Prof. Aylâ Neusel gebeten habe zu prüfen, in welcher Weise die frühere GhK die Frauenforschung fördern könne. Sie nahm den Auftrag an, und im Sommersemester 1987 begann die Bündelung der interdisziplinären Aktivitäten der einzelnen Fachbereiche auf diesem Gebiet in einer IAG. Am 1. Oktober 1987 wurde sie offiziell eingerichtet. Der ursprüngliche Plan, ein weiteres Wissenschaftliches Zentrum (WZ) für dieses Forschungsgebiet zu schaffen, setzte sich nicht durch.
Das erste Institut für Frauenforschung in Hessen wurde in der Folgezeit, wie Postlep ausführte, auch ein Forum für frauenpolitische Themen in einzelnen Fachbereichen. Es wurden Vortragsreihen, Symposien und dann die internationale Frauen-Universität veranstaltet. Das "i-Tüpfelchen" für die wissenschaftlichen Aktivitäten der IAG sei die Kooperation mit dem neugegründeten Graduiertenkolleg geworden. Postlep: "Darauf kann die Universität Kassel stolz sein". Für die Zukunft äußerte der Präsident zwei Wünsche: einmal die stärkere Integration der bisherigen Arbeit in die einzelnen Fachbereiche, zum anderen eine weiter greifende Einbeziehung der Technik und der Naturwissenschaften.

"Blume im Garten der männlichen Wissenschaft"
In einem leicht ironischen Rückblick zitierte IAG-Sprecherin Prof. Christel Eckart ein Wort des früheren Präsidenten Neumann zur Gründung der Forschungsgruppe vor 15 Jahren, der dieser gewünscht habe, sie möge "keine exotische Blume im Garten der männlichen Wissenschaft" sein. Eckart plädierte für das Wachstum "unreglementierter Blumen" in diesem Forschungszweig und sah dies auch als weithin gegeben an. Die IAG habe "eine starke, engagierte Frauenöffentlichkeit entwickelt", die sich Freiräume erkämpft habe. Auch solche, die im allgemeinen Reformmodell der Gesamthochschule nicht eingeplant waren. Dazu seien mehr Frauen-Professuren nötig. Prof. Eckart hob hervor, dass sich in Kassel eine anerkannte feministische Theologie entwickeln konnte. Kooperationen wie mit dem Archiv der deutschen


Frauenbewegung oder dem Evangelischen Forum hätten der Arbeit sehr vorangeholfen. In ihrem Festvortrag ging Prof. Barbara Duden (Hannover) auf die Wandlung der Begriffe und des Selbstverständnisses von Frauen durch die moderne Technologie ein.

Claudia Sandner-v. Dehn
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Infos zum Thema
Universität Kassel
IAG Frauen- und Geschlechterforschung
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