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Geowissenschaften: Fossilien und Fenster in die geologische Vergangenheit

24.09.2004 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Mit dem Arbeitsgebiet Geobiologie, das die Wechselwirkungen zwischen Organismen und organischen Verbindungen mit geologischen Prozessen behandelt, beschäftigt sich die 74. Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft, die vom 2. bis 8. Oktober 2004 an der Georg-August-Universität stattfindet. Zu der Tagung am Geowissenschaftlichen Zentrum Göttingen (GZG) werden mehr als 250 Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum, aus west- und osteuropäischen Ländern, aus China, den USA, aus dem Iran und Irak erwartet. Auf dem Programm stehen mehr als 120 Beiträge in zwölf Symposien, Posterpräsentationen, Workshops sowie Exkursionen in die Region. Außerdem finden ein öffentlicher Abend-Vortrag, Treffen von Fachgruppen und die Mitgliederversammlung der Paläontologischen Gesellschaft mit Preisverleihung und Ehrungen statt. In diesem Jahr wird zum ersten Mal der Tilly-Edinger-Preis für Nachwuchswissenschaftler vergeben.

Pressemitteilung
Göttingen, 24. September 2004

Geowissenschaften: Fossilien und Fenster in die geologische Vergangenheit
74. Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft findet an der Universität Göttingen statt

(pug) Mit dem Arbeitsgebiet Geobiologie, das die Wechselwirkungen zwischen Organismen und organischen Verbindungen mit geologischen Prozessen behandelt, beschäftigt sich die 74. Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft, die vom 2. bis 8. Oktober 2004 an der Georg-August-Universität stattfindet. Zu der Tagung am Geowissenschaftlichen Zentrum Göttingen (GZG) werden mehr als 250 Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum, aus west- und osteuropäischen Ländern, aus China, den USA, aus dem Iran und Irak erwartet. Auf dem Programm stehen mehr als 120 Beiträge in zwölf Symposien, Posterpräsentationen, Workshops sowie Exkursionen in die Region. Außerdem finden ein öffentlicher Abend-Vortrag, Treffen von Fachgruppen und die Mitgliederversammlung der Paläontologischen Gesellschaft mit Preisverleihung und Ehrungen statt. In diesem Jahr wird zum ersten Mal der Tilly-Edinger-Preis für Nachwuchswissenschaftler vergeben.

"Mit der Wahl des Tagungsortes dokumentiert die Gesellschaft, welchen hohen Stellenwert sie der paläontologischen und geobiologischen Forschung in Göttingen beimisst", sagt Prof. Dr. Joachim Reitner, Dekan der Fakultät für Geowissenschaften und Geographie und Ausrichter der Tagung. Nach Angaben des Wissenschaftlers hat sich die Geobiologie als moderne Forschungsrichtung im Spannungsfeld zwischen unbelebter und belebter Natur entwickelt. Prof. Reitner: "Auch wenn sich Aufgaben und Forschungsziele unterscheiden, so gibt es doch Schnittmengen mit der Paläontologie." Diese widmet sich der Erfassung, Beschreibung und Interpretation von Fossilien und zeigt damit die großen Linien der Evolution. Die Referate in den Symposien der Jahrestagung befassen sich unter anderem mit dem Prozess der Biomineralisation, deren Auswertung Aussagen über Umweltbedingungen erlauben, mit Extrembiotopen als Fenster in die geologische Vergangenheit sowie mit den Forschungszweigen Geomikrobiologie und Fossillagerstätten. In Workshops der Veranstaltung geht es zum Beispiel um Arbeitstechniken in der Geobiologie und die Öffentlichkeitsarbeit in der Paläontologie. Exkursionen führen die Teilnehmer in geowissenschaftlich interessante Gebiete Niedersachsens und Sachsen-Anhalts.

"Die Entwicklung des Lebens an submarinen Quellen" lautet der Titel des öffentliches Vortrags, den Juniorprofessor Dr. Jörn Peckmann vom DFG Forschungszentrum Ozeanränder der Universität Bremen am Dienstag, 5. Oktober 2004, im Rahmen der Tagung hält. Der Vortrag findet in der Aula am Wilhelmsplatz 1 statt und beginnt um 18 Uhr. Das Geowissenschaftliche Zentrum Göttingen hat zudem aus Anlass der Jahrestagung sein Museum neu gestaltet und erweitert. "Die Schwerpunkte der neuen Ausstellungsobjekte liegen in der Region Göttingen mit seinen besonderen Fossilien und Fossillagerstätten sowie in wertvollen historischen Fundstücken aus der Frühzeit der paläontologischen Forschung", sagt Prof. Reitner. Präsentiert werden unter anderem Fundstücke aus der historischen Blumenbach'schen Sammlung, darunter Hautreste des ersten eingefroren gefundenen Mammuts (1806). Zu sehen ist auch das "Schwäbische Medusen-Haupt", eine Platte mit Seelilien aus dem Unterjura von Holzmaden. Sie wurde Anfang des 18. Jahrhunderts gefunden und galt seit 1752 als verschollen. Die Dauerausstellung "Fossillagerstätten und Regionale Geologie" wird am Sonntag, 3. Oktober 2004, um 19.30 Uhr eröffnet.

Die im Jahre 1912 gegründete Paläontologische Gesellschaft veranstaltet ihre Jahrestagung bereits zum vierten Mal an der Universität Göttingen. Die mehr als 1.000 Mitglieder der Gesellschaft sind Wissenschaftler und Studierende der Paläontologie, Geologie und Biologie sowie interessierte Laien und Sammler.

Kontaktadresse:

Prof. Dr. Joachim Reitner
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Geowissenschaften und Geographie
Geowissenschaftliches Zentrum
Goldschmidtstraße 3, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-7950, Fax (0551) 39-7918
e-mail: jreitne@gwdg.de
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